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Wahlkampf der Union: Merkel lehnt Kurskorrektur ab

Der Aufstand war eher ein Aufständchen: Am Morgen noch hatten Teile der CDU von Parteichefin Angela Merkel eine Kurskorrektur ihrer Wahlkampfstrategie gefordert. Die Kritik hielt gerade mal bis zur Mittagszeit. Dann sprach die Kanzlerin zwei Machtworte: weiter so!

Die CDU-Vorsitzende und Kanzlerin Angela Merkel hat Forderungen aus der Union nach einer Korrektur ihrer Wahlkampfstrategie eine Absage erteilt. Im Präsidium hätten die Teilnehmer an diesem Montag übereingestimmt, "dass wir vollkommen richtig liegen", sagte Merkel am Montag in Berlin nach Sitzungen der Parteispitze mit den Ministerpräsidenten der drei Wahlländer. "Wir waren uns vollkommen einig."

Merkel verwies auf das im Juni beschlossene Wahlprogramm von CDU und CSU. Das müsse man nicht jeden Tag ergänzen. Darin enthalten sei auch die Aussage, eine Koalition mit der FDP anzustreben. Dies sei die beste Möglichkeit, durch Wachstum aus der Krise zu kommen, sagte die CDU-Vorsitzende. Merkel wörtlich: "Wir haben alle Möglichkeiten, die Bundestagswahl zu gewinnen, und auch als die große Volkspartei der Mitte die Regierung zu stellen in einer Koalition mit den Freien Demokraten, wie wir das für das Land am besten halten."

Merkel will ihren Wahlkampfstil nicht ändern

Deutschland befinde sich wegen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise in einer außergewöhnlichen Situation, so Merkel. "Weil wir alles daransetzen wollen, dass das Land aus dieser Situation möglichst schnell wieder herauskommt", müsse auf Wachstum gesetzt werden. Unter dieser Maßgabe werde die Union auch ihre Verantwortung in den Ländern wahrnehmen, ergänzte die Bundeskanzlerin. "Wir werden von der Bundesseite hier kameradschaftlich zusammenarbeiten, ohne uns einzumischen."

Auch an ihrem persönlichen Stil will Merkel nichts ändern. "Ich werde nicht in Lagern denken, sondern um die Menschen werben. Deshalb werde ich auch nicht aggressiver werden, sondern Argumente vorbringen."

Die Ministerpräsidenten von Thüringen und dem Saarland, Dieter Althaus und Peter Müller (beide CDU), schlossen aus, dass die Art der Wahlkampfführung der Bundespartei zu ihren Verlusten geführt hat. Trotz ihres Debakels bei den Landtagswahlen streben beide die Bildung von Regierungen unter ihrer Führung an. Sie kündigten an, in ihren Ländern Sondierungsgespräche zu führen. Althaus will Thüringen mit den Sozialdemokraten reden. Müller stellte Gespräch mit den FDP und Grünen in Aussicht, aber auch mit den Sozialdemokraten.

AFP/DPA/AP / AP / DPA