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"heute wichtig" Was die Ampel-Pläne für unseren Geldbeutel bedeuten

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz (vorne) und die Parteispitzen von FDP und Grünen
SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz (vorne) und die Parteispitzen von FDP und Grünen
© Kay Nietfeld / DPA
"Hartz IV" heißt bald Bürgergeld, der Mindestlohn kommt – und unser Rentengeld wird bald am Kapitalmarkt angelegt: Was bedeutet das alles? Bisher können wir das nur aus dem Koalitionsvertrag herauslesen. Und genau diesen analysieren wir mit dem Journalisten Horst von Buttlar. 
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Im Podcast “heute wichtig” analysiert der Chefredakteur von "Capital" und Leiter des Hauptstadtbüros von stern, "Capital" und "Business Punk", Horst von Buttlar, den Koalitionsvertrag und sagt: "Die Rente mit 67 wurde auch nicht angetastet, also Rente mit 70 kommt auch erst mal nicht – das bedeutet erst mal höhere Lasten für die jüngere Generation. Gleichzeitig wollen sie auch, dass der Rentenbeitragssatz, dass der nicht über 20 Prozent steigt. Das heißt, man wird das irgendwann nur über höhere Steuerzuschüsse regeln können."

Horst von Buttlar, Chefredakteur von "Capital" und Leiter des Hauptstadtbüros von stern, "Capital" und "Business Punk"
Horst von Buttlar, Chefredakteur von "Capital" und Leiter des Hauptstadtbüros von stern, "Capital" und "Business Punk"
© Gene Glover

Außerdem gibt's Neuerungen, was das Geld aus dem Rententopf angeht, die Koalition will, "ein Teil des Geldes, (…) zehn Milliarden Euro künftig am Kapitalmarkt anlegen. Da muss man keine Angst haben, dass die Rente deswegen verzockt wird, am Aktienmarkt. Das ist ein kleiner Betrag, also 10 Milliarden ist wirklich wenig, die Rentenversicherung schleust einen dreistelligen Milliardenbetrag durch." Auch Harz IV wird umbenannt in "Bürgergeld". Auch der Mindestlohn soll von jetzt 9,60 Euro auf 12 Euro angehoben werden. "Und das ist für die (Millionen Menschen) eine gute Nachricht. Natürlich hat es auch Auswirkungen auf manche Dienstleistungen, es kann sein, dass sich dann der Haarschnitt beim Friseur verteuert, das wissen wir nicht." 

Michel Abdollahi
© TVNOW / Andreas Friese

Podcast "heute wichtig"

Klar, meinungsstark, auf die 12: "heute wichtig" ist nicht nur ein Nachrichten-Podcast. Wir setzen Themen und stoßen Debatten an – mit Haltung und auch mal unbequem. Dafür sprechen Host Michel Abdollahi und sein Team aus stern- und RTL-Reporter:innen mit den spannendsten Menschen aus Politik, Gesellschaft und Unterhaltung. Sie lassen alle Stimmen zu Wort kommen, die leisen und die lauten. Wer "heute wichtig" hört, startet informiert in den Tag und kann fundiert mitreden.

Koalitionsvertrag bringt wenig Verbesserungen für Menschen mit Behinderung 

Der neue Koalitionsvertrag hat viele Hoffnungen erfüllt – einige aber auch enttäuscht. Darunter auch die Erwartung vieler Menschen mit Behinderung, mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht zu bekommen. Das sagt Luisa L’Audace, Mitbegründerin der Initiative "Angry Cripples", die sich für mehr Rechte und Partizipation behinderter Menschen in Deutschland stark macht. "Der Koalitionsvertrag kratzt für mich ziemlich an der Oberfläche", sagt L’Audace, "unsere Lebensrealität findet sich da eigentlich nicht wirklich wieder."

Luisa L’Audace, Mitbegründerin der Initiative "Angry Cripples"
© Benjamin Jenak / Veto Magazin

Vor allem kritisiert sie, dass Menschen mit Behinderung oft einfach gar nicht gehört würden: "Ich bin immer wieder entsetzt, wenn wir selbst bei Diversitätsdebatten, wo es eigentlich um das Mitdenken marginalisierter Gruppen gehen sollte, keinen Platz am Tisch finden, da unsere Gruppe einfach vergessen wird." Ein weiteres großes Versäumnis: Arbeitsmarktintegration. "Es arbeiten über 300.000 behinderte Menschen in Deutschland in Werkstätten für etwa 1,35 Euro die Stunde, während wir über einen Mindestlohn für alle sprechen." L’Audace sagt, niemand könne von Inklusion reden, solange die Regierung nicht einmal vorhabe, jede behinderte Person die Teilhabe am ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen. 

fs

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