HOME

Formel-1-Auftakt in Melbourne: Vettel scheidet früh aus, Rosberg siegt

Die neuen Wagen, die neuen Regeln - für Sebastian Vettel ein einziges Ärgernis. Sein Auftaktrennen in die Saison war früh beendet. Aber dennoch gab es einen deutschen Sieger.

Die Schwierigkeiten hatten sich bereits in der Qualifikation angekündigt und im Rennen wurde es nicht besser: Sebastian Vettel hat das Auftaktrennen der neuen Formel-1-Saison nach nur wenigen Kilometern beenden müssen. Der Vierfach-Weltmeister stellte seinen Red Bull nach Problemen mit dem Antrieb in der fünften Runde des Großen Preises von Australien am Sonntag in Melbourne in der Box ab. "Das ist extrem enttäuschend, unser Auto ist schnell. So ist das Leben, Kopf hoch", sagte Vettel.Eine Runde zuvor hatte der von der Pole Position gestartete Lewis Hamilton im MercedesAMG vorzeitig aufgegeben.

Liebesgrüße an den Silberpfeil

Die Chance nutze ein anderer Mercedes-Pilot: Nico Rosberg gewann den Großen Preis von Melbourne. Der Wiesbadener verwies Red-Bull-Fahrer Daniel Ricciardo und Kevin Magnussen im McLaren auf die Plätze zwei und drei.

Selig kuschelte Rosberg mit seiner Verlobten und endete Liebesgrüße an seinen Silberpfeil: Mein Silberpfeil ging ab wie sonst was", schwärmte er. Mit dem 100. Grand-Prix-Sieg für einen Mercedes-Motor übernahm der Wiesbadener zum Start der neuen Turbo-Ära am Sonntag die WM-Führung. "Es ist so cool, jetzt so ein Geschoss unter mir zu haben", sagte der 28-Jährige. Mit seiner souveränen Fahrt untermauerte er die Favoritenrolle, in die sich die Silberpfeile vor der Saison gefahren hatten.

"Unglaublich, was ihr da für ein Auto gebaut habt", jubelte Rosberg nach der Zieldurchfahrt via Boxenfunk. Schon am Start hatte er Platz eins erobert und gab ihn nicht mehr her. "Wahnsinn, ich kann es noch gar nicht glauben", sagte Lebensgefährtin Vivian, nachdem sie ihren Nico innig in die Arme geschlossen hatte. Mit seinem Erfolg beendete Rosberg zugleich Vettels Rekordserie von zuletzt neun Siegen nacheinander.

In Gedanken bei Schumacher

Daimler-Chef Dieter Zetsche hat den Saisonauftaktsieg von MercedesAMG dem verunglückten Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher gewidmet. "Er ist für immer ein Teil der Mercedes-Familie und unsere Gedanken sind in diesem Moment bei ihm", sagte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Autobauers. Schumacher war von 2010 bis Ende 2012 für das Mercedes-Team gefahren, seit seinem Skiunfall in Méribel am 29. Dezember liegt der Kerpener im künstlichen Koma. "Wir alle hoffen sehr, dass sich sein Gesundheitszustand schnell verbessert und er bald wieder bei uns und dem Formel-1-Team sein kann", sagte Zetsche unmittelbar nach der Zieldurchfahrt mit dem Sieg von Silberpfeil-Pilot Nico Rosberg.

"Ein bescheidenes Wochenende"

Für Vettel war es der erste Ausfall seit dem 30. Juni vergangenen Jahres, als der Heppenheimer beim Großen Preis von Großbritannien von einem Getriebeproblem gestoppt worden war. Danach hatte Vettel in elf Rennen zehn Siege gefeiert.

Beim ersten Rennen in diesem Jahr klagte Vettel bereits vor dem Start über fehlende Power. Schon in der Qualifikation war er nicht über den 13. Platz hinausgekommen, weil es Schwierigkeiten mit der Programmierung des Motors von Renault gegeben hatte. "Wir haben versucht, das Auto nochmal zum Leben zu erwecken. Aber es ging nicht", sagte der Hesse. So hatte Vettel keine Chance und verlor nach Erlöschen der Roten Ampeln Platz um Platz. Zum Zeitpunkt seines Rennausfalls hatte Vettel auf dem 16. Rang gelegen. "Ein bescheidenes Wochenende", sagte Vettel.

Neben Hamilton und Vettel schlug die Defekthexe auch bei Lotus, dem Sauber von Esteban Gutierrez, beiden Marussia-Fahrern und Caterham-Neuzugang Marcus Ericsson zu.

Die frühe Safety-Car-Phase verursachte Williams-Pilot Valtteri Bottas dagegen mit einem schnöden Fahrfehler. Der Finne touchierte eine Mauer und verlor mehrere Teile auf der Strecke. Das Safety-Car bremste das Feld ein und linderte damit zumindest die Sorgen, einigen Piloten könne am Ende das knapp bemessene Benzin ausgehen.

swd/DPA / DPA

Wissenscommunity