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Zu kaltes Wetter im Mai: Der Sommer wird auch nicht rosig

Der Winter war eisig und lang, jetzt kommt der Frühling nicht richtig in Gang. Und die Aussichten? Auf den kältesten Mai seit Jahren folgt zwar ein warmer Juni, aber der Sommer soll wechselhaft werden.

Von Swantje Dake

Es ist zum Frösteln. Beim Himmelfahrtsausflug gab es Glühwein statt kühlem Gerstensaft. Das lange Wochenende scheint in Einheitsgrau und Dauerregen zu versinken. "Wann wird's mal wieder richtig Sommer?", will man in bester Rudi Carrell-Manier bereits flöten. Dabei würden Temperaturen um die 20 Grad und ein paar trockene Tage vermutlich Begeisterungsstürme auslösen. Denn mit jedem weiteren kühlen Tag stellt sich die Frage: Wird der Sommer ebenso unterkühlt wie der Winter und der Frühling?

Zwei Tiefausläufer haben Deutschland in die Zange genommen: "Xena 1" liegt über der Ostsee, "Xena 2" über den Alpen. Beide sorgen für einstellige Höchsttemperaturen in den Mittelgebirgen und maximal 15 Grad im Flachland. Gut, es ist Mitte Mai, die Eisheiligen halten derzeit Hof. Bodenfröste sind nachts einzuplanen. Aber tagsüber schafft es die Sonne nicht durch die Wolkendecke. Der Mai ist in diesem Jahr bisher im Schnitt zwei Grad zu kühl. "Im Süden liegen die Werte ein Grad, in NRW sogar fünf Grad unter dem langjährigen Monatsmittel", sagt Meteorologe Peter Hartmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD).

Kälterekord für den Mai, Sonne in Sicht

Ab Sonntag wird es nicht mehr ganz so nass sein, aber es bleibt für die Jahreszeit viel zu kalt. "Da wird sich in den kommenden 7 bis 10 Tagen nicht mehr viel tun", so Dominik Jung, Diplom-Meteorologe bei wetter.net. Die Wetterlage sei relativ festgefahren. Die warme Luft aus dem Mittelmeerraum macht einen großen Bogen um Mitteleuropa. Auf mehr als 12 bis 18 Grad schafft es das Quecksilber nicht. "Daher ist so gut wie sicher: Dieser Mai wird einen Kälterekord aufstellen", so Jung. Schuld ist ein dickes Kältepolster über Skandinavien, das sich bereits im vergangenen Oktober und November positioniert hat. Das hat uns den kalten Winter beschert und verschwindet nur sehr langsam.

Aber die Sonne ist in Sicht. Bereits am Wochenende bringen sich Azorenhochs ins Geschehen ein und verdrängen die lang anhaltende Kälte. "Ab Sonntag wird es wärmer und sonniger. Die 20-Grad-Marke wird noch nicht überall geknackt", so Karsten Brandt vom Wetterdienst donnerwetter.de.

Juni trocken und warm

Ist das der Beginn des Sommers? Die Meteorologen sind sich uneinig. "Nach einem kalten Mai gab es in der Vergangenheit sowohl warme Sommer als auch verregnete", sagt Peter Hartmann vom Deutschen Wetterdienst. Seine Kollegen setzen schon jetzt darauf, dass es mit den Temperaturen im Juni steil bergauf geht. "Für die ersten WM-Tage und das Public-Viewing sind die Aussichten optimal", so Brandt, schiebt aber hinterher, dass die Prognose noch keine exakte Vorhersage sein kann, sondern lediglich eine Wahrscheinlichkeitsaussage.

Brandt vergleicht die derzeitigen Wetterdaten mit den Daten von 1996. "Auch da war der Winter sehr kalt, der Mai zu kühl und der Juni schön und trocken." Allerdings dämpft Brandt die Vorfreue auf einen heißen, trockenen Sommer. "Es wird ein Durchschnittssommer, den die meisten als schlechten Sommer empfinden werden." Auch Brandts Kollege Dominik Jung geht von einem typisch mitteleuropäischen Sommer aus. "Es wird wechselhaft werden, einige heiße Tage, aber ebenso kühle Phasen, einige Sonnentage und regnerische Gewittertage", so Jung.

Mit DPA

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