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Mecklenburg-Vorpommern: Fitness nur für Deutsche – Studio-Betreiber reagieren auf Empörung

Ein Fitnessstudio in Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern schrieb, es werde "keine Mitbürger mit Migrationshintergrund mehr aufnehmen" – zum Schutz vor Terror. Die Betreiber reagieren jetzt auf die Empörungswelle.

Das Güstrower "EasyFitness"-Fitnessstudio erntete nach einem Aushang Kritik und ruderte zurück (Symbolbild)

Das Güstrower "EasyFitness"-Fitnessstudio erntete nach einem Aushang Kritik und ruderte zurück (Symbolbild)

Handgeschrieben in blauer Schriftfarbe steht es auf einer Flipchart:

"Liebe Mitglieder. Aufgrund jüngster Ereignisse (Terrorverdacht + Festnahmen) & zum Schutz unserer Mitglieder werden wir ab SOFORT keine Mitbürger mit Migrationshintergrund mehr aufnehmen. Wir bitten euch um Verständnis. Für Fragen stehen wir euch gerne zur Verfügung. Euer EasyFitness Team"

Ein Foto dieser Ankündigung macht im Internet die Runde, unter anderem teilte es der bekannte Berliner Polizeibeamte Oliver von Dobrowolski auf seinem -Account.

Aushang im Fitnessstudio löste Empörung aus

Der Aushang befand sich in der Güstrower Filiale der Kette EasyFitness, wie das Unternehmen inzwischen bestätigte. Wie zu erwarten, löste die Kundeninformation größtenteils empörte Reaktionen aus.


Doch was steckt hinter dem ausländerfeindlichen Schild? Das Güstrower Unternehmen nahm nach den kritischen Reaktionen auf seiner Facebook-Seite Stellung zu den Rassismusvorwürfen und betonte, dass der Inhalt des Aushangs "nicht die Philosophie" des Fitnesscenters widerspiegele. Man distanziere sich von derartigen Äußerungen und heiße auch in Zukunft alle Menschen herzlich willkommen.

"Misslungener Versuch, Mitglieder zu beruhigen"

Die Unternehmenszentrale in Hannover erklärte, bei dem Plakat handele es sich um den "deutlich misslungenen Versuch, erschrockene und verängstigte Mitglieder zu beruhigen". Hintergrund sei demnach die Ingewahrsamnahme von drei Terrorverdächtigen vom Mittwoch. Einer von ihnen habe am Tag zuvor in der Güstrower Filiale trainiert. Ob es sich bei ihm oder den anderen Männern überhaupt um Menschen mit Migrationshintergrund handelt, ist nicht bekannt.


Die drei Verdächtigen seien inzwischen wieder freigelassen worden, teilte das Amtsgericht mit. Ein Sprecher sagte, es seien gut 13 Stunden vergangen, bis sie vor einen Richter gebracht worden seien – die Frist, die Männer weiter festzuhalten, sei damit weit überschritten gewesen. Landesinnenminister Lorenz Caffier (CDU) hatte nach der Festnahme noch von einem "Schlag gegen islamistischen Terror" gesprochen.

Kritik reißt nicht ab

Nichtsdestotrotz: Auch nach der Stellungnahme von EasyFitness reißt die Kritik an dem Aushang nicht ab. Viele User nehmen dem Unternehmen die Entschuldigung nicht ab und fordern weitere Konsequenzen.

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wue/mit DPA-Material