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Formel 1: Rosberg gewinnt Großen Preis von China

Erst patzte die Mercedes-Crew, zog bei Michael Schumacher ein Rad nicht fest und sorgte für dessen Aus. Dann kosteten McLarens Trödeleien Jenson Button die Führung. Nur bei Nico Rosberg lief alles glatt. Der Deutsche zeigte eine perfekte Vorstellung und sicherte sich den ersten Grand Prix-Sieg seiner Karriere.

Lange 111 Rennen hatte Nico Rosberg warten müssen, in Shanghai klappte es endlich mit dem ersten Grand Prix-Sieg seiner Karriere. Auch für Mercedes durchbrach der Deutsche eine ellenlange Durststrecke.

"Pass auf deinen linken Reifen auf", schallte es zehn Runden vor dem Ende des Großen Preis von China aus dem Boxenfunk bei Mercedes. Gemeint war Rosberg, der zu diesem Zeitpunkt in Führung lag. Doch die Sorgen um das in den ersten beiden Saisonrennen so anfällige Material erwiesen sich als unbegründet.

Vom "Reifenfresser" Silberpfeil war diesmal nichts zu sehen. "Diesmal waren wir die Reifenflüsterer“, grinste Norbert Haug hinterher bei Sky. Besser hätte es der Mercedes-Sportchef gar nicht auf den Punkt bringen können. Denn Rosberg, der einen perfekten Start von der Pole erwischt hatte, kam mit lediglich zwei Boxenstopps aus.

Seine Pneus hielten auch dank seiner perfekten Fahrweise der Rennbelastung trotzdem stand und unterstützten den jungen Deutschen bei seiner hervorragenden Leistung. Sie trugen ihn mit großem Vorsprung ungefährdet und sicher zum ersten Grand Prix-Sieg seiner Formel 1-Karriere, zum ersten für Mercedes seit Monza 1955 und auch zum ersten Erfolg eines Sohnes eines noch lebenden Weltmeisters.

Packender Kampf um den zweiten Platz

Historisches gab es in Shanghai von der Spitze zu vermelden, Packendes vom Kampf um die Plätze dahinter, der bis zum Ende komplett offen war. Jenson Button, der zwischenzeitlich in Führung gelegen hatte, dann allerdings durch ein Problem seiner Crew beim dritten Boxenstopp zurückgefallen war, fuhr im McLaren noch beherzt auf Platz zwei, vor seinem Teamkollegen Lewis Hamilton.

Auch Sebastian Vettel, der von Platz elf gestartet, zunächst auf 15 zurückgefallen war und sich dann schrittweise noch nach vorne gearbeitet hatte, hatte im Kampf um das Podium noch ein Wörtchen mitgesprochen. Mit einem tollen Überholmanöver hatte er unter anderem Kimi Räikkönen vernascht, doch in der Endphase musste dann aber seinen unterlegenen Reifen Tribut zollen. Die McLaren zogen an ihm ebenso vorbei wie auch Teamkollege Mark Webber und verwiesen ihn den Weltmeister auf Platz fünf.

Boxen-Panne sorgt für Schumachers Aus

Für den einzigen Ausfall in Shanghai sorgte ausgerechnet der von Startplatz zwei aus ins Rennen gegangene Michael Schumacher, der nach dem ersten Stopp in der 13. Runde zur Aufgabe gezwungen war. Ein Mechaniker hatte Schumachers rechten Vorderreifen nicht festgezogen bekommen und noch verzweifelt gewunken. Trotzdem erhielt der 43-Jährige das Signal zum Losfahren und rollte wenige Meter hinter der Boxengasse aus.

Böse war er dem Mechaniker, der den Fehler gemacht hatte und vor lauter Ärger unmittelbar nach Schumachers Aus wütend auf den Boden geschlagen hatte. "Den werde ich nachher mal kräftig drücken", erklärte Schumacher laut motorsport-total.com. Schumi blieb damit wie auch Force-India-Pilot Nico Hülkenberg als 15. und Timo Glock im Marussia als 19 ohne Punkte.

Hamilton vor Button in der WM-Wertung

In der WM-Gesamtwertung führt nach dem dritten Saisonlauf nun Hamilton mit 45 Punkten vor Button (43). Der bisherige WM-Spitzenreiter Fernando Alonso (Ferrari) fiel nach seinem neunten Platz von Shanghai mit 37 Punkten auf WM-Platz drei zurück. Vettel (28) verbesserte sich hinter Webber (36) auf Rang fünf.

Malte Asmus 

sportal.de / sportal

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