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Einmischung in laufendes Verfahren: Fall Gina-Lisa: Schäuble legt Justizminister Maas Rücktritt nahe

Weil Heiko Maas sich in den Strafprozess gegen Gina-Lisa Lohfink eingemischt habe, sei ein Rücktritt angebracht, findet Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Ein "anständiger" Minister würde das zumindest tun.

Wolfgang Schäuble und Heiko Maas

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (l.) hält das Verhalten von Bundesjustizminister Heiko Maas im Fall Gina-Lisa für problematisch

Weil sich Heiko Maas (SPD) in den Augen Wolfgang Schäubles in das Strafverfahren um Gina-Lisa Lohfink eingemischt hat, hat der CDU-Mann dem Justizminister einen Rücktritt nahegelegt. Maas habe sich im Juni mit Äußerungen zum Sexualrecht das laufende Verfahren des Models eingebracht, rügte Schäuble nach einem "Focus"-Bericht am vergangenen Montag im CDU-Präsidium. Das Nachrichtenmagazin zitierte ihn unter Berufung auf Teilnehmer mit dem Satz: "Ein anständiger Minister müsste da zurücktreten."


Heiko Maas sprach sich für härteres Sexualstrafrecht aus

Maas hatte sich in zeitlichem Zusammenhang zum Fall Lohfink für ein härteres Sexualstrafrecht ausgesprochen. Dabei war nicht ganz klar, ob er sich nur allgemein oder bezogen auf den Fall äußerte. Seine Ministeriumssprecherin erklärte damals, der Minister äußere sich nicht zu Einzelfällen.Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten fand Lohfinks Vergewaltigungs-Anschuldigungen unglaubwürdig: Sie habe zwei Männer zu Unrecht beschuldigt und wissentlich gelogen. Sie wurde am vergangenen Montag zu 20.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Lohfink will in Berufung gehen.


ivi / DPA