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Streik bleibt möglich: Fluglotsen lehnen Schlichterspruch ab

Die Auseinandersetzung um einen neuen Tarifvertrag bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) geht in eine neue Runde: Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) lehnt den Vorschlag des Schlichters ab. Zumindest bis Anfang Oktober soll es aber keinen Streik geben.

Der Tarifkonflikt der Flutlotsen köchelt weiter: Während die bundeseigene Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS) den Schlichterspruch angenommen hat, lehnte die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) den Vermittlungsvorschlag am Freitag in Teilen ab. Man sei aber bereit, auf der Grundlage weiterzuverhandeln, kündigte die kleine Spezialgewerkschaft in Frankfurt an.

Ein Sprecher der Gewerkschaft sagte, die Fluglotsen würden vorerst nicht streiken, sondern den Tarifstreit auf dem Verhandlungsweg lösen. Der von einem Schlichter erarbeitete Tarif-Kompromiss sei prinzipiell annehmbar, doch müsse über einzelne Punkte noch gesprochen werden.

Streit seit acht Monaten

Der Tarifclinch zwischen den Flugkontrolleuren und der DFS zieht sich bereits acht Monate hin. Anfang August war der Konflikt eskaliert - die Fluglotsen wollten streiken und damit den Flugverkehr in Deutschland für einen ganzen Morgen lahmlegen. Tausende von Flügen und mehrere hunderttausend Passagiere wären am Boden geblieben. Die Arbeitsniederlegung wurde jedoch zwei Mal in letzter Minute vor Gericht verhindert.

Die Fluglotsen forderten von der DFS eine Gehaltserhöhung um 6,5 Prozent über zwölf Monate. Das Unternehmen bot zuletzt eine Erhöhung der Tarifgehälter ab 1. August um 3,2 Prozent plus eine sofortige Einmalzahlung in Höhe von 0,8 Prozent des Bruttojahresgehalts an. Ab 1. November 2012 würden die Gehälter danach um weitere zwei Prozent, mindestens aber in Höhe der Inflationsrate steigen. In Deutschland arbeiten nach GdF-Angaben etwa 5500 Beschäftigte bei der Flugsicherung, davon 2400 Fluglotsen.

fw/Reuters/AFP/DPA / DPA / Reuters

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