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Und jetzt ... Django Asül Sicherungsverwahrung für Merkel und Co.!

Alle regen sich darüber auf, dass im Sommerloch nichts los ist. Dabei könnte man es nutzen, um interessante Dinge an unseren Politikern zu testen. Sicherungsverwahrung zum Beispiel. Oder Google Street View.
Ein satirischer Vorschlag von Django Asül

Das Sommerloch stellt immer wieder eine große Herausforderung für die Medienwelt dar. Diesmal vielleicht mehr denn je. Schließlich präsentiert sich Schwarzgelb bisher als Ganzjahresloch. Aber trotzdem sollen und wollen Nachrichtenredaktionen die Leserschaft beglücken mit frischen Informationen aus der Welt der Politik. Und weil es heute nichts zu melden gibt, nutzt das Bundespresseamt die Chance, den neuen Chef vorzustellen. Herr Seibert als Regierungssprecher ist aber ein bisschen anders geartet. Er kommt quasi als stiller Star, während sein Vorgänger Uli Wilhelm im Amt zum stillen Star wurde. Seibert scheint die Sache sehr realistisch anzugehen.

Er hat lang genug auf der anderen Seite mitkriegen müssen, dass diese Regierung es schon als Erfolg ansieht, wenn mal kein Flop zu vermelden ist. Und so befürchtet der Ex-ZDF-Mann, er könne durchaus als Verkünder des ewigen Nichts enden. Deshalb hat er sich auch ein Rückkehrrecht zum ZDF vertraglich zusichern lassen. Bevor Seibert das Kanzleramt betritt, hat er quasi schon mal die Notausgänge inspiziert. Seine erste Pressekonferenz hat er erst schon nächste Woche. Dort muss er die Regierungsarbeit einer Regierung, die sommerpausenbedingt nicht arbeitet, erklären. Genau darin liegt die Chance für einen idealen Start. Der zwangsweise Verzicht auf das Politische sollte Seibert animieren, mehr auf das Private auszuweichen. Es gibt genug Fragen, die die Bürger mehr interessieren als irgendwelche Steuern für Brennelemente. Wo waren die Regierungsmitglieder im Urlaub? Was haben sie dort getrieben? Welchen Lesestoff haben sie sich reingezogen?

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Der Wähler will und muss seine Regenten wieder als Menschen wahrnehmen. Der derzeitige Status quo ist höchst unerfreulich. Denn die Sommerpause zeigt, dass der Einfluss der Politik gnadenlos überschätzt wird. Es herrscht eine gefühlte Aufbruchstimmung einerseits und eine Abkehr vom Politischen andererseits. Land und Gesellschaft haben sich von der Bundesregierung entkoppelt. 17 Neuanfänge verpufften, weil schon die Altanfänge substanzlos waren. Von einem Vertrauensverlust zu sprechen, wäre übertrieben. Das Vertrauen hatte diese Regierung von Anfang an nicht. Was sehr für die Durchschnittsintelligenz des deutschen Wählers spricht.

So ein enormes Vertrauensvakuum in der Republik ward bisher noch nie gesehen. Dieses Problem ist dennoch schnell lösbar. Man müsste einfach mal die Schleusen öffnen und Hinz und Kunz (respektive Mahmut und Jaroslav) aus dem Ausland hereinlassen. Zumindest suggeriert dies eine interessante, wenn nicht gar obskure Allensbach-Umfrage. Die besagt nämlich, dass das Vertrauen in die Parteien und in die Bundesregierung unter den sogenannten Migranten eklatant höher ist als unter den Deutschen. Je höher der Ausländeranteil, umso eher ist ein Wohlfühlklima für die Regierung möglich. Was wiederum ohne Umschweife die Erklärung dafür sein könnte, dass die SPD die Rente mit 67 für eine Schnapsidee aus dem Reich der Teilzeit-Neoliberalen à la Schröder hält. Selbst die SPD weiß: Nur Ausländer, die Arbeit und daraus folgend ein vernünftiges Einkommen haben, werden die Regierung schätzen. Und der Deutsche wird auch schnell frohlocken und die Regierung loben, wenn er statt mit 67 doch schon mit Anfang 50 in die Rente gehen kann. Das an sich ist nicht unredlich oder gar unmöglich. Siehe Telekom.

Wie reagiert die Bundesregierung auf diesen SPD-Vorstoß? Gänzlich falsch, weil sie ihn als Hirngespinst abtut. Damit tritt sie Volkes Empfindungen wieder mal mit den Füßen. Womit sie erst recht untragbar wird für die deutschgeborenen Insassen Deutschlands. Und damit den Weg ebnet für immer radikalere Forderungen aus der Bevölkerung.

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Praktikabel und verständlich ist somit der mittlerweile weit verbreitete Wunsch, die nachträgliche Sicherungsverwahrung erst mal an Merkel & Co ausgiebig zu testen. Die Haltung im Lande ist offensichtlich: Auch wenn die Regierung nicht bewusst gegen das Volk regiert, agiert sie nervtötend. Also wegsperren, bevor richtiger Mist gebaut wird. Kausal verständlich, aber dennoch unschön. Die Spitzenpolitik müsste daher einfach mal den Spieß umdrehen und mehr Einblick gewähren in ihren Alltag abseits der faulen Kompromisse im politischen Betrieb. Statt beispielsweise ganz aktuell Google mit seinem Projekt Street View zu bekämpfen, müsste die Regierung ihr Heil in diesem Prinzip suchen. Eine Art Politiker View, damit der ganz normale Bürger endlich mal kapiert, dass der Politiker auch ein ganz normaler Bürger ist. Es muss ja nicht rund um die Uhr sein. Es würde schon reichen, wenn täglich 20 bis 23 Uhr ein Google-Team mit Kamera den Kabinettsmitgliedern einen Besuch abstattet und die Bilder dann ins Netz stellt: Westerwelle schaut mit glasigen Augen Big Brother auf RTL 2. Leutheusers Schnarre schreibt Wut-SMS an Seehofer. Der Baron gewinnt auf der Playstation den Krieg gegen die Taliban. Ramsauer jubelt innerlich, weil er beim Wetterbericht keine einzige Aschewolke entdeckt. Solche Bilder würden die Häme aus dem Volk schnell in Mitleid drehen. Wenn die Leistungsträger der Gesellschaft endlich mal erkennen, dass Politiker lediglich die erfolglose Variante des engagierten Bürgers sind, wäre schon viel passiert. Deutschland kann stolz darauf sein, die Politik aus der Realität raushalten zu können.

Dabei wäre es eigentlich der Job der Kanzlerin, Schaden vom Volk abzuhalten. Frau Merkel wandert aber lieber mit Reinhold Messner. Der Yeti war nicht dabei. Er hatte wohl Besseres zu tun.


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