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stern-Umfrage: Oettinger-Affäre kostet Union Punkte

Die umstrittenen Äußerungen des baden-württembergischen CDU-Ministerpräsidenten Günther Oettinger über seinen Amtsvorgänger Hans Filbinger haben für Empörung gesorgt. Nun wird deutlich, wie sehr sie seiner ganzen Partei schaden.

Die Trauerrede des baden-württembergischen CDU-Ministerpräsidenten Günther Oettinger beim Begräbnis von Hans Filbinger und sein darauffolgender Wankelkurs haben den Höhenflug der Union in der Wählergunst gestoppt. In der wöchentlichen Politumfrage von stern und RTL bricht sie im Vergleich zur Vorwoche um drei Punkte ein und fällt auf 34 Prozent zurück. Die Sozialdemokraten gewinnen 1 Punkt hinzu und steigen auf 27 Prozent. Die FDP büßt 1 Punkt ein und sinkt auf 11 Prozent. Grüne und Linkspartei steigen um je 1 Punkt und erreichen jeweils 11 Prozent. Für "sonstige Parteien" würden 6 Prozent der Wähler stimmen (+1).

Eine vorige Woche noch mögliche schwarz-gelbe Mehrheit ist damit derzeit nicht mehr möglich: Union und FDP kommen zusammen nur noch auf 45 Prozent. Eine Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen oder ein theoretisch mögliches Bündnis von SPD, Grünen und PDS hätte dagegen 49 Prozent.

Merkels Werte im Aufwind

Im Gegensatz zu denen ihrer Partei sind die Werte von Bundeskanzlerin Angela Merkel weiter im Aufwind. Die meisten Bürger geben ihrer Arbeit in einer Umfrage für den stern die Note "gut" oder "zufrieden" - nur 28 Prozent sind mir ihr unzufrieden: Die Note 1 (für "sehr gut") vergaben 3 Prozent, die Note 2 ("gut") 24 Prozent, die Note 3 ("befriedigend") 42 Prozent, die Note 4 ("ausreichend") 17 Prozent, die Note 5 ("ungenügend") 7 Prozent und die Note 6 ("mangelhaft") 4 Prozent der Befragten. Im Mittelwert bekam Merkel eine 3,1. Würde die Kanzlerin direkt gewählt, entschiede sich jeder zweite Wähler für Angela Merkel - ein Wert, den Helmut Kohl während seiner 16-jährigen Kanzlerzeit bei den regelmäßigen Forsa-Umfragen nie erreicht hat. Merkel liegt 30 Punkte vor SPD-Chef Kurt Beck, der nur auf 20 Prozent kommt.

Für die Umfrage im Auftrag von stern und RTL befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa 2500 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger.

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