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Los Angeles US-Polizisten in Streifenwagen von Kugeln getroffen – Trump droht Täter mit Todestrafe

Polizisten und Demonstranten vor einem Krankenhaus in Lynwood, Kalifornien
Polizisten sichern das St. Francis Medical Center in Lynwood, in dem zwei Polizisten um ihr Leben kämpfen. Einige Demonstranten sollen dort aufgetaucht sein und ihnen lautstark den Tod gewünscht haben.
© Dylan Stewart / Picture Alliance
Ein Unbekannter hat in der Nähe von Los Angeles zwei Polizisten in ihrem Streifenwagen niedergeschossen. Ärzte kämpfen um das Leben der beiden. US-Präsident Donald Trump reagiert mit einem verstörenden Tweet.

Zwei Polizisten sind in ihrem Streifenwagen in einem Vorort der US-Metropole Los Angeles von einem Unbekannten angeschossen und lebensgefährlich verletzt worden. Die beiden, ein Mann und eine Frau, seien nach dem Vorfall in Compton im Süden der Großstadt am Samstagabend (Ortszeit) mit mehreren Schusswunden in ein Krankenhaus gebracht worden und "kämpfen um ihr Leben", wie das Sheriffs-Büro im Bezirk Los Angeles auf Twitter schrieb. Der Schütze habe ohne Vorwarnung und ohne Anlass das Feuer eröffnet. 

Trump verlangt Todesstrafe im Schnellverfahren

Der Unbekannte wurde demnach zunächst nicht gefasst. Die Hintergründe der Tat blieben zunächst unklar. Das Sheriffs-Büro veröffentlichte ein kurzes Video, das zeigt, wie der Täter zügig auf die Beifahrerseite des Streifenwagens zugeht, eine Pistole zieht, ins Innere schießt und anschließend davonläuft. US-Präsident Donald Trump forderte am Sonntag auf Twitter: "Todesstrafe im Schnellverfahren für den Mörder, wenn sie (die Polizisten) sterben." Das sei der einzige Weg, um solche Taten zu verhindern, so Trump. Sein Sohn Donald Trump jr. bat die Mensch, für das Leben des beiden Polizisten zu beten und ergänzte den Hashtag #BlueLivesMatter in Anspielung an #BlackLivesMatter, die Bewegung, die sich seit Monaten gegen die anhaltende Gewalt gegen Schwarze einsetzt.  

In Kalifornien läuft derzeit ein Moratorium über die Todesstrafe. Der demokratische Gouverneur Gavin Newsom ordnete im März 2019 den Aufschub der Todesstrafe und blockiert damit jede Hinrichtung in dem Bundesstaat an der Westküste. "Unser System der Todesstrafe war in jeder Hinsicht ein Misserfolg", sagte Newsom. Das absichtliche Töten einer anderen Person sei falsch.

"Hoffen, dass sie sterben": Tumulte vor Krankenhaus

Das Sheriffs-Büro berichtete, am Eingang der Notaufnahme des Krankenhauses hätten sich Demonstranten versammelt gehabt, die mit Blick auf die verletzten Polizisten gerufen hätten: "Wir hoffen, dass sie sterben." Polizisten hätten die Gruppe aufgefordert, sich aufzulösen, und zwei Personen festgenommen.

Ein Polizeibeamter schießt mit seiner Elektroschockpistole auf eine unbewaffnete Frau.

Die Sheriffs-Behörde in Compton war in der Vergangenheit in die Kritik geraten. Die "Los Angeles Times" hatte Ende Juli über Vorwürfe berichtet, wonach sich innerhalb der Behörde eine kriminelle Bande gebildet haben könnte. Sheriff Alex Villanueva ordnete nach Angaben der Zeitung eine Untersuchung an.

js DPA

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