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Verbalattacke gegen Bischof: Minister Renner tritt zurück

Zwei Monate vor der Landtagswahl hat der baden-württembergische Sozialminister Renner seinen Rücktritt erklärt. Damit zog er die Konsequenzen aus seiner Verbalattacke gegen den katholischen Bischof Fürst.

Der CDU-Politiker sagte am Freitagabend in Stuttgart, er gehe "erhobenen Hauptes", um Schaden von der Landesregierung abzuwenden. Renners Nachfolgerin wird die Kultusstaatssekretärin Monika Stolz (CDU). Das Präsidium der baden-württembergischen CDU hatte sich in einer telefonischen Schaltkonferenz zunächst hinter Renner gestellt und signalisiert, dass er im Amt bleiben könne.

Im Streit mit führenden Kirchenvertretern über seine Schirmherrschaft für die Schwulenparade "Christopher Street Day" vor einem halben Jahr soll Renner zu Fürst gesagt haben: "Halten Sie sich da raus. Fangen Sie doch erst einmal damit an, Kinder zu zeugen." Der Minister bestätigte den Disput, erklärte aber, er habe lediglich gesagt: "Dann lassen Sie erst mal zu, dass Priester Kinder zeugen."

Am Freitagnachmittag entschuldigte sich Renner bei dem Bischof von Rottenburg-Stuttgart für seine Äußerung vom Sommer 2005. Das Verhältnis zwischen der Diözese Rottenburg-Stuttgart und der Landesregierung sowie zwischen Fürst und Renner sei unbelastet, teilten Renner, Fürst und Oettinger nach einem klärenden Gespräch in Stuttgart mit. Einer weiterhin vertrauensvollen Zusammenarbeit stehe nichts im Wege. Bei einer Pressekonferenz am Abend gab Oettinger dennoch den Rücktritt Renners bekannt.

AP/DPA