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Nordrhein-Westfalen: Rüttgers vorn, auch bei SPD-Anhängern

Rot in Not: In Nordrhein-Westfalen liegt Ministerpräsident Jürgen Rüttgers bei den Sympathiewerten weit vorn - sogar unter SPD-Anhängern. Das belegt die Forsa-Umfrage des stern. Bundesweit hingegen verliert die Union weiter an Zustimmung.

Von 1966 bis 2005 wurde Nordrhein-Westfalen, das bevölkerungsreichste Bundesland, durchgehend sozialdemokratisch regiert. Dann kam Jürgen Rüttgers (CDU) - und wenn es so weiter geht, wird er die Landtagswahlen 2010 locker gewinnen. Derzeit jedenfalls ist er außerordentlich beliebt. Könnten die Nordrhein-Westfalen ihren Ministerpräsidenten direkt wählen, würden sich 56 Prozent für Rüttgers entscheiden. Die SPD-Kandidatin Hannelore Kraft würden nur 17 Prozent wählen. Das zeigt die jüngste Forsa-Umfrage im Auftrag des stern.

Besonders schwer verdaulich für die SPD: Selbst unter den Anhängern der Sozialdemokraten würde sich eine deutliche Mehrheit für Rüttgers entscheiden (43 Prozent) anstatt für Kraft (34 Prozent). Die SPD-Spitzenfrau kann nicht einmal in ihrer Heimatregion, dem Ruhrgebiet, die Mehrheit der Wähler hinter sich versammeln. Darauf weist Forsa-Chef Manfred Güllner im "Café Einstein", dem Videointerview von stern.de, hin.

NRW-CDU vor Bundes-CDU

Neben hohen Sympathiewerten kann Rüttgers auch eine gute Zustimmung zu seiner Partei verbuchen. Wären jetzt Landtagswahlen, käme die CDU auf 42 Prozent, die FDP würde den Rekordwert von 13 Prozent einfahren, für die Grünen wollen 9 Prozent stimmen, für die Linkspartei 6 Prozent. Und die SPD? Hinge abgeschlagen mit nur 26 Prozent in einem tiefen Loch. "Die NRW-CDU mehr wert als die Bundes-CDU", resümiert Güllner, "und das liegt auch am Ministerpräsidenten. Wir haben in Nordrhein-Westfalen eine Arbeitnehmerschaft, die stark durch den Katholizismus geprägt ist und die schwankt immer. Bis '66 hat sie CDU gewählt, nach '66 SPD und nun wählt sie wieder CDU."

Tatsächlich laufen die Umfragetrends für die CDU in NRW und im Bund entgegengesetzter Richtung. Bundesweit verliert die Union nach der Forsa-Umfrage einen weiteren Prozentpunkt und liegt bei 34 Prozent - sie würde also noch schlechter als bei der Bundestagwahl 2005 abschneiden. Weil die Union so schwach ist, bleibt die FDP weiter stark. Sie kann ihr Rekordhoch von 16 Prozent halten, das sie erstmals in der Vorwoche erreicht hat. Gemeinsam hätten die beiden Parteien 50 Prozent, es würde also für eine schwarz-gelbe Koalition reichen.

Merkel verliert Sympathie

Dass das Vertrauen der Bevölkerung in die Union schwindet, zeigen auch die Antworten auf die Frage, welche Partei die Probleme in Deutschland am besten lösen könne. Nur noch 23 Prozent der Bürger nennen hier die Union – in der Vorwoche waren es noch 26 Prozent. Der SPD trauen das aber nur 8 Prozent zu. Auch Kanzlerin Angela Merkel hat leicht an Sympathie eingebüßt: 49 Prozent würden sie aktuell direkt zur Regierungschefin wählen – in der Woche zuvor waren es noch 51 Prozent. Unverändert 23 Prozent ziehen Frank-Walter Steinmeier, den SPD-Spitzenkandidaten, vor.

Die SPD gewinnt 1 Prozentpunkt hinzu, bleibt aber mit 23 Prozent im Stimmungstief. Die Grünen verbessern sich ebenfalls um 1 Punkt auf 11 Prozent, die Linke verliert 1 Punkt und kommt ebenfalls auf 11 Prozent. Das linke Lager käme somit auf insgesamt 45 Prozent und wäre damit schon rein rechnerisch nicht in der Lage, eine Regierung zu bilden.

uj/lk/mw / print