HOME

FORMEL 1: Pflicht-Termin

Trotz Terrorgefahr startet die Formel 1 in Amerika. BMW-Motorsportchef Gerhard Berger über die ungewohnten Sorgen einer knallharten Branche.

Herr Berger, ausgerechnet jetzt müssen Sie nach Amerika fliegen. Am Sonntag wird in Indianapolis der Große Preis der USA ausgetragen. Haben Sie Angst?

Ich habe kein besonders mulmiges Gefühl, was die Reise an sich betrifft. Ich habe aber generell Bauchweh, was die Zukunft nach den Attentaten angeht. Mich beunruhigt, dass der Konflikt eskalieren könnte, während wir da drüben sind.

Wären Sie dafür gewesen, das Rennen vorsichtshalber abzusagen?

Nein. Es geht darum, mit allen Mitteln dem Terrorismus zu trotzen, und ich sehe keinen Beitrag darin, Indianapolis auszulassen. Aber wenn wir über Terroristen reden oder die Weltlage, dann habe ich Probleme mit der Diskussion darüber, ob ein Formel-1-Rennen stattfinden soll oder nicht. Im Vergleich ist das doch ein Thema von geringer Tragweite!

Und eine weltweit beachtete Veranstaltung in den USA mit 200 000 Zuschauern sehen Sie nicht als mögliches Ziel eines Anschlages?

Den Terroristen ging es in New York und Washington darum, ein Signal zu setzen und die Amerikaner mitten ins Herz zu treffen. Ich glaube nicht, dass Indianapolis das Herz von Amerika ist.

Wie würden Sie reagieren, wenn etwa Ralf Schumacher, einer der beiden Fahrer bei BMW-Williams, sagt: Sorry, ich bin jetzt einfach nicht in der Lage, in den USA ein Rennen zu fahren? Schließlich hat er eine hochschwangere Lebensgefährtin zu Hause sitzen.

Überhaupt kein Problem. Wenn er es nicht kann, sollte er die Freiheit haben, seine Meinung zu vertreten und durchzuziehen. Nur müsste er das früh genug bekannt geben. Es hätte keinen Sinn, wenn er sich das erst am Samstag nach dem Training überlegt. Das Team braucht Zeit, um einen Ersatzfahrer ins Auto zu setzen.

Wie so vieles war auch das Wochenende des Grand Prix von Monza vor eineinhalb Wochen von der Trauer um die Opfer überschattet. Wird das in Indianapolis wieder so sein?

Gut möglich. Ich sehe das aber zwiespältig. Wir haben in Monza eine Gedenkminute am Sonntag abgehalten - und dann siehst du die Kameraleute, wie sie vor dir auf und ab gehen und filmen. So gesehen war?s gar keine Gedenkminute. Drum sage ich: Du kannst ganze Gedenkstunden abhalten, aber jeder muss mit sich selber ausmachen, wie er trauert.

Selbst beim Thema Pietät scheint in der Formel 1 Einigkeit auf kleinstem Nenner Utopie. Die Fahrer schafften es nicht, sich darauf zu verständigen, nach dem Start zwei Schikanen lang nicht riskant zu überholen.

Das macht doch überhaupt keinen Sinn. Wenn ein Fahrer ein verrücktes Manöver vorhat, kann er es in der dritten Schikane genauso machen. Dann haben wir den Crash dort statt in der zweiten. Nichts Hitzköpfiges zu versuchen sollte für jeden Fahrer in jedem Rennen gelten.

Sind Appelle an die Vernunft nicht ohnehin zum Scheitern verurteilt, wenn ein Teamchef wie Flavio Briatore von Benetton seinen Piloten damit droht, sie rauszuschmeißen, falls sie sich zurückhalten?

Briatore meint damit: Wenn wir uns dafür entscheiden, das Rennen zu fahren, dann tun wir es auch wie immer. Der Auftrag an die Fahrer besteht sowieso darin, so spät wie möglich zu bremsen und ihren Platz zu verteidigen - ohne einen Unfall zu provozieren.

Die Formel 1 ist ein zynisches Business mit Risiko. Ist ein rücksichtsloser Typ wie Briatore einfach nur aufrichtig?

Über seine Worte kann man diskutieren. Ich unterstütze nicht die Schärfe seiner Aussagen, aber ich unterstütze Leute, die ehrlich an das Thema rangehen. Ein Teamchef muss sein Geschäft so führen, dass er seine Mitarbeiter bezahlen kann. Dazu braucht er Erfolg. Und dazu hat er im Jahr lediglich bei 17 Rennen Gelegenheit. Briatore geht für einen Außenstehenden vielleicht zu knallhart damit um, aber Härte ist in diesem Geschäft notwendig.

Bei manchen leidet die Rücksichtslosigkeit. Michael Schumacher tut sich derzeit offenbar schwer, sich auf den Job zu konzentrieren. Warum hat jemand, der es gewohnt ist, sich freiwillig in Todesgefahr zu begeben, plötzlich derartige Probleme?

Das eigene Risiko schätzt man als Rennfahrer von vornherein ein. Ich habe diesen Beruf gewählt. Ich überlege mir vorher, wie ich mich verhalte, wenn mir etwas zustößt. Ich bin auf alle möglichen Situationen eingestellt und weiß, wie ich sie beeinflussen will. Aber ein viermaliger Weltmeister wie Michael Schumacher, der sehr viel um sich herum beeinflussen kann, merkt, in dieser Situation kann er nicht mehr bewirken als der Herr Meier oder der Herr Huber. Das zu spüren nimmt einen Rennfahrer viel mehr mit.

Trotzdem haben in Monza die Piloten sehr unterschiedlich reagiert. Anders als Schumacher haben viele Vollgas gegeben wie eh und je so, als leide ihre Konzentration kein bisschen. Eine Frage des Charakters?

Auch der Reife. Schumacher hat Frau und Kinder, andere nicht. Und ebenso spielt das Bedürfnis, sich so oder so zu zeigen, eine Rolle. Wie möchte ich, dass meine Mitmenschen mich sehen? Oder ist es mir völlig wurscht, was die über mich denken?

Trauergebaren aus Imagegründen?

Dem Michael Schumacher unterstelle ich so was überhaupt nicht. Er hat einen extrem ausgeprägten Familiensinn. Das Einzige, was ihm wichtiger ist als der Sport, ist die Zukunft seiner Kinder. Und die sieht er, schätze ich, jetzt gefährdet.

Es wird darüber spekuliert, dass er an Rücktritt denkt. Halten Sie das für möglich?

Nur wenn er sich die Sinnfrage stellt und seine Antwort lautet: Eigentlich liegt mir gar nicht mehr so viel am Rennfahren. Die Attentate von Amerika mitzuerleben kann einen dazu bringen, sich mit dieser Frage zu beschäftigen. Aber Schumacher ist ein überlegt handelnder, cleverer Bursche. Keiner, der aus einem Moment heraus eine so wichtige Entscheidung trifft.

Wie war das denn 1997, als Sie Ihre letzte Saison in der Formel 1 fuhren? Nur wenige Tage nachdem Ihr Vater beim Absturz mit einer Privatmaschine ums Leben gekommen war, gewannen Sie den Grand Prix von Hockenheim. Lässt sich persönliche Tragik im Cockpit einfach ausblenden?

Das klappt, ich hab¿s bewiesen. Weil ich trainiert war darauf.

So was lässt sich üben?

Natürlich nicht, indem ich mir vorher den Tod des Vaters vorstelle und versuche, mich aufs Fahren zu konzentrieren. Aber man kann so ein Rennauto nicht am Limit bewegen und an andere Sachen denken, sonst tut man sich wahrscheinlich sehr weh.

Bei Ihnen kam damals noch hinzu, dass Sie vor dem Rennen Ihren Rücktritt angekündigt hatten. Trotz allem gaben Sie Vollgas?

Ich hatte zu dem Zeitpunkt lediglich bekannt gegeben, im Jahr darauf nicht mehr bei Benetton zu fahren. Mir selbst war allerdings bewusst, dass ich ganz aufhören werde. Jeder hatte zu mir gesagt: Was machst du eigentlich noch hier? Du bist 37 Jahre, deine Karriere liegt hinter dir. Mein Bedürfnis war es, der Welt zu zeigen, dass ich immer noch einer der Besten bin, wenn ich meine Kräfte vereine. Dass ich im Kopf stark genug bin, solche Schicksalsschläge zu bewältigen.

Interview: Detlef Hacke

Fotos: BMW Group

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(