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Brücke von Arnheim: Operation "Market Garden"

Die Operation "Market Garden" hatte zum Ziel, holländische Rheinbrücken zu erobern, um ins Ruhrgebiet vorstoßen zu können. Nach neun Tagen Widerstand wurden die alliierten Fallschirmjäger bei Arnheim in die Knie gezwungen.

Der Himmel zwischen Arnheim, Nimwegen und Eindhoven war fast völlig bedeckt von den weißen Fallschirmen der 30.000 allierten Soldaten. Zur gleichen Zeit rollten britische Panzer von Belgien aus die Straße entlang, die als die "Straße zur Hölle" in die Geschichte einging. Am 17. September vor 60 Jahren hatten die alliierten Truppen die Absicht, nahe des niederländischen Arnheim das Ende des Zweiten Weltkriegs herbeizuführen.

Mehrere tausend Gäste, unter ihnen Prinz Charles und die niederländische Königin Beatrix, kamen am Sonntag nach Oosterbeek bei Arnheim. Sie nahmen an der Zeremonie teil, bei der amerikanische, britische und polnische Veteranen von der niederländischen Regierung geehrt wurden. Gemeinsam gedachten die ehemaligen Soldaten der fehlgeschlagenen Operation "Market Garden" von 1944.

"Ohne sie wäre ich wahrscheinlich nicht hier"

Schulkinder und deren Familien jubelten den Veteranen zu und legten Blumen auf die Gräber der 1.750 dort bestatteten Gefallenen. "Ich habe großen Respekt und bin dankbar", sagte der elfjährige Schüler Manno Laan, "ohne sie wäre ich wahrscheinlich nicht hier." Prinz Charles und Königin Beatrix legten einen Kranz am Denkmal für die Gefallenen nieder.

Die Operation "Market Garden" hatte zum Ziel, holländische Rheinbrücken zu erobern, um von dort aus ins Ruhrgebiet vorstoßen zu können. Der 101. und der 82. amerikanischen Fallschirmdivision war es kurz zuvor gelungen, mehrere andere Brücken in der Region zu einzunehmen. Die erste britische Luftlandedivision wurde allerdings bei der strategisch entscheidenden Brücke bei Arnheim von einem deutschen Panzerkorps eingekesselt. Eine britische Panzerdivision, die zur Verstärkung anrollen sollte, war bei Eindhoven stecken geblieben.

"Eine Brücke zu weit"

Nach neun Tagen Widerstand wurden die Fallschirmjäger bei Arnheim von deutschen Truppen in die Knie gezwungen. Der Kommandeur der britischen Fallschirmstaffel, General Frederick Browning, soll die Niederlage vorhergesehen haben. Kurz vor Beginn der Operation soll er den legendären Satz gesagt haben, Arnheim könne "eine Brücke zu weit" sein.

Das vom britischen General Bernard Montgomery erdachte Unterfangen brachte 2.900 Soldaten auf alliierter Seite den Tod, mehr als 1.400 von ihnen waren Briten. 6.000 wurden verwundet oder gefangen genommen. Die Niederlage Deutschlands sollte erst acht Monate später besiegelt werden. In der vergangenen Woche waren die Veteranen über die Brücke von Arnheim marschiert, die heute John-Frost-Brücke heißt. Sie wurde benannt nach dem britischen Oberstleutnant, der mit einer Schar von 600 Mann fünf Tage lang an der Brücke durchhielt.

Sprung nach 60 Jahren wiederholt

Der britische Veteran Phil Oades sagte, der Sprung vor 60 Jahren sei ihm wie eine Übung vorgekommen: "Es war wunderbares, sonniges Wetter, alles war friedlich. Es wurde kaum geschossen." Erst nach der Landung sei das Chaos ausgebrochen. Oades musste sich mehrere Tage durch die Wälder schlagen, um die Brücke von Arnheim zu erreichen. Am Samstag wiederholten acht britische Veteranen ihren Fallschirmsprung von 1944.

Toby Sterling/AP / AP