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Ursula von der Leyen: Das Kreuz mit der Erziehung

Ursula von der Leyens "Bündnis für Erziehung" steht schon vor der Vorstellung in der Kritik. Juden und Moslems bemängeln, dass sich das Kindergartenkonzept zu sehr an christlichen Werten orientiere. Die Bundesfamilienministerin nimmt ihr Bündnis in Schutz.

Noch bevor Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen am Donnerstagmittag ihr "Bündnis für Erziehung" offiziell vorstellt, hagelt es Kritik an der Verknüpfung von Pädagogik und den christlichen Kirchen. Jüdische und muslimische Verbände kritisierten die Nicht-Einladung, weil die verfolgte Wertevermittlung nicht exklusiv christlich sei.

Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, sagte der "Abendzeitung", es sei "ziemlich schmerzlich", dass er keine Einladung erhalten habe. Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann sagte dagegen, das Bündnis sei kein exklusiver Club, aber bisher gebe es schließlich kaum Kindertagesstätten anderer Religionsgemeinschaften.

Ähnlich verteidigte jetzt von der Leyen ihr Vorgehen. Das Bündnis sei nur der Anfang, sagte sie im WDR. Langfristig seien auch Vertreter anderer Religionsgemeinschaften eingeladen. Den Vorwurf, dies sei eine Einladung zweiter Klasse, wies sie zurück: Man wolle auf einer vorhandenen Struktur aufbauen, so die CDU-Politikerin.

Von der Leyen sagte weiter, dass die beiden großen Kirchen viel Erfahrung bei der Kindererziehung hätten. So stellten sie rund 72 Prozent aller Kindergartenplätze bei den freien Trägern. In Westdeutschland seien es sogar die Hälfte aller Kindergartenplätze. So erreiche man "viele, viele Eltern und Kinder".

Die Ministerin glaubt zudem, dass viele Eltern muslimischen Glaubens ihre Kinder bewusst in christliche Kindergärten gäben, "weil sie sagen: Da wird wenigstens über Religion gesprochen." Von der Leyen will das Bündnis in Berlin gemeinsam mit der Landesbischöfin Käßmann und dem Berliner Erzbischof Georg Sterzinsky vorstellen.

AP / AP