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Zwischenfall bei Turkish Airlines: Verdächtiger Wifi-Name zwingt Jet zur Notlandung

Auf dem Weg von Nairobi nach Istanbul musste eine Boeing eine Notlandung im Sudan einlegen. Einer der 100 Passagiere hatte an Bord sein Smartphone als Hotspot eingerichtet - mit einem Namen, der dümmer nicht sein konnte.

Eine Boeing 737, mit der Turkish Airlines die Strecke von Nairobi nach Istanbul fliegt.

Eine Boeing 737, mit der Turkish Airlines die Strecke von Nairobi nach Istanbul fliegt.

Picture Alliance

Der Turkish-Airlines-Flug von der kenianischen Hauptstadt Nairobi nach dauert normalerweise knapp sieben Stunden und führt auf der Landkarte schnurstracks nach Norden. Doch am vergangenen Donnerstag verlängerte sich für die 100 Passagiere an Bord einer Boeing 737-800 die Flugzeit erheblich, wie erst jetzt bekannt wurde. Der Grund: Ein Reisender hatte während des Fluges mit seinem Smartphone eine Wifi-Netzwerk eingerichtet, ein eigentlich unproblematischer Vorgang, wobei die Bezeichnung für das Netzwerk frei gewählt werden kann. Doch im Fall des Fluges mit der Nummer TK608 wurden Mitreisende auf den höchst ungewöhnlichen Namen des Hotspots aufmerksam: "bomb on board", so der für Unruhe sorgende Name.

Das verständigte Kabinenpersonal informierte daraufhin den Flugkapitän, der sich sofort zu einer außerplanmäßigen Landung entschloss. Da sich die Maschine gerade über dem befand, steuerte er dem Flughafen von Khartum an, der Hauptstadt der Republik Sudan, wie die Webseite news.com.au meldet. Nach einer Flugzeit von drei Stunden und 42 Minuten landete der zweistrahlige Jet sicher auf der Khartoum International Airport.

Ein Sprecher von Turkish Airlines bestätigte inzwischen den Zwischenfall, der sich bereits am 30. November ereignet hatte. "Experten sagten, dass das Wifi-Netzwerk an Bord eingerichtet wurde. Nach der Durchführung von Sicherheitsmaßnahmen wurden keine Unregelmäßigkeiten festgestellt, und die Fluggäste konnten wieder das Flugzeug betreten."

Ob die Person identifiziert werden konnte, die den eingerichtet und mit der verdächtigen Bezeichnung versehen hatte, wurde nicht mitgeteilt. Nach Angaben von flighradar24.com erreichten die Passagiere Istanbul mit einer Verspätung von siebeneinhalb Stunden.

Ähnliche Zwischenfälle an Bord

Der Vorfall in der vorigen Woche ist nicht der erste dieser Art. Schon im Mai 2017 wurde ein von Cancun in Mexiko nach London abgesagt, nachdem ein Hotspot an Bord mit dem Namen "Jihadist Cell London1" gefunden worden war.

Im Jahr zuvor war ein australischer Inlandsflug von Melbourne nach Perth um zwei Stunden verschoben worden, weil einem Passagier auf seinem Handy ein Hotspot mit der Bezeichnung "Mobile Detonation Device" aufgefallen war.


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