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Luxushotels: Trump-Hotels - keiner will beim Präsidenten schlafen

Die Marke Trump zieht nicht mehr. In seinen Hotels bleiben die Gäste aus. Kostete eine Nacht zu Beginn seiner Amtszeit noch 725 Euro, kann man jetzt im selben Zimmer für 270 Euro schlafen.

Zimmerpreise und Beliebtheit sinken: An seinem ehemaligen Hotel in Toronto wird der Trump-Schriftzug abmontiert.

Zimmerpreise und Beliebtheit sinken: An seinem ehemaligen Hotel in Toronto wird der Trump-Schriftzug abmontiert.

Drei Nächte bezahlen und "die vierte Nacht in einer luxuriösen Suite für umsonst übernachten" - so lautet zurzeit ein Sonderangebot auf der Homepage der Trump Hotels. Denn das Geschäft mit den Zimmern läuft alles andere als rund.

Nach Angaben des britischen Finanzdienstleisters FairFX müssen Gäste in den mehr als einem Dutzend Trump Hotels teilweise bis zu zwei Drittel weniger als noch vor einem Jahr für eine Übernachtung bezahlen. Noch dramatischer ist der Preisverfall bei den teuren Suiten: Im Trump International Hotel & Tower in Panama ist der Preis für eine Executive Suite von 3500 Euro auf 930 Euro gefallen. Auch im Trump Turnberry, einem Golfhotel in Schottland, seien die um mehr als die Hälfte eingebrochen.

Wer möchte noch bei Trump schlafen?

Dabei bleibt zu berücksichtigen, dass die Raten von Hotels ähnlich wie bei Flugtickets starken Schwankungen ausgesetzt sind. Von allen Trump-Häusern hat jenes in den heftigsten Einbruch zu verzeichnen: von rund umgerechnet 725 Euro auf 270 Euro für zwei Übernachtungen im Januar 2018 sind die Zimmerpreise gefallen. Kein Wunder, denn durch das verheerende Attentat eines Amokschützen in Nevadas Vergnügungsstadt im Oktober ist vielen die Lust an einem Kurzurlaub in Las Vegas vergangen.

Hier wie anderswo gilt in das Gesetzt der freien Marktwirtschaft: Angebot und Nachfrage bestimmen das Preisniveau. "Ein Jahr nach Trumps Amtsantritt sind die Preise für ein Wochenende in einem seiner Hotels größtenteils gesunken", sagte Ian Strafford-Taylor, der CEO von FairFX. "Während große Ereignisse  wie seine Amtseinführung in Washington, normalerweise dazu führen, dass die Preise in dieser Stadt für ein bestimmtes Wochenende steigen, deuten die Rückgänge an anderen Orten darauf hin, dass es sich nicht unbedingt lohnt, Präsident zu sein", wird Strafford-Taylor im "Telegraph" zitiert.

Preisvergleich der Zimmerraten zwischen

Januar 2017 und Januar 2018

Trump Turnberry -57%

Trump Las Vegas  

-67%

Trump Panama 

-22%

Trump Doral 

-53%

Trump Doonbeg 

+7%

Trump Vancouver 

-48%

Macleod House & Lodge 

-10%

Trump Soho  

-22%
Trump Chicago-28%
Albemarle Estate at Trump Winery-31%
Trump Washington DC-52%
Trump New York-32%
Trump Waikiki-22%

Quelle: The Telegraph

Bei den meisten Häusern fungiert die Trump Hotel Collection als Betreiber, einige Immobilien gehören jedoch auch der Trump Real Estate, dem Hauptgeschäftszweig der Trumps. Mit Beginn seiner Präsidentschaft hatte Donald Trump verkündet, sich aus dem Tagesgeschäft seiner Hotels zurückzuziehen und seinen Söhnen die Geschäftsführung zu übertragen, um sich ganz dem Präsidentenamt widmen zu können.

New York zum Schnäppchenpreis

Da sein Name nicht geschäftsfördernd, sondern eher geschäftsschädigent zu sein scheint, hat inzwischen zwei Häuser veranlasst, zu Trump auf Distanz zu gehen: Nach Angaben der "Basler Zeitung" möchte das Trump Hotel in Panama den Namen inzwischen loswerden, nachdem es zuvor für die Namensrechte 32 Millionen US-Dollar an Lizenzgebühr zahlen musste.

Im Manhattans Stadtviertel SoHo soll sich das Trump Hotel bereits "vom Namen Trump befreit haben", wie es im Schweizer "Tagesanzeiger" heißt. "Die Immobilienfirma CIM Group hat den Managementvertrag übernommen. CIM soll sich für eine unbekannte Summe vom Namen Trump freigekauft haben." Der Wolkenkratzer in der Spring Street mit 46 Stockwerken ist jedoch auch im Februar 2018 über die Homepage der Trump Hotels noch buchbar: ab 277 US-Dollar. Diese Rate ist für ein Fünf-Sterne-Hotel in City ein echtes Schnäppchen.

Anti-Trump-Hotel für Washington D.C.

Einen ganz anderen Weg geht die Konkurrenz in Washington D.C. Die Hotelkette Langham Hospitality Group aus Hongkong plant im Frühjahr 2018 die Eröffnung des Hotels "Eaton Workshop" in der US-Hauptstadt und setzt dabei auf politisches Marketing: Neben der Bibel liegen auch der Koran und die Menschenrechtscharta der Uno in der Nachttischschublade.

 

"Eaton Workshop versteht sich als eine neue globale Marke, die Gastfreundschaft mit einem progressiven sozialen Wandel verbindet", heißt es auf der Homepage. Angestellte werden aufgrund ihres sozialen Engagements bevorzugt eingestellt. Die Agentur "Bloomberg" bezeichnete das Haus mit seinen 209 Zimmern als ein "Anti-Trump Hotel for Liberals".



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