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Podcast "heute wichtig" Letzte Generation: Terroristen oder Klimaschützer?

Aktivisten der Gruppe "Letzte Generation" blockieren eine Kreuzung
"Es geht nicht darum, ob wir Aufmerksamkeit kriegen, sondern ob wir das als Gesellschaft schaffen, diese Klimakrise abzuwenden", sagt Klimaaktivist Theodor Schnarr.
© Swen Pförtner / DPA
"Klima-Kleber" ist noch eine der netteren Bezeichnungen für die Aktivist:innen der "letzten Generation", die sich Tag für Tag an die Straßen der Hauptstadt kleben. Sie halten andere Menschen auf – und bringen sich selbst in Gefahr. Geld- oder sogar Haftstrafen folgen nach jeder Aktion. Warum tun sie das?   

"Ich möchte den Menschen nicht im Weg sitzen, ich möchte nicht nächste Woche wahrscheinlich verurteilt werden, daran habe ich keinen Spaß. Es ist einfach aktuell ein sehr effektives Mittel, diese Spannung zu erzeugen, die wir gerade brauchen. Wir als Gesellschaft dürfen das nicht mehr ignorieren, wir müssen das ausdiskutieren. Wir sind auf dem Weg in den Kollaps und wir können das aber besser", sagt Theodor Schnarr in der 402. Folge des Podcasts "heute wichtig". Der 31-Jährige ist Sprecher des Bündnisses von Aktivist:innen aus der Umweltschutzbewegung "letzten Generation" und selbst Aktivist.  

Ziele der "letzten Generation"  

Im Gespräch mit "heute wichtig"-Redakteur Dimitri Blinski sagt Theodor Schnarr ganz klar, welche Ziele erfüllt sein müssen, damit seine Organisation aktuell keine Straßenblockaden mehr durchführt: "Ganz konkret sind das im Augenblick zwei Forderungen, die Eine ist ein Tempolimit von 100 Stundenkilometern auf deutschen Autobahnen und die andere Forderung ist die Fortführung des 9-Euro-Tickets." 

"Klima-RAF" 

Neuerdings besetzt die "letzte Generation" auch das Brandenburger Tor und zusammen mit einer anderen Organisation, das Terminal für Privatjets am Flughafen BER. Den Begriff "Klima-RAF" brachte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt in die Debatte ein und Ministerpräsident Markus Söder fordert noch härtere Strafen für die Ungehorsamen. Nur ein kurzer Hinweis: Die RAF, also die Rote-Armee-Fraktion, war eine Terrororganisation, die 30 Menschen getötet hat.  

Manche bezeichnen die Aktivist:innen verniedlichend auch als die "Klima-Kinder". Eines dieser Klima-Kinder ist eben Theodor Schnarr. Eigentlich würde er aktuell an seiner Doktorarbeit schreiben, wäre nicht die, aus seiner Sicht, verfehlte Klimapolitik der Bundesregierung dazwischengekommen. Das hat ihn zum Nachdenken gebracht: Was bringt mir eigentlich mein Doktor-Titel, wenn meine Kinder später kaum zu essen haben und in einer Welt leben, die nicht lebenswert ist? Bei "heute wichtig" sagt er: "Wir müssen diese Krise jetzt anpacken und es darf keinen Weg mehr daran vorbei geben, darüber zu sprechen, wir dürfen das nicht mehr ignorieren. Deswegen sind wir da und deswegen gehen wir auch nicht weg." 

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rw

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