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53,6 Millionen Euro: Wegen Verspätungen: Entschädigungszahlungen der Bahn steigen um fast 60 Prozent an

Kunden der Deutschen Bahn mussten 2018 eine Menge aushalten: Jeder vierte Fernzug der DB AG kam zu spät. Das kostet das Staatsunternehmen Millionen. Denn immer mehr Reisende nehmen ihre Rechte wahr.

Die Informationstafel der Deutschen Bahn zeigt Verspätungen an: 2018 musste das Unternehmen 2,7 Millionen Kunden wegen Unregelmäßigkeiten entschädigen, 900 000 mehr als im Vorjahr.

Die Informationstafel der Deutschen Bahn zeigt Verspätungen an: 2018 musste das Unternehmen 2,7 Millionen Kunden wegen Unregelmäßigkeiten entschädigen, 900 000 mehr als im Vorjahr.

Ein paar Minuten können schon zu viel sein: Kommt der ICE zu spät, ist der Anschlusszug weg, und man wartet eine Stunde oder mehr auf dem Bahnsteig. 

Wegen solcher Ärgernisse muss die Bahn ihren Kunden immer höhere Entschädigungen zahlen. Im vergangenen Jahr waren es im Nah- und Fernverkehr insgesamt 53,6 Millionen Euro, wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn sagte. Im Vorjahr ließen sich Bahn-Kunden 34,6 Millionen Euro erstatten. 

Immer mehr Reisende nehmen ihre Rechte wahr: 2,7 Millionen füllten im vergangenen Jahr das Fahrgastrechte-Formular aus, ein Drittel mehr als 2017. Daraus folgt, dass auch die durchschnittliche Entschädigungssumme steigt: Knapp 20 Euro waren es 2018, im Vorjahr noch gut 19 Euro.

Zahlreiche Eisenbahn-Unternehmen sind am Entschädigungssystem beteiligt, nicht nur die Deutsche Bahn. Die größten Summen betreffen aber den Fernverkehr, den fährt fast nur der Staatskonzern. 

Jeder vierte Fernzug kam 2018 zu spät. Die Bahn verwies auf viele externe Einflüsse: Stürme, Starkregen, Blitzeinschläge und Trockenheit bremsten die Züge aus. Hinzu kam eine Streckensperrung nach dem Brand in einem ICE und ein Warnstreik im Dezember. 

Bei der Entschädigung gilt: Kommt der Reisende mindestens eine Stunde zu spät, erhält er auf Antrag ein Viertel des Fahrpreises zurück. Ab zwei Stunden ist es die Hälfte.

Künftig können sich geschädigte Kunden vielleicht noch mehr Geld zurückholen. Das EU-Parlament fordert, dass schon ab einer Stunde die Hälfte des Fahrkartenpreises fällig wird, ab eineinhalb Stunden dann drei Viertel. Bei mehr als zwei Stunden soll nach dem Willen der EU-Parlamentarier der volle Preis erstattet werden. 

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tib/DPA

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