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Skigebiete im Europa-Vergleich: Wo Familien günstig Skifahren

Winterferien gelten als teuer. Deshalb hat das Europäische Verbraucherzentrum die Preise für knapp 200 Skigebiete überprüft. Die Preisunterschiede für einen Sechs-Tage-Skipass sind enorm.

Von Till Bartels

Was kostet ein Skipass in der Hochsaison? Dieser Frage ging das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) nach und erkundigte sich in 20 Ländern von Finnland bis Spanien. Dazu wurden in Österreich 80 Skigebiete und 117 weitere in ganz Europa befragt. In Zusammenarbeit mit den Verbraucherzentralen mehrerer EU-Staaten ergab die Auswertung ein überraschendes Ergebnis: Das Familienpaket mit Sechs-Tages-Karten kostet allein in Österreich zwischen 290 und 735 Euro.

Das EVZ in Kiel ist eine Einrichtung der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein e.V., die von der Europäischen Kommission gefördert wird. Der Preisvergleich erfolgte nach den Bedürfnissen einer vierköpfigen Familie, bestehend aus zwei Erwachsenen, einem Kind und einem Jugendlichen im Alter von 16 Jahren, die für die Dauer von sechs Tagen Skipässe erwirbt. Die Skigebiete wurden nach der Gesamtlänge ihrer Pisten in fünf Kategorien unterteilt: in Abstufungen von unter 10 Kilometern bis zu über 100 Pistenkilometer.

Preisunterschiede im internationalen Vergleich

Die enormen Preisunterschiede lassen sich durch die Größe der Skigebiete erklären. So zahlen Familien, die sich mit wenigen Pistenkilometern begnügen, für einen Sechs-Tage-Pass im günstigsten Fall in Kliny (Tschechien) nur 136 Euro oder 140 Euro in Slidinek (Litauen). In der Schweiz schlägt Saas-Fee, dem teuersten Skigebiet der Kategorie über 100 Pistenkilometer, mit einem Paketpreis von 896 Euro zu Buche.

Somit haben die Größe eines Skigebietes und die damit verbundene zum Teil aufwendige Infrastruktur mit Liften und Bergbahnen einen großen Einfluss auf die Preisgestaltung. Dagegen fällt die Differenz innerhalb der preisgünstigsten Kategorie gering aus, egal ob es sich um ein Skigebiet in den Alpen oder Osteuropa handelt. So kosten zum Beispiel die Familien-Pässe für ein Skigebiet mit unter zehn Kilometern Piste in Estland 278 Euro, in Deutschland 293 Euro, in Österreich 300 Euro und in der Slowakei 324 Euro.

Innerhalb der größeren Skigebiete kommt es allerdings zu beträchtlichen Preisunterschieden. Das Familien-Paket im teuersten kleinen Skigebiet (Messilä in Finnland mit 10 Pistenkilometer) kommt auf 595 Euro und kostet somit mehr als das Familien-Paket im günstigsten Skigebiet in Deutschland (Oberstdorf-Kleinwalsertal mit über 100 Pistenkilometer) für 574 Euro.

Steiler Preisanstieg

Auch die Preisentwicklung haben die Verbraucherschützer beobachtet. Während der letzten vier Jahre seien die Preise für Skipässe in den meisten Gebieten über die Inflationsrate hinaus stark gestiegen. Vor allem in einigen kleinen Skigebieten ist das Skifahren übermäßig teurer geworden. So haben Erwachsene in Österreich auf der Kärntner Weinebene in dieser Saison für die Sechs-Tage-Karte gleich 34 Prozent, auf der Stubalm in der Steiermark um 33 Prozent mehr zu berappen als im Winter 2007.

Das Verbraucherzentrum gibt deshalb den Tipp, sich noch zu Hause über mögliche Vergünstigungen zu informieren. Oft wird vergessen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um in den Genuss einer Familienermäßigung zu kommen: Dazu gehört der Kauf aller Skipässe auf einmal und der Nachweis für die Zusammengehörigkeit aller Familienmitglieder durch Ausweise, Meldezettel oder einen Familienpass. Wer die Papiere am Lift nicht dabei hat, zahlt drauf. Auch lokale Gästekarten können einen ordentlichen Rabatt bewirken.

In der Fotostrecke haben wir für Sie die jeweils preiswertesten und teuersten Skigebiete zusammengefasst. Die Ergebnisse im Detail finden Sie auf den Webseiten des EZB: die günstigsten und teuersten Skigebiete in Europa sowie in Österreich.

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