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FORMEL 1: Schumi freut sich - Villeneuve stänkert

WM-Spitzenreiter Michael Schumacher kann den Großen Preis von Kanada unter optimalen Voraussetzungen in Angriff nehmen.

Vorfreude auf die Erfolgsstrecke, gute Erholung im Kurzurlaub - aber neue Stänkereien vom alten Rivalen: WM-Spitzenreiter Michael Schumacher kann den Großen Preis von Kanada unter optimalen Voraussetzungen in Angriff nehmen. »Wir waren in Montreal eigentlich immer sehr erfolgreich. Aber wir müssen erst einmal schauen, wie sich der diesjährige Ferrari dort verhält«, sagt der dreimalige Formel-1-Weltmeister zuversichtlich. »Ich möchte das aber nicht in Frage stellen. Ganz im Gegenteil: Ich gehe davon aus, dass es funktionieren wird und wir unsere gute Kanada-Serie fortsetzen können.«

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Villeneuve muffelt gegen die Schumis

Nur Schumachers einstiger Rivale Jacques Villeneuve könnte die Stimmung vor seinem Heim-Grand-Prix mit abfälligen Bemerkungen gegen beide Schumachers etwas trüben. »Michael ist sein sehr guter Rennfahrer der seine drei Weltmeistertitel verdient hat. Aber ich komme mit seinem Charakter, mit seiner Denkweise einfach nicht zurecht«, sagte der Weltmeister von 1997 in einem »Bunte«-Interview. Von Ralf Schumacher scheint der BAR-Pilot wenig zu halten. »Was hat er denn in den fünf Jahren Formel 1 erreicht? Gerade mal einen Sieg«, so Villeneuve, der dem 25-Jährigen die Schuld an dem schweren Crash in Melbourne gab: »Wenn der weiter solche Fehler macht, wird er nie Weltmeister.«

Michael bleibt ruhig

Zumindest Michael Schumacher lässt sich durch die Querschläger aus dem Lager Villeneuves nicht aus der Ruhe bringen. Seine ganze Konzentration gilt dem achten Saisonlauf und seinem inzwischen einzigen ernsthaften Titelkonkurrenten David Coulthard. »David ist mein Hauptrivale«, reduzierte selbst der stets übervorsichtige Spitzenreiter den Kreis seiner Widersacher auf den schottischen Silberpfeil-Piloten. Coulthard weist nach seinem Start-Pech in Monte Carlo indes schon zwölf Zähler Rückstand auf den Deutschen auf. Dass das nicht wirklich beruhigend ist, zeigte die vergangene Saison. Auch da führte Schumi mit zwölf Punkten und musste später noch zittern.

Mika Häkkinen im zweiten McLaren-Mercedes hat Schumacher inzwischen von seiner WM-Rechnung gestrichen. »Ich habe schon nach Österreich gesagt, dass er aus dem Geschäft ist«, sieht sich Schumacher nach dem Ausfall des Finnen in Monaco in seiner Einschätzung bestätigt. »Für Ralf wird es nach seinem Aus in Monte Carlo sehr schwer, in das Titelrennen zurückzukehren«, räumt er auch seinem Bruder keine großen Chancen mehr ein.

Verhaltener Optimismus

Von einer Favoritenrolle für Kanada will der Kerpener nichts wissen. »Es wird nicht einfach, auch wenn ich die Gewissheit habe, dass wir ein gutes Auto haben«, meinte der 48-malige Grand-Prix-Sieger. »Wir fahren das erste Mal in dieser Saison auf einer Strecke mit relativ hoher Geschwindigkeit. Bis jetzt waren die Kurse alle so auf 300, 310 Stundenkilometer ausgelegt - und dort geht es bis auf 330 Km/h. Man muss eine komplett andere Flügeleinstellung benutzen und dann sehen, wie das Auto mit diesem Set-up funktioniert«.

Bei McLaren hat man unterdessen fleißig an der Elektronik gebastelt. Das Silberpfeil-Lager vertraut darauf, die Probleme mit der Startautomatik nach weiteren ausgiebigen Tests im Griff zu haben. »Wir haben alles Menschenmögliche getan und alle Fälle kreuz und quer durchgespielt«, vertraut Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug darauf, dass Coulthard und Häkkinen in Montreal nicht wieder ein Opfer der Technik werden: »Wir haben ein siegfähiges Auto«.

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