Formel 1 Roter Doppelschlag zum Saisonauftakt


Mit einem eindrucksvollen Sieg haben Michael Schumacher und Ferrari gleich zum Saisonauftakt in Melbourne die Konkurrenz geschockt und Erinnerungen an die "rote" Dominanz in der Saison 2002 aufkommen lassen.

Mit einem eindrucksvollen Sieg haben Michael Schumacher und Ferrari gleich zum Saisonauftakt in Melbourne die Konkurrenz geschockt und Erinnerungen an die "rote" Dominanz in der Saison 2002 aufkommen lassen. Der sechsmalige Formel-1-Weltmeister deklassierte am Sonntag bei seinem Start-Ziel-Erfolg beim Großen Preis von Australien auf dem 5,303 km langen Stadtkurs im Albert Park die ärgsten WM-Rivalen von Williams-BMW und McLaren-Mercedes. Lediglich sein Teamkollege Rubens Barrichello konnte dem Kerpener folgen und machte mit seinem zweiten Platz den 16. Doppelerfolg des Ferrari-Duos perfekt.

Nur nicht abheben

"Das ist sicherlich das perfekte Wochenende für uns gewesen", sagte Schumacher nach dem 71. Grand-Prix-Sieg in seiner Karriere und seinem vierten Erfolg nach 2000, 2001 und 2002 in Melbourne. Doch warnte der 35-Jährige davor, zu schnell irgendwelche Schlüsse aus dem Ergebnis des ersten von 18 WM-Rennen zu ziehen: "Wir müssen jetzt die Füße auf der Erde lassen. Die schwiergen Rennen liegen noch vor uns. Ich denke, man sollte nicht voreilig urteilen." Erst nach dem zweiten Grand Prix in zwei Wochen in Malaysia wisse man, wo man steht.

Williams-BMW und McLaren-Mercedes weit abgeschlagen

Doch um Ferrari dann schon zu gefährden, muss die Konkurrenz noch gewaltig aufholen. Während Renault-Pilot Fernando Alonso als Dritter mit einem Rückstand von 34,673 Sekunden immerhin noch einigermaßen dicht an das Scuderia-Duo heranfuhr, hatten die selbsternannten Titelkandidaten Williams-BMW und McLaren-Mercedes nicht den Hauch einer Chance. Ralf Schumacher kam im Williams-BMW als Vierter erst 1:00,423 Minuten nach seinem Bruder in das Ziel, sein kolumbianischer Teamkollege Juan Pablo Montoya wurde Fünfter. Ganz schlecht lief es für die Silberpfeile: Vizeweltmeister Kimi Räikkönen schied mit einem Motorschaden schon in der zehnten Runde aus, der schottische Vorjahressieger David Coulthard musste sich mit Rang acht begnügen.

"Ich denke, insgesamt war Ferrari eine Klasse für sich", erkannte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug an und gestand ein: "Wir haben unsere Ziele ganz klar nicht erreicht. Wir waren nicht in einer Geschwindigkeit unterwegs, wie wir uns das vorgestellt haben." Nun müsse weiter hart gearbeitet werden. Viel Arbeit gibt es auch noch für Williams-BMW. "Das Ergebnis entspricht nicht unseren Erwartungen", meinte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. "Wir müssen uns auf die Hinterbeine setzen", sagte Ralf Schumacher. "Wenn wir’s dieses Jahr nicht können, dann nie."

Start-Ziel-Sieg

Der Erfolg Michael Schumachers im Albert Park war nie gefährdet. Der 35-Jährige war zum 56. Mal von einer Pole Position in ein Rennen gegangen und kontrollierte die gesamten 307,574 km das Geschehen von der Spitze weg. Er und Barrichello konnten es sich sogar erlauben, die letzten vier Runden langsamer angehen zu lassen, ohne dass irgendein Konkurrent noch an die beiden herangekommen wäre. Für den Mönchengladbacher Nick Heidfeld lief es hingegen nicht gut. In der 46. Runde musste er seinen Wagen beim ersten Einsatz für Jordan-Ford mit Getriebeproblemen abstellen.

Volker Gundrum/DPA DPA

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