50 Jahre Greenpeace "Wir sind gescheitert. Das muss man so deutlich sagen"

Annemarie Botzki und Thilo Bode
© Max Arens / stern
Zwei Generationen, eine Frage: Wie radikal muss Klimaprotest sein? Darüber diskutieren der frühere Greenpeace-Chef Thilo Bode und Annemarie Botzki von „Extinction Rebellion“.
Von Jan Rosenkranz

Herr Bode, wann haben Sie sich zuletzt ­irgendwo angekettet oder saßen in einer Sitzblockade?

Bode: Oh, das ist wohl schon länger her.

Sind das im Jahr 2020 überhaupt noch zeitgemäße Protestformen?

Bode: Zeitgemäß ist, wenn Sie einen Nerv treffen. Sie können sich am KaDeWe anketten und „Weniger Zucker im Joghurt!“ fordern. Es wird niemanden interessieren. Ketten Sie sich dort an, wo ein Problem sichtbar wird, und sagen: „Ich möchte das aufhalten, ich gehe nicht weg“, kann es eine starke Wirkung erzeugen.

Tilo Bode
© Max Arens/stern

Thilo Bode

Der 73-Jährige gilt als einer der dienstältesten Umweltaktivisten des Landes. Von 1989 bis 1995 war der studierte Soziologe und Volkswirt Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland, danach bis 2001 Chef der internationalen Dachorganisation. Greenpeace-Aktivisten kämpfen seit 1971 weltweit mit oft spektakulären Aktionen gegen die Zerstörung der Natur. Unter dem Eindruck des BSE-Skandals gründete Bode 2002 die Verbraucherschutz­organisation Foodwatch. Bis heute ist er ihr internationaler Direktor.


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