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Großer Preis von Malaysia: Ferrari meldet sich zurück

Ferrari setzt ein Ausrufezeichen: Beim zweiten freien Training zum Großen Preis von Malaysia belegten Kimi Räikkönen und Felipe Massa die ersten Plätze. Den ersten Durchgang hatte Nico Rosberg im Williams dominiert. Unterdessen sorgte eine Entlassung bei McLaren-Mercedes für einen Paukenschlag.

Nico Rosberg ist derzeit der Trainings-Weltmeister der Formel 1. Der Williams-Pilot aus Wiesbaden fuhr auch am Freitag in der ersten Übungssession zum Großen Preis von Malaysia die beste Zeit. Schon in den drei Trainingseinheiten beim Saisonauftakt vor einer Woche in Melbourne war der 23-Jährige jeweils Schnellster gewesen. Am Nachmittag (Ortszeit) kam er im zweiten Durchgang auf dem 5,543 Kilometer langen Tropenkurs in Sepang auf den vierten Rang hinter Landsmann Sebastian Vettel (Heppenheim) im Red Bull. Den zweiten Durchgang dominierte Ferrari: Der Finne Kimi Räikkönen fuhr in 1:35,707 Minuten die Tagesbestzeit. Sein brasilianischer Teamkollege Felipe Massa belegte mit einem Rückstand von 0,125 Sekunden den zweiten Platz.

Rosberg unterstrich mit seinen Leistungen den Aufwärtstrend bei Williams-Toyota. Im ersten Abschnitt hatte er in 1:36,260 Minuten seinen japanischen Teamkollegen Kazuki Nakajima und sogar Australien-Sieger Jenson Button im Brawn GP hinter sich gelassen. Zweitbester Deutscher war Vettel als Neunter. Timo Glock (Wersau) belegte im Toyota die Ränge 10 und 14. Adrian Sutil (Gräfelfing) wurde im Force India 15. und 16. Überhaupt nicht in Fahrt kam Nick Heidfeld (Mönchengladbach), der im BMW-Sauber nur 18. und 20. wurde.

Wenig Aussagekraft

Die Ergebnisse im Training haben allerdings nur wenig Aussagekraft über das Kräfteverhältnis. Die Teams nutzen die Einheit, um ihre Fahrzeuge abzustimmen. Wegen des von diesem Jahr an geltenden Testverbots während der Saison probieren die Rennställe zudem neue Teile aus. Das zweite Rennen der Saison startet am Sonntag (ab 11.00 Uhr im stern.de-Liveticker).

Die spektakulärste Szene in den beiden eineinhalbstündigen Durchgängen lieferte Räikkönen. Qualm stieg aus dem Ferrari-Cockpit des "Iceman", als er kurz vor dem Ende des ersten Trainings an die Box rollte. Grund war ein Kurzschluss an der Batterie.

Hamilton hat es schwer

Weltmeister Lewis Hamilton tauchte am Vormittag erstmals wieder an der Strecke auf, nachdem er am Vortag nach seiner nachträglichen Disqualifikation für den Australien-Grand Prix fluchtartig das Gelände in der Nähe Kuala Lumpurs verlassen hatte. In seinem derzeit unterlegenen McLaren-Mercedes wurde der 24 Jahre alte Brite Siebter und Elfter. Hamilton steht nicht nur sportlich ein schweres Wochenende bevor. Am Donnerstag hatten ihm die Rennkommissare seinen dritten Rang im Auftaktrennen vor einer Woche in Melbourne aberkannt, weil er in einer Anhörung nach dem Grand Prix "absichtlich irreführende Aussagen" gemacht haben soll. Hamilton steht nun als Lügner da. Außerdem wurde der Brite von den Sportkommissaren des Automobil-Weltverbandes Fia auch noch zu einer Geldstrafe verdonnert. Der McLaren-Mercedes-Pilot wurde im ersten freien Training in der Boxengasse mit 65,3 km/h "geblitzt", erlaubt sind 60 km/h und muss ein Bußgeld von 1200 Euro zahlen.

Das Formel-1-Team McLaren-Mercedes hat Konsequenzen aus der Affäre um die Falschaussage seines Piloten Lewis Hamilton gezogen. Wie Teamchef Martin Whitmarsh am Freitag in Sepang mitteilte, wurde Sportdirektor Dave Ryan suspendiert. Der 54-Jährige hatte Hamilton am Sonntag in Melbourne zu der Anhörung vor den Rennkommissaren begleitet. Die Aussagen des Weltmeisters bei der Befragung wurden am Donnerstag von den Stewards nachträglich als "absichtlich irreführend" gewertet. Hamilton wurde für das Rennen in Australien disqualifiziert und verlor Rang drei. Ryan war seit 1974 bei McLaren, seit 1990 war er Teammanager. 2008 wurde er Sportdirektor.

DPA/SID / DPA

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