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Verteidigungsministerium Zukunft von Standort Bonn steht zur Debatte


Verteidigungsminister Thomas de Maizière wird sein Ministerium im Zuge der Bundeswehrreform deutlich verkleinern. Ein Komplettumzug von Bonn nach Berlin steht dabei zur Debatte, doch den Mitarbeitern geht das zu schnell.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière ist mit Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch zusammengetroffen, um über die Zukunft des Ministeriums auf der Bonner Hardthöhe zu sprechen. Im Zuge der Bundeswehrreform soll das Ministerium deutlich verkleinert werden. De Maizière hatte bei der Vorstellung seines Reformkonzepts Sympathien für einen Komplettumzug des Ministeriums nach Berlin erkennen lassen. Eine endgültige Entscheidung soll im Herbst fallen.

Bonner Beschäftigte des Verteidigungsministeriums fordern derweil von Kanzlerin Angela Merkel, die Umzugspläne von Verteidigungsminister Thomas de Maizière (beide CDU) zu bremsen. "Wenn Sie dieser Regelung zustimmen würden, gäbe es einen sogenannten "Rutschbahneffekt" aller Ministerien von Bonn nach Berlin", warnt der Personalrat beim Verteidigungsministerium nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (Mittwoch) in einem Brief an Merkel.

Die Mitarbeiter am ersten Dienstsitz Bonn seien "stark verunsichert" und "in ihrem Vertrauen enttäuscht", zitiert das Blatt aus dem ihm vorliegenden Schreiben. Trotz aller Beteuerungen der Bundesregierung, dass das Berlin-Bonn-Gesetz nicht angefasst werde, "sollen offensichtlich Fakten geschaffen werden".

Dem Schreiben zufolge habe der Minister die Beschäftigten auf Personalversammlungen im Juni über seine Reformpläne für das Ministerium informiert. Dabei habe er angekündigt, dass das Ministerium ab März 2012 seine neuen Strukturen einnehmen solle und er bei diesem Schritt "möglichst viele" Mitarbeiter aus Bonn nach Berlin holen wolle. Insgesamt will de Maizière sein Ressort von aktuell rund 3200 auf 2000 Beschäftigte verkleinern. Derzeit arbeiten noch rund 2700 zivile Mitarbeiter und Soldaten am Dienstsitz Bonn.

Die Personalräte machen laut "Financial Times Deutschland" klar, dass es ihnen grundsätzlich nicht um eine komplette Blockade des Umzugs gehe, sondern um das Tempo. Eine "ausreichend lange Übergangsfrist" würde es erlauben, für jene Mitarbeiter, die nicht mit nach Berlin möchten, einen "angemessenen Dienstposten" im Großraum Bonn zu finden.

DPA DPA

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