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Formel 1: Alonso siegt in Silverstone vor Vettel

Sebastian Vettel hat zum dritten Mal in dieser Saison ein Rennen nicht gewinnen können. Doch der Erfolg von Fernando Alonso dürfte ihm wenig Kopfschmerzen bereiten, profitierte der Ferrari-Pilot doch von einem Fehler beim Boxenstopp von Red Bull. Auch die WM-Führung baute Vettel in Silverstone aus.

Sebastian Vettel hat zum dritten Mal in dieser Saison ein Rennen nicht gewinnen können. Doch der Erfolg von Fernando Alonso dürfte ihm wenig Kopfschmerzen bereiten, profitierte der Ferrari-Pilot doch von einem Fehler beim Boxenstopp von Red Bull. Auch die WM-Führung baute Vettel in Silverstone aus.

Für den Deutschen sah es lange Zeit nach dem siebten Saisonsieg im neunten Rennen aus, doch dann lief sein zweiter Boxenstopp nicht rund und dauerte viel zu lang - laut Teamchef Christian Horner kämpfte die Crew mit einem defekten Wagenheber. Alonso zog in der Box vorbei und profitierte in den folgenden Runden davon, dass auch Lewis Hamilton Vettel überholen konnte und der Deutsche im Zweikampf gegen den McLaren-Pilot viel Zeit verlor. "Ferrari war sehr stark. Sie haben deutlich gemacht, dass wir hart arbeiten müssen", erklärte Vettel.

Platz drei ging an Vettels Teamkollegen Mark Webber, der in den letzten zwei Runden sogar gefährlich nah an Vettel herankam, vom Team per Boxenfunk aber am Überholen gehindert wurde. Im WM-Klassement verbesserte sich Alonso mit nun 112 Punkten auf Rang drei. "Ein fantastischer Tag", rief der Spanier in den Boxenfunk. Vettel schraubte sein Konto auf 204 Zähler und liegt damit 80 Punkte vor Webber. Punktgleich auf Rang vier folgen die McLaren-Piloten Hamilton und Jenson Button (beide 109).

Direkt die Führung erobert

Kurz vor Rennbeginn hatte der englische Sommer wieder zugeschlagen, ein ordentlicher Schauer hatte Teile der Strecke unter Wasser gesetzt. Die logische Konsequenz waren Intermediate-Reifen für alle 24 Fahrer. Vettel war es egal, er überholte seinen Teamkollegen noch vor der ersten Kurve und setzte sich nach der knapp verpassten Pole Position direkt an die Spitze.

Die ungewünschte Bereifung baute allerdings bei allen Teams schnell ab, so dass alle schnell auf Slicks wechseln wollten. Doch in einigen Abschnitten trocknete die Strecke langsamer ab als erwartet. Als Versuchskaninchen fungierte dann unfreiwillig Michael Schumacher, der sich zuvor von Startplatz 13 auf Rang neun vorgekämpft hatte.

Der Mercedes-Pilot rutschte in der zehnten Runde unnötigerweise in Kamui Kobayashi (Sauber) hinein, zerstörte sich dabei seinen Frontflügel und musste in die Box. Dabei gab es auch frische Reifen und als klar war, dass Schumacher keine Nachteile gegenüber den Intermediates hatte, kamen nach und nach alle Spitzenfahrer in die Box. Wegen des Unfalls mit Kobayashi gab es für Schumacher auch noch eine Durchfahrtsstrafe, die ihn auf Platz 17 zurückwarf - letztlich reichte es deshalb nur zu Platz neun. "Es wäre definitiv noch mehr drin gewesen", haderte Schumacher.

Hamilton sorgt für Jubel

Während Vettel in der ersten Rennhälfte an der Spitze mal wieder ein einsames Rennen fuhr und von Webber nicht wirklich unter Druck gesetzt werden konnte, sorgten die Lokalmatadoren Lewis Hamilton und Jenson Button für Jubel auf den Tribünen. Denn beide zeigten nach dem schwachen Qualifying (5. Platz Button, 10. Platz Hamilton) ein tolles Rennen, wenn es letztlich auch nicht fürs Podium reichte.

Hamilton war neben Vettel der zweite Gewinner der Startphase. Drei Plätze machte der Brite in der ersten Runde gut, schnappte sich schnell auch noch Paul di Resta und zog dann in der dritten Runde auch an Button vorbei. Wirklich großartig war dann das Überholmanöver gegen Alonso, das ihm zwischenzeitlich Platz drei einbrachte. Auch Button zeigte gegen Felipe Massa tolle Rennaction, als er sich hartnäckig neben den Ferrari setzte und ohne DRS vorbeizog.

Button sah aber nicht die Zielflagge, denn auch seine Boxencrew patzte. In der 40. Runde fuhr der Weltmeister von 2009 zum letzten Stopp, doch das rechte Vorderrad wurde nicht festgezogen und so war nach wenigen Metern Schluss - Button ging frustriert zurück in die Box. "Das ist einfach nur enttäuschend. Vor den vielen eigenen Fans habe ich mein Rennen eigentlich genossen. Es tut mir leid", sagte der Ex-Weltmeister.

Hamilton wiederum träumte nach dem Vettel-Fehler lange vom Podest, doch dann musste er Sprit sparen und so reichte es nur zu Rang vier. Die Freude bei Hamilton und seinen Fans war trotzdem groß, nach Rang zehn im Qualifying war damit nicht zu rechnen.

Punkte für Rosberg und Heidfeld

Neben Schumacher und Vettel fuhren auch Nico Rosberg und Nick Heidfeld in die Punkte. Rosberg beendete das Rennen auf Rang sechs, auch Heidfeld konnte als Achter im Lotus-Renault zufrieden sein. Adrian Sutil (Force India) musste sich mit Rang elf begnügen, Timo Glock landete auf Platz 16.

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