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Hotelboom in Berlin: Hauptstadt der günstigen Zimmerpreise

Berlin hat inzwischen mehr Hotelzimmer als New York. Die deutsche Hauptstadt zieht neben Touristen auch Investoren an, die weitere Hotels bauen. Vorteil für Berlin-Besucher: Das Überangebot drückt auf die Zimmerpreise.

Raus aus der Schmuddelecke am Bahnhof Zoo: Ab Frühjahr nächsten Jahres können betuchte Gäste eine Luxussuite mit Blick auf Gedächtniskirche und Berliner Zoo buchen, wenn das Waldorf Astoria in unmittelbarer Nähe zum Kurfürstendamm und Bahnhof Zoo öffnet. Mit seinen 232 Zimmern und Suiten soll das 118 Meter hohe Haus wieder Glamour in den Westen Berlins bringen.

Es wird das erste Waldorf Astoria in Deutschland sein. Aufgemöbelt wird auch die Umgebung: Das nahe gelegene Kino Zoopalast wird geliftet, Berlins Bikini-Haus für 100 Millionen Euro herausgeputzt. Mit der neuen Luxusherberge der Hilton-Gruppe wird Berlin künftig 24 Häuser im absoluten Topsegment haben. Branchenexperten sprechen längst von einem gefährlichen Überangebot von Fünf-Sterne-Häusern.

Berlin auf Rang 3 in Europa

Der Berlin-Tourismus legt weiter zu - die 22-Millionen-Marke bei den Übernachtungen ist nah. In Europa belegt Berlin bereits Platz drei hinter London und Paris. Vor allem junge Menschen aus aller Welt lockt das Angebot an Clubs und das quirlige Leben in den Kiezen. Zudem wird Berlin als günstige Einkaufsstadt geschätzt. Und die Touristen können sich über im Europavergleich unglaublich niedrige Zimmerpreise freuen. "Da ist die Schmerzgrenze längst überschritten", klagen viele Hoteliers. Die Auslastung sei zwar Klasse, die Preise aber eine Katastrophe. Vor sinkenden Gewinnmargen warnen indes Branchenkenner.

Allein in den vergangenen zwölf Monaten fielen die Zimmerpreise im Schnitt um sieben Prozent von 82 auf 76 Euro, errechnete das Internetportal Hotels.com im September. Bundesweit sanken die Zimmerpreise hingegen nur um ein Prozent.

Im Jahr 2012: Über 20 neue Hotels

Nach Angaben der Dehoga gingen die Preise im Fünf-Sterne-Segment nur marginal nach unten. Hier kostet derzeit ein Zimmer ohne Mehrwertsteuer und Frühstück im Schnitt knapp 144 Euro. Im Vergleich zum hohen Preisniveau von Metropolen wie London und Paris klingt das nach einem Schnäppchen.

Und ein Ende des Hotelbooms ist vorerst nicht abzusehen: Von 2012 an sind mindestens noch 41 Neubauten mit weit mehr als 8000 Betten geplant, geht aus einer aktuellen Dehoga-Statistik hervor. Allein im kommenden Jahr werden wohl 21 Häuser hochgezogen. Im Januar 2012 eröffnet die Intercontinental Hotel Group ihr erstes Hotel Indigo in Berlin - in der Hardenbergstraße, ebenfalls in der Nähe vom Bahnhof Zoo. Im Zoobogen Berlin hat die 25hours Hotel Company das Hotel Bikini Berlin angekündigt.

Am Hauptbahnhof baut der Sheraton-Konzern gerade ein Vier-Sterne-Objekt mit Kongresszentrum. Von den 464 Zimmern und Suiten können die Gäste teils auf Kanzleramt und Reichstag blicken. Für 50 Millionen Euro baut dort auch die Steigenberger Gruppe ein Mittelklassehotel mit 412 Zimmern und zehn Konferenzräumen.

"Es gibt keine Stadt in Deutschland, die so zulegt wie Berlin"

Neben dem Waldorf Astoria in der City West entstehen im nächsten Jahr noch zwei weitere Fünf-Sterne-Herbergen in Mitte mit insgesamt fast 300 Betten. Dabei hat Berlin schon das Adlon, das Hotel de Rome, das Kempinski und das Ritz Carlton. Promis, die zu Filmpremieren oder Festivals und Modeschauen anreisen, steigen hier gerne zu günstigen Preisen ab.

"Es gibt keine Stadt in Deutschland, die so zulegt wie Berlin", sagt Lengfelder. Mittlerweile sei die Bettenzahl auf rund 125.000 gewachsen. Selbst Manhattan in New York habe nur gut 70.000 Betten anzubieten. Grund für den anhaltenden Bauboom im Gastgewerbe sieht er in den immer noch vergleichsweise niedrigen Immobilienpreisen. "Das lockt die Investoren aus dem In- und Ausland." Außerdem gelte Berlin weiter als "absolute Erfolgsgeschichte".

tib/DPA / DPA

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