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Trump-TV auf Facebook Donald Trump verbreitet nun "Real News" - zumindest glaubt er das

Fake News? Donald Trump präsentiert nun "Real News" - zumindest glaubt er das
Die "Real News" dürften US-Präsident Donald Trump erfreuen - immerhin fehlt von Kritik jede Spur.
© Susan Walsh/AP/DPA
Um die Glaubwürdigkeit von Donald Trump ist es nicht gut bestellt. Nun wollen Anhänger des US-Präsidenten wohl mit dem Facebook-Format "Real News" dagegenhalten. Von Nachrichten kann aber kaum die Rede sein.

Der US-Präsident wirft kritischen Medien gerne die Verbreitung angeblicher "Fake News" vor - doch umgekehrt zweifeln drei Viertel der Amerikaner am Wahrheitsgehalt seiner eigenen Aussagen. Fast jeder dritte glaubt sogar "überhaupt nichts" aus dem Weißen Haus unter Trump. Ja, um die Glaubwürdigkeit von Donald Trump ist es laut einer CNN-Umfrage nicht gut bestellt. 

Um das Image ihres Präsidenten wieder aufzupolieren, hat sich ein Wahlkampfteam von Trump - wohl auch mit Hinblick auf die Wahlen im Jahr 2020 - etwas ausgedacht: "Real News", also echte Nachrichten und Neuigkeiten. 

Dabei handelt es sich offenbar um ein Video-Nachrichtenformat, das ausschließlich und regelmäßig auf Facebook gezeigt werden soll. Bislang gibt es zwei Ausgaben, beide wurden jeweils mit "Real News" betitelt - und durch den Hinweis "Paid for by Donald J. Trump for President, Inc." (ein Wahlkampf-Komitee Trumps) versehen. Trump selbst hat die Beiträge über das soziale Netzwerk geteilt (hier und hier). Kein Wunder: Die Videos kommen viel mehr wie eine Dauerwerbesendung für den US-Präsidenten daher als "echte Nachrichten".

"Real News" oder: Donald Trumps Erfolge

Moderatorin der ersten Ausgabe ist Trumps Schwiegertochter Lara, ehemalige TV-Produzentin und Ehefrau seines Sohnes Eric. Die Berichterstattung fällt, wenig überraschend, durchweg positiv aus. Es fallen Sätze wie: "Ich wette Sie haben noch nicht gehört, welche Erfolge der Präsident in der letzten Woche gefeiert hat, weil so viele Fake News im Umlauf sind" oder "Dieser Mann stellt sein Land vor sich selbst - ich bin so stolz darauf". Thematisch geht es etwa um tausende neue "Jobs, Jobs, Jobs" und Börsen-Rekorde seit Trumps Amtszeit. Weitere Nachrichten der Woche - etwa Trumps erneute Obamacare-Schlappe oder die Entlassung von Stabschef Priebus - werden in dem zweieinhalbminütigen Facebook-Clip (vom 30. Juli) nicht gezeigt.

"Die republikanische Botschaft"

Auch in der zweiten Ausgabe vom 6. August muten die "Real News" eher wie Hofberichterstattung an. Obwohl nun ein News-Profi vor der Kamera sitzt: die ehemalige CNN-Kommentatorin Kayleigh McEnany. Erst kurz zuvor verkündete sie ihren Abschied vom Nachrichtensender via Facebook. Sie wurde nun zur neuen Sprecherin der US-Republikaner berufen. Die 29-Jährige werde dazu beitragen, "die republikanische Botschaft" zu verbreiten und US-Präsident Donald Trump zu unterstützen, teilte die Partei am Montag mit. Schon bei CNN ergriff sie immer wieder Partei für Trump, nahm regelmäßig die Pro-Rolle in Diskussionen um den US-Präsidenten ein. 

Nur hat McEnany nicht wirklich viel Neues zu berichten. Es geht wieder um Jobs, den Börsenkurs und Ehrungen für Veteranen. Einen kleinen Unterschied gibt es dann doch: Laut McEnany habe Trump seit Amtsantritt "mehr als eine Million neue Jobs" geschaffen - bei Lara Trump waren es eine Woche zuvor noch 800.000 neue Arbeitsplätze. Offenbar griff die Schwiegertochter des US-Präsidenten auf veraltete Zahlen zurück. Und auch in dieser Folge finden unliebsame Berichte, etwa über die Entlassung von Kommunikationschef Anthony Scaramucci, keine Erwähnung.

In den USA werden die "Real News" von Donald Trump hitzig diskutiert. In einer Diskussionsrunde des Nachrichtensenders MSNBC fallen bereits Reizwörter wie "Fake News" und "Propaganda". Allzu erfreut scheint man über die neuen, zweifelhaften Kollegen nicht zu sein.

fs

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