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Video: Merkel-Beschimpfung Heidenau "Du blöde Schlampe, zeig dein hässliches Gesicht!"


Ein erschreckendes Facebook-Video zeigt, wie vulgär die rechten Flüchtlingsgegner beim Besuch der Kanzlerin in Heidenau protestierten. Gegen eine besonders lautstarke Demonstrantin ermittelt jetzt die Polizei.

Am Mittwoch reiste Bundeskanzlerin Angela Merkel in das Flüchtlingslager im sächsischen Heidenau. Ihr Besuch wurde von einem Hupkonzert, Pfiffen und lauten Rufen rechter Gruppen begleitet. Ein Lokalreporter, der sonst auf dem Facebook-Portal "Blaulichtreporter Erzgebirge" über die Region berichtet, war mit seiner Kamera vor Ort.

Sein auf Facebook veröffentlichter Clip zeigt die Szene, in der Merkel den ehemaligen Baumarkt verlässt und die aufgebrachten Rechtsextremen hinter Absperrbändern hysterisch zu brüllen beginnen - so hysterisch, schrill, einsilbig und beleidigend, dass einem beim Zusehen schlecht wird.

... mir fehlen die Worte ...

Posted by Daniel Unger on Mittwoch, 26. August 2015

Am lautesten ist in dem eine Minute 39 Sekunden langen Clip eine Frau zu hören, die mit beschränktem Vokabular ihre Wut gegen die angebliche "Volksverräterin" Merkel ausdrückt: "Dort unten ist sie! Volksverräterin! Du blöde Schlampe, zeig dein hässliches Gesicht! … Du elende Fotze!" Auf den letzten Szenen sind hochgestreckte Mittelfinger zu sehen.

Verdächtige Demonstrantin

Die "Bild-Zeitung" mutmaßt auf ihrer Website, dass die beleidigenden und rechtswidrigen Rufe von jener Frau stammen, die bei den Protesten fotografiert wurde, während sie ein Schild mit der Aufschrift "Volksverräterin" hochhält. Thomas Geithner, Sprecher der Polizeidirektion Dresden, konnte dies auf Anfrage des stern aber nicht bestätigen. "Wir wissen nicht, ob es sich dabei um die gleiche Person handelt. Wir ermitteln derzeit wegen Verunglimpung eines Verfassungsorganes gegen unbekannt." Meldungen, wonach der Kameramann des Videos die Frau identifiziert habe und die Stimme auf dem Video auch zu der Frau auf dem Foto gehöre, kommentierte der Sprecher mit "Wir prüfen das".

Das Video verbreitete sich rasch über die sozialen Netzwerke. Nicht die Bilder sind es, die erschrecken, sondern der blanke, hörbare Hass. Selbst der Urheber ist sprachlos, er kommentiert sein Video auf Facebook mit "Mir fehlen die Worte".

 

jho

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