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Behinderungen im Flugverkehr Sicherheitspersonal streikt an mehreren Flughäfen


Am Wochenende war es der Schnee. Am Montagmorgen behindert nun ein Warnstreik den Flugverkehr. Mitarbeiter des Sicherheitspersonals legten vorübergehend die Arbeit nieder.

Mehrere hundert Mitarbeiter des Sicherheitspersonals haben am frühen Montagmorgen an deutschen Flughäfen vorübergehend ihre Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft Verdi hatte in der Nacht überraschend zu Warnstreiks aufgerufen. Den Anfang machten etwa 250 Mitarbeiter in Köln-Bonn, Düsseldorf und Stuttgart, wie Verdi-Verhandlungsführer Andreas Sander berichtete. Teilweise haben die Streikenden ihre Arbeit wieder aufgenommen. In Düsseldorf soll der Warnstreik am Vormittag enden, in Stuttgart gegen Mittag.

Hintergrund der Aktion sind stockende Verhandlungen über einen Manteltarifvertrag. Über die Auswirkungen des Warnstreiks lagen zunächst keine Angaben vor.

Verspätungen und lange Schlangen

Auch die Flughäfen in Frankfurt (Main), Baden-Baden/Karlsruhe, Berlin-Tegel, Berlin Schönefeld, Bremen, Hamburg und Hannover seien betroffen. Insgesamt erwarten die Gewerkschafter etwa 1000 streikende Mitarbeiter in Deutschland. Ein Sprecher des Stuttgarter Airports teilte mit, wegen des Warnstreiks könne es etwa bei der Personenkontrolle zu Verzögerungen kommen. Am größten deutschen Airport in Frankfurt sorgte der Warnstreik zunächst nicht für Behinderungen. "Wir haben definitiv keine Streikauswirkungen", sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport am Morgen. Die Gewerkschaft hatte hingegen gehofft, dass die Beteiligung ausreicht, um die Flughäfen lahmzulegen.

Auf den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld führte der Warnstreik zu Flugausfällen und Verspätungen. Es beteiligten sich jeweils etwa 100 Mitarbeiter an dem Ausstand, sagte Verdi-Sprecher Jürgen Stahl. In Tegel fielen der elektronischen Fluginformation zufolge 14 Flüge aus. Wie viele davon jedoch auf die Witterung zurückzuführen waren, war zunächst unklar. In Schönefeld gab es bei der Abfertigung Verspätungen von bis zu einer Stunde. In Hamburg gab es lange Schlangen, die Terminals waren voll. Zunächst waren nur zwei von 16 Kontrollstellen geöffnet, wie eine Sprecherin des Flughafens sagte. Flugzeuge hoben mit leichten Verzögerungen ab.

Auch an den Flughäfen in Nordrhein-Westfalen mussten Passagiere längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Wie ein Sprecher des Flughafens Köln/Bonn am Morgen berichtete, konnte während des Streiks bis 7.00 Uhr nur eine Kontrollstelle geöffnet werden. Es waren jedoch nur wenige Flüge betroffen. In Düsseldorf gab es ebenfalls eingeschränkte Fluggastkontrollen.

Bundesweit vertritt Verdi im Sicherheitsbereich 15.000 Beschäftigte. In den Verhandlungen macht sich die Gewerkschaft unter anderem für geregelte Dienstpläne, unbefristete Arbeitsplätze und gerechte Löhne stark. "Die Kolleginnen und Kollegen haben ein Anrecht auf Planbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit - das ist jedoch ohne geregelte Dienstpläne und Schichtsysteme nicht möglich", kritisierte Verdi-Verhandlungsführer Andreas Sander. Die Tarifverhandlungen sollen voraussichtlich am 15. Januar fortgesetzt werden.

Weitere Warnstreiks sind nach Angaben des Verdi-Sprechers vorerst nicht geplant. "Wir wollen, dass die Arbeitgeber mit uns an konstruktiven Lösungen arbeiten", sagte er. "Dann muss auch nicht gestreikt werden."

swd/DPA/Reuters DPA Reuters

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