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Mannheim: Grünen-Politiker tot am Rheinufer aufgefunden

Der Mannheimer Grünen-Politiker Wolfgang Raufelder ist tot. Er wurde am Rheinufer leblos aufgefunden. Angehörige, Weggefährten und politische Freunde reagierten entsetzt. 

Wolfgang Raufelder vor der OB-Wahl in Mannheim im Jahr 2007

Tot aufgefunden: Grünen-Politiker Wolfgang Raufelder

Es war ein grausiger Fund, den ein Spaziergänger am Morgen im badischen Brühl, unweit von Mannheim, machen musste. Am Rheinufer lag ein noch brennender lebloser Körper. Rasch herbeigerufene Helfer konnten nur noch den Tod feststellen. Wie sich später herausstellte, handelte sich um den Mannheimer Politiker Wolfgang Raufelder. Jedenfalls hat die Polizei daran keinen Zweifel, wenngleich sie in einer Mitteilung darauf hinweist, dass das Ergebnis einer DNA-Analyse noch aussteht.

Der 59-Jährige gehörte der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag von Baden-Württemberg an. Die persönlichen Seiten des gebürtigen Mannheimers im Internet-Auftritt des Stuttgarter Landtags wurden inzwischen gesperrt. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, fand sich unweit des Fundorts der Leiche auch Raufelders Wagen. Trotz der ungewöhnlichen Umstände des Todes schließt die Polizei aufgrund ihrer Ermittlungen und nach einer Obduktion der Leiche in der Heidelberger Rechtsmedizin ein Fremdverschulden aus. Die Indizien deuten bisher auf einen Suizid.

"Wir sind alle sehr traurig"

Wolfgang Raufelder hinterlässt eine Ehefrau, einen Sohn und eine Tochter. Seit 2011 war er in der Landespolitik aktiv, engagierte sich vor allem in der Verkehrs- und Umweltpolitik und gewann bei der Landtagswahl vor fünf Jahren sogar das Direktmandat in seinem Wahlkreis Mannheim II. Zuvor war er zwölf Jahre in der Kommunal- und Regionalpolitik für die Grünen aktiv gewesen.

Politische Weggefährten und Freunde reagierten fassunglos. "Ich bin bestürzt", sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann, "wir sind alle sehr traurig. Wolfgang Raufelder war ein ruhiger, , besonnener, tüchtiger, über alle Parteigrenzen hinweg angesehener Politiker", würdigte er seinen Fraktionskollegen. Weggefährten, die Raufelder näher kannten reagierten bestürzt: "Ich bin furchtbar betroffen", sagte die SPD-Politikerin Helene Heberer dem "Mannheimer Morgen", "Wolfgang Raufelder und ich sind viele Jahre lang gemeinsam von Mannheim nach Stuttgart in den Landtag gefahren und haben dort kameradschaftlich zusammengearbeitet."

Missglückte Knie-Operation

Offenbar kommt der Tod Wolfang Raufelders für alle, die ihn kannten, "völlig überraschend", wie es Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz formulierte. Einzig eine angeblich missglückte Knie-Operation vor einigen Jahren machte Raufelder zunehmend zu schaffen; er soll zuletzt nicht mehr vollständig mobil gewesen sein sowie mehr und mehr unter gesundheitlichen Problemen gelitten haben. Dass der Politiker damit nicht mehr klar gekommen sei, ist allerdings nicht mehr als Spekulation.


Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.