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Tipps für Einsteiger Darts spielen zu Hause: Ein Board, zwei Spieler, drei Pfeile – das sind die Regeln

Darts Regeln: Deutschlands Topspieler Max Hopp wirft auf die Scheibe
Weniger auf die Kondition, sondern vielmehr auf Konzentration und Präzision kommt es im Dartsport an. Und auch im Kopfrechnen sollte man einigermaßen fit sein.
© Ina Fassbender / Picture Alliance
Von wegen Kneipensport. Darts hat sich in den vergangenen Jahren auch in Deutschland zu einem beliebten Hobby für alle Altersklassen entwickelt. Die Regeln sind denkbar einfach – und doch ist das Darts spielen nicht ganz so trivial, wie es zunächst scheint.

Noch vor Jahren wurden sie müde belächelt. Als alte weiße Männer mit Bierplauze, die sich in verrauchten Kneipen die Zeit vertreiben, in dem sie Pfeile auf eine Scheibe werfen. Nun, auch heute haben einige der weltbesten Dartsspieler noch einige Pfunde zu viel drauf. Das Image des vermutlich aus England stammenden Dartsports hat sich dagegen massiv gewandelt. Und zwar zum Positiven. Die Helden heißen Michael Van Gerwen, Peter Wright, Gary Anderson oder Max Hopp. Weit mehr als 100 Stunden kann man den Profis mittlerweile jedes Jahr live im Fernsehen dabei zuschauen, wie sie auf die Jagd nach dem Maximum von 180 Punkten gehen. Jedes Jahr im Dezember steigt die Darts-WM, die in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ohne Fans im legendären Ally Pally von London ausgetragen wird. 

Und immer mehr Fans hängen sich selbst eine Scheibe in den Keller, Hobbyraum oder das Wohnzimmer. Das kann doch nicht so schwer sein? Vielen wird allerdings schon nach wenigen Würfen klar: Darts ist nicht nur ein echter Geschicklichkeitssport, sondern vor allem ein Präzisionsspiel. Doch wie so oft im Leben: Auch beim Darts macht Übung den Meister. Vorausgesetzt man beherrscht die wichtigsten Regeln. Der stern erklärt, 

  • das Set-up eines Darts-Spiels,
  • den üblichen Spielablauf,
  • verschiedene Spielvarianten,
  • und die wichtigsten Regeln 

Darts zu Hause spielen – was braucht man dafür?

Egal, ob man zu Hause an der Dart-Karriere feilen möchte oder nur eine Alternative für semi-spannende Fernsehabende sucht: Zunächst braucht es dafür nur eine Dartscheibe, drei Pfeile und ein wenig Platz in den eigenen vier Wänden. Das ist unabhängig davon, ob man sich für die E-Darts-Variante (auch Automatendart genannt) oder die aktuell etwas populärere Version mit den sogenannten Steeldarts, das sind die Pfeile mit den Stahlspitzen, entscheidet. Zu den kleinen, aber feinen Unterschieden im Regelwerk später mehr. Anfänger sollten darüber nachdenken, die Wand rund um das Board mit einer Umrandung aus Schaumstoff, einem Surround, zu schützen. Bei Laminat und Parkettfußboden bewährt sich zudem eine Hartgummimatte, die hin und wieder vom Board zurückprallende Pfeile abfängt und den Boden schont.

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Abstand halten – die wichtigsten Zahlen beim Darts

Bevor die ersten Darts in Richtung Scheibe fliegen, muss diese an die Wand gebracht werden. Und zwar vom Zentrum der Scheibe aus gemessen genau 1,73 Meter über dem Boden. Wichtig: Das Segment mit der "20" wird auf 12 Uhr ausgerichtet. Nun kann die Abwurflinie, das sogenannte Oche, markiert werden. Laut offiziellem Regelwerk wird aus einer Entfernung von exakt 2,37 Meter aufs Board geworfen. Beim Spielen mit Soft-Darts geht es noch sieben Zentimeter zurück auf 2,44 Meter. Wenn möglich, zu Hause ist das aber nicht elementar wichtig, sollte der Abstand von der Scheibenmitte ("Bulls Eye") zur Wandmindestens 90 Zentimeter sein. Dazu wird hinter der Abwurflinie ein Freiraum von mindestens 1,25 Meter empfohlen. 

Fallon Sherrock Darts-WM

Dartpfeile: Hightech in der Hand

Auch bei den Pfeilen unterscheidet man zwischen den Darts für eine traditionelle Scheibe und denen, die auf die E-Darts-Scheibe fliegen. Beide Varianten bestehen aus vier Teilen. Das sind: Die Stahlspitze, das Barrel oder auch Griffteil, der Schaft und der sogenannte Flight. Das Spielgerät darf maximal 50 Gramm schwer und höchstens 30,5 Zentimeter lang sein. Üblicherweise werden Darts gespielt, die zwischen 20 und 25 Gramm wiegen. Beim E-Darts dürfen die Pfeile ein Gewicht von 18 Gramm nicht überschreiten. Die Länge ist hier auf knapp 17 Zentimeter begrenzt.

Einsteiger: Darauf sollten sie beim Darts-Kauf achten

Experten empfehlen Einsteigern, eher mit etwas schwereren als mit zu leichten Pfeilen in ihre Darts-Karriere zu starten. Darts mit einem Gesamtgewicht zwischen 22 und 24 Gramm helfen dabei, das richtige Gefühl für den Wurf zu entwickeln und technisch schwache Versuche auszugleichen. Statt gleich zum teuren Tungsten-Barrel zu greifen, genügt bei Anfängern zunächst ein Barrel aus Messing. Spieler mit einem eher kräftigen Wurf sollten zu zylinderfömigen Barrels greifen, Einsteigern mit einem eher schwächeren Wurfarm spielt das tropfenformige Design in die Karten. Was die Flights betrifft, sollten Anfänger zunächst nicht experimentieren und eine Standardvariante – zum Bespiel im Design des Lieblingsprofis – wählen.

Darts spielen: Single, Double, Triple, "Bulls Eye"

Selbst für Laien und Anfänger zunächst unschwer zu erkennen, sind die verschieden großen Segmente, in die das Dartboard unterteilt ist. Scheinbar beliebig – und doch mit System – wurden die Zahlen 1 bis 20 verteilt. Das "Bulls Eye" markiert das Zentrum der Scheibe und zählt 50 Punkte. Umrahmt wird es vom "Single Bull", das pro Treffer 25 Punkte bringt. Eine wichtige Rolle spielen zudem die beiden abwechselnd rot und grün gekennzeichneten Ringe. Landet ein Pfeil in einem Feld des äußeren Rings (Double Ring) verdoppeln sich die Punkte des jeweiligen Segments. Im noch etwas kleineren Innenring (Triple Ring) wird die Punktzahl sogar verdreifacht.

Bei der beliebtesten Variante des Darts starten die Spieler mit einer Punktzahl von 301 oder 501. Gewonnen hat, wer sein Punktekonto als Erster auf exakt Null heruntergespielt hat. Geworfen wird abwechselnd, wobei jeder Spieler pro Aufnahme drei Pfeile hat, um möglichst viele Punkte zu erzielen. Die werden dann von der jeweils aktuellen Punktzahl abgezogen. Besondere Präzision ist gegen Ende jedes Spiels gefragt. Denn Profis und erfahrene Hobbyspieler müssen mit dem letzten Pfeil ein Feld im äußeren Ring treffen, um zu gewinnen. Ausnahme ist das "Bulls Eye", über das man bei einem Rest von 50 Zählern ebenfalls ein Spiel zu seinen Gunsten entscheiden kann. Nicht nur Mathe-Fans dürften erkannt haben, dass der Check-out über ein Doppelfeld nur möglich ist, wenn man vor dem letzten Wurf eine gerade Zahl als Rest übrig hat.

Tipp für Anfänger: Um die Spieldauer zu begrenzen und den Spaßfaktor zu erhöhen, kann das Spiel zunächst auch über ein Single-Feld beendet werden. Bei einem Rest von z.B. 15 Zählern genügt also ein Treffer in die einfache 15 für den Sieg.

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