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Westerwelle: Stoiber ist der Leichtmatrose!

Edmund Stoibers Kritiker nutzen seinen Rückzug aus Berlin, um alte Rechnungen zu begleichen. Allen voran: FDP-Chef Guido Westerwelle.

FDP-Chef Guido Westerwelle hat CSU-Chef Edmund Stoiber wegen seines Rückzugs aus Berlin mit dem früheren SPD-Chef Oskar Lafontaine verglichen. Stoiber verhalte sich "mit seiner Flucht aus der Verantwortung faktisch so wie einst Oskar Lafontaine", sagte Westerwelle dem "Westfalen-Blatt". Westerwelle sagte, wenn man "einen Wählerauftrag bekommen hat, sich sein Ministerium genehm zusammengeschneidert hat und dann plötzlich Reißaus nimmt in die überschaubaren Gefilde einer Staatskanzlei, dann ist das eine Flucht aus der Verantwortung, die ich nicht für möglich gehalten hätte".

Es sei das erste Mal, dass ein CSU-Vorsitzender sein Schicksal an einen SPD-Vorsitzenden geknüpft habe. "Ich frage mich und darf das Wort von Herrn Stoiber aus dem letzten Sommer einmal aufnehmen: Wer ist hier der Leichtmatrose?", sagte der FDP-Vorsitzende.

"Stoiber war eine Belastung"

Auch der sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) hat CSU-Chef Edmund Stoiber scharf kritisiert. "Edmund Stoiber war in Berlin eine Belastung", sagte Milbradt der "Passauer Neuen Presse". In Zeiten, in denen das Gebot der Stunde die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sei, habe Stoiber alle mit Referatsaufteilungen und Kompetenzstreitigkeiten aufgehalten, um schließlich "April, April" zu rufen. "Das geht nicht", sagte Milbradt. Der bayerische Ministerpräsident hatte am Dienstag seien Verzicht auf ein Ministeramt in Berlin erklärt.

Nach Milbradts Überzeugung ist die Ausgangslage für die Union nach Franz Münteferings Rückzug von der SPD-Spitze besser als vorher: "Der Sturz von Müntefering stellt die SPD vor die Notwendigkeit, in den Koalitionsverhandlungen noch mehr Kröten zu schlucken", sagte er.

AP/DPA / AP / DPA