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Zwickauer Terrortrio: Spur der Neonazis könnte auch ins Saarland führen

Ist das ein weiteres Puzzleteil im Rätsel um das Thüringer Terrortrio? Laut eines Medienberichts gibt es Hinweise, dass Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe in Zusammenhang mit einer Serie Brandanschlägen von im Saarland stehen könnten. Und auch zum Bombenanschlag auf die Wehrmachtsausstellung deutet sich eine Verbindung an.

Zwischen der rechtsextremen Terrorgruppe aus Zwickau und Anschlägen im Saarland gibt es einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge möglicherweise einen Zusammenhang. Nach Informationen des Blattes könnte das Trio mit dem Bombenanschlag auf die Wehrmachtsausstellung in Saarbrücken und einer Serie von Brandstiftungen im saarländischen Völklingen zu tun haben.

Eine türkische Einrichtung in Völklingen habe die zwölfte DVD erhalten, die Beate Zschäpe am 4. November verschickt haben soll, heißt es in dem Bericht. Die zehn Brandstiftungen zwischen 2006 und dem 3. September 2011 in Völklingen richteten sich gegen Gebäude, in denen vor allem türkischstämmige Einwanderer, aber auch Araber und Schwarzafrikaner lebten. Bei den Bränden wurden 20 Personen verletzt.

In allen Fällen wurden die Ermittlungen eingestellt, die Polizei hatte nach eigenen Angaben keine Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund. Völklingen gilt seit Jahren als eine Hochburg der rechtsextremen NPD. Sie sitzt dort im Stadtrat

Hinweise auf ostdeutschen Verfasser des Drohschreibens

Außerdem hätten sich in einem Drohschreiben, das nach dem Bombenanschlag auf die Wehrmachtsausstellung in Saarbrücken 1999 bei den Behörden einging, Hinweise gefunden, die auf einen ostdeutschen Verfasser deuteten. So tauche in dem Schreiben die Abkürzung "O.U." auf, die für "Ortsunterkunft" steht. Dieses Wort habe die Volkspolizei in der DDR, aber auch die Wehrmacht, benutzt. Zudem will ein Augenzeuge zwei Männer und eine Frau im Alter zwischen 20 und 25 Jahren beobachtet haben, die sich mit dem Anschlag brüsteten.

Ein türkisches Brandopfer habe den Behörden einseitige Ermittlung vorgeworfen. Nun sollen die Fälle noch einmal überprüft werden. Auch ein mögliches Fehlverhalten der Polizei soll dabei untersucht werden. Der saarländische Generalstaatsanwalt Ralf-Dieter Sahm sagte der "FAZ", dass ein "rechtsextremer Hintergrund nicht auszuschließen, sondern eher wahrscheinlich" sei. Bei der Aufklärung werde man auch dem Verfassungsschutz die "eine oder andere Frage stellen".

swd/DPA / DPA