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Unterwegs mit Christian Wulff: Der kleinste gemeinsame Nenner

Er möchte so gerne Bundespräsident werden. Und er ist soooo nett. Und er kann sich so gut anpassen. Und er lächelt auch immer. Aber manchmal entgleitet ihm ein Satz. On tour mit Christian Wulff.

Von Christoph Cöln

Auf der Nordsee peitscht der Wind bei Stärke acht. Christian Wulff steht auf der Brücke eines riesigen Containerschiffs, das Steuer in der Hand. Er versucht ein Manöver nach rechts. "Was ist das Weiße da vorne?", fragt er erschrocken. Kapitän Jan Beeckmann kann sich ein Lachen nicht verkneifen: "Das ist die Gorch Fock, die sollten wir besser nicht rammen."

Wulff, der Ministerpräsident, und Beeckmann, der Seemann, stehen in einem der modernsten Schiffssimulatoren Europas. Er gehört der Reederei NSB in Buxtehude. Wulff besucht die Firma im Rahmen seiner viertägigen Sommerreise durch Niedersachsen. Es ist vermutlich seine letzte als Landesvater, schon bald könnte er als Bundespräsident ins Schloss Bellevue umziehen. Wenn am 30. Mai alles nach Plan läuft. Und aller Voraussicht nach wird es das. Wulff könnte also ganz gelassen das Land bereisen, das er seit sieben Jahren regiert, wo ihn die Menschen mögen und wo er großen Rückhalt genießt. Er könnte schon mal üben, wie es wäre als oberster Repräsentant, als Mann zum Anfassen, als der Bürgerpräsident, der er gerne sein möchte.

Ein Meister der Anpassung

Bei NSB fällt ihm das leicht. Helmut Ponath, der Chef der Reederei, bescheinigt Wulff bei der Begrüßung, er sei falsch angezogen. Es ist ziemlich heiß an diesem Tag, Ponath trägt das Hemd offen. "Das haben wir gleich", sagt Wulff, legt kurzerhand seine Krawatte ab und öffnet sein Hemd. Damit bricht er das Eis. Das ist seine große Stärke: Anpassung. Hier das offene Hemd, dort der elitäre Talk mit Spitzenmanagern, gleich das leutselige Gespräch in einer historischen Bimmelbahn, Schnittchen und Filterkaffee inklusive. Wulff arbeitet sich geduldig durch den dichten Terminplan. Er ist gut darin, sich in die jeweilige Situation einzufinden. Aber seine Sachlichkeit wirkt manchmal befremdlich.

Ortstermin Elsfleth, Unterweser: Weil der Landrat eine Baugenehmigung verweigert, drohen 150 Mitarbeiter eines Elsflether Modehauses ihren Job zu verlieren. Sie haben sich zu einem spontanen Protestzug aufgestellt. Etwas gequält sagt Wulff, dass es sich bei dem Problem nun mal um eine kommunale Sache handele. Daraufhin überreicht ihm eine Demonstrantin den Ausdruck eines CDU-Wahlplakats, darauf abgebildet ist Wulff - mit dem Slogan: "Zukunftsland Niedersachsen. Arbeitsplätze schaffen und sichern." Der Ministerpräsident nimmt es, bedankt sich umständlich dafür, dass die Leute hier so toll für ihre Jobs kämpfen, und geht weiter. Der Nächste, bitte.

Steuer und Kompass

Das Amt, für das Wulff sich bewirbt, ist derzeit kein Traumjob. Seit Horst Köhler es gekränkt zurückgegeben hat, ist die Republik irritiert, das Vertrauen in die politische Klasse ist noch weiter gesunken. Vom neuen Bundespräsidenten werden Verlässlichkeit, Charakterstärke und Orientierung erwartet. Fast scheint es, als wolle Wulff dieses Anforderungsprofil im Simulator testen. Kapitän Beeckmann füttert den Computer jetzt mit einer schwierigeren Aufgabe: Einfahrt in den Hamburger Hafen, enge Fahrrinne, viel Verkehr. "Wissen Sie, was mich stört?", fragt Wulff, "dass mein Steuer und mein Kompass nicht zusammenpassen." Prompt fährt er den Tanker an die Wand.

Steuer und Kompass, bei Christian Wulff sind das völlig verschiedene Instrumente. Auf dieser Reise, das ist immer wieder zu spüren, steuert er als Ministerpräsident durchs Land, dabei zeigt sein Kompass doch klar Richtung Berlin. Er spricht gerne und ausdauernd über Landespolitik, erklärt Verkehrsprojekte und energiewirtschaftliche Infrastrukturen. Und egal, wo er hinkommt zwischen Aurich und Vechta, bevor er wieder geht, lässt er noch Geschenke da, Kochbücher, Fresskörbe oder reflektierende Klettverschlüsse, damit die Kinder sicher durch den Straßenverkehr kommen. Ein Pragmatiker, ein gewiefter Landesregent, sicher, aber kein Visionär. Während Joachim Gauck staatstragende Sätze unters Volk streut, verschenkt Wulff Kochbücher.

Der kleinste gemeinsame Nenner

Es wäre verwegen, Wulff einen natürlichen Kandidaten zu nennen. Auf die Frage, was ihn eigentlich für das Amt des Bundespräsidenten auszeichnet, sagt er: "Ich glaube, dass ich es kann." Kurze Pause. "Und ich traue es mir zu." So spricht kein mitreißender Neuerer. Charisma sucht man bei ihm vergeblich. Er weiß das. Deshalb gibt er sich lieber zupackend. "Einer muss sich eben auch mal hinstellen und Verantwortung übernehmen." Einer aus der Politik. Wulff ist derjenige, auf den sich die zerstrittenen Fraktionen von CDU/CSU und FDP einigen konnten. Der kleinste gemeinsame Nenner der Regierung Merkel. Mit ihm hat die Kanzlerin der Mitte nun den Kandidaten der Mitte.

Die Menschen am Rande seiner Auftritte sehen es skeptisch, dass da ein langjähriger Berufspolitiker nun als moralische Instanz, als Aufrüttler und Mahner ins höchste Staatsamt kommen soll. Sie wünschen sich, Wulff möge lieber in Hannover bleiben. Kann er denn auch Bundespräsident? Ja, schon. Wen würden sie wählen? Gauck. "Der hat einfach mehr Erfahrung, der Wulff ist doch zu nah an der Macht und außerdem noch so jung", sagt Rieke Thomsen aus Buxtehude. Wulff wäre der jüngste Bundespräsident in der Geschichte der Republik. Viele halten das für einen Nachteil, er selber sieht es als Plus. Deswegen sagt er Sätze wie diesen: "Ich möchte zeigen, dass ein Bundespräsident auch mal zum Public Viewing gehen kann."

Das Spiel gegen Ghana

Wie das aussieht, ist am Abend des WM-Spiels Deutschland gegen Ghana zu besichtigen. Kaum, dass ein deutscher Spieler mal in die Nähe des gegnerischen Tores kommt, springen ein Dutzend Fotografen in Position, die Lichter der Kameras gehen an, alle hoffen auf eine emotionale Reaktion Wulffs. Doch der bleibt stoisch, selbst bei Özils Tor zum entscheidenden 1:0. Beim Schlusspfiff schmeißt er endlich die Hände in die Luft, ein kleiner Jubel, nicht wirklich euphorisch, eher eine Konzessionsentscheidung. Später wird er sagen, er habe das für die Kameras gemacht, er wisse ja, welche Bilder die Medien brauchen.

Überhaupt, der Umgang mit den Medien. Wulff ist sich bewusst, dass alles, was er sagt und tut, plötzlich enormes Gewicht hat. Aber er kann damit noch nicht umgehen. Immer wieder stolpert er zwischen der Rolle des Ministerpräsidenten und der des Bundespatrons. Jeder Satz von ihm, jedes Bild mit ihm trägt die Bürde seiner Kandidatur. "Das war sicherlich kein schönes Spiel", sagt er nach dem Deutschlandkick, "das Zusammenspiel hat nicht geklappt, aber Hauptsache, das Ergebnis stimmt." Und an die Journalisten gewandt: Das solle man jetzt aber bitte nicht auf die Performance der Bundesregierung beziehen.

Ein Shanty zum Schluss

Am Tag danach ist Wulff in Elsfleth, Besuch des Schifffahrtsmuseums. Dort singt ihm die Seemannsgruppe Crossover einen Shanty. Der Frontmann im blauen Fischerhemd erklärt ihm, dass die Shantys beim Einholen der Schiffstaue der Mannschaft den Rhythmus vorgaben. "Dann sollte die Bundesregierung vielleicht auch mal einen singen", sagt Wulff. Es ist ihm wohl so rausgerutscht.

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?