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Zusatzbeiträge Erste Kassen verlangen mehr als acht Euro


Die Zusatzbeiträge der Krankenkassen machen bei acht Euro nicht Halt. Erste kleine Kassen berechnen einen Extrabeitrag, der bis auf 37,50 Euro klettern kann. Gesundheitsminister Philipp Rösler erwägt ein Spargesetz und rät zum Kassenwechsel.

Erste Krankenkassen wollen einen Zusatzbetrag von mehr als acht Euro einfordern. "Das ist viel gerechter, denn es enthält eine deutlich soziale Komponente", sagte Willi Tomberge, Vorstandschef der BKK Westfalen-Lippe, der "Bild"-Zeitung. "Die acht Euro zahlen also Student und Unternehmer gleichermaßen, unsere zwölf Euro hingegen werden bei Versicherten, die unter 1200 Euro haben, angepasst", sagte Tomberge. Ein Student mit 500 Euro Einkommen zahle also nur fünf Euro Zusatzbeitrag, was sozialer sei.

Zwei kleinere Kassen langen noch stärker hin. Die BKK Heilberufe mit Sitz in Düsseldorf und die GBK Köln fordern rückwirkend zum 1. Januar den maximal möglichen Zusatzbeitrag. Und der kann bis zu 37,50 Euro betragen. Laut Gesetz darf der Extrabeitrag bei höchstens einem Prozent vom Bruttolohn liegen - bis zu einer Bemessungsgrenze von 3750 Euro. Die Chefs der beiden kleinen Kassen bestätigten der "Rheinischen Post" ihre Pläne.

Zusatzbeiträge müssen Kassen erheben, die mit dem Geld aus dem Gesundheitsfonds nicht auskommen. Prognosen zufolge fehlen der gesamten gesetzlichen Krankenversicherung trotz Steuerzuschüssen in diesem Jahr rund vier Milliarden Euro. Die ersten Kassen starten in diesem Monat mit einem pauschalen Zusatzbeitrag von acht Euro zusätzlich zu dem geltenden Regelbeitragssatz von 14,9 Prozent. Während eine Pauschale von acht Euro ohne Einkommensprüfung erhoben werden kann, ist bei allen höheren Beträgen eine Prüfung notwendig.

Rösler will Spargesetz und empfiehlt Kassenwechsel

Unterdessen will Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) in Gesprächen mit Kassenvertretern über mögliche Spargesetze beraten. "Der Schwerpunkt muss dabei aus meiner Sicht auf strukturellen Veränderungen liegen", heißt es in einem Brief Röslers an die Koalitionsabgeordneten. Je schneller funktionierender Wettbewerb geschaffen werde, desto eher könnten Reserven geschaffen werden.

Die Versicherten rief Rösler zum Kassenwechsel auf. "Jetzt schon haben genügend Krankenkassen angekündigt, in diesem Jahr keinen Zusatzbeitrag zu nehmen. Also lohnt sich ein solcher Wechsel in jedem Fall", sagte er in Berlin.

AFP/ben AFP

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