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Nach Reifenplatzer in Spa: Sebastian Vettel legt sich mit Reifenhersteller Pirelli an

Sebastian Vettel platzte am Wochenende nicht nur der Reifen sondern auch der Kragen: Der Ferrari-Pilot ätzte gegen Formel-1-Reifenhersteller Pirelli. Ein Mercedes-Kollege sprang ihm nun bei.

Sebastian Vettel beschwerte sich bitterlich über die Reifen von Pirelli.

Sebastian Vettel beschwerte sich bitterlich über die Reifen von Pirelli.

Nach seinem Reifenplatzer bei höchstem Tempo wenige Kilometer vor der Ziellinie in Spa-Francorchamps schimpfte Sebastian Vettel auf Reifenhersteller Pirelli. "Es muss mal gesagt werden, die Qualität der Reifen ist miserabel", kritisierte der viermalige Formel-1-Weltmeister im TV-Sender RTL den italienischen Hersteller nach seinem extrem unglücklichen Aus. "Das eine ist das Ergebnis. Das andere, wenn das früher passiert, knall ich mit 300 in die Wand. Ich weiß nicht, worauf wir warten."

Mercedes-Kollege Nico Rosberg sprang Sebastian Vettel bei - und fordert ebenfalls Nachbesserungen. "Es kann nicht sein, dass die Reifen so ohne Vorwarnung platzen", kritisierte der 28-Jährige in einer Video-Botschaft nach dem Formel-1-Rennen in Spa-Francorchamps. "Das ist nicht akzeptabel." Vor allem mit Blick auf den nächsten Grand Prix in Monza, "die schnellste Strecke des Jahres. Sie müssen sich da etwas überlegen, um die Situation zu verbessern." Bei Rosberg war im Freitagstraining wie beim Ferrari-Star der rechte Hinterreifen geplatzt. "Wir müssen da Sicherheit reinbringen", forderte Rosberg.

Sebastian Vettel warnt nach Reifen-Chaos

Vettel war im Rennen im Gegensatz zu seinen großen Silberpfeil-Konkurrenten auf einer Ein-Stopp-Strategie unterwegs und lag damit bis zwei Runden vor Schluss auf Kurs dritter Platz. "Klar wusste ich, dass die Reifen abbauen", räumte er ein. "So was darf aber nicht passieren." Aus dem gefährlichen Zwischenfall müsse man nun lernen. "Demnächst knallt einer in die Wand", warnte der Ferrari-Star drastisch.

Eigentlich hatte sich Vettel aufs Feiern eingestellt. Bis kurz vor Schluss sah es beim Großen Preis von Belgien auch danach aus. Ausgerechnet in seinem 150. Grand Prix und dem 900. seines Rennstalls platzte an Vettels Wagen aber der rechte Hinterreifen - wie zwei Tage zuvor auch bei Nico Rosberg. Kurz vor Ende des ersten Laufs nach der Sommerpause musste er bei seiner Mercedes-Aufholjagd damit einen schweren Rückschlag hinnehmen.

Niki Lauda hat kein Verständnis für Vettels Kritik

Niki Lauda hatte im TV-Sender RTL kein Verständnis für Vettels Schelte. "Ich finde es absolut unfair, wenn er jetzt Pirelli die Schuld gibt", kritisierte der Österreicher. Beide Parteien seien schuld, meinte Lauda. "Ferrari wollte ein Risiko eingehen. Die Rechnung ging halt nicht auf."

Für Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery war Vettels Taktik ambitioniert. "Alle waren auf einer Zwei- oder Drei-Stopp-Strategie. Die Strecke ist die aggressivste im Kalender", erläuterte er. "Das war sehr, sehr ehrgeizig, das so zu versuchen." Pirelli habe den Teams vor dem Rennen gesagt: "Zwei oder drei Stopps." 

Vettel mit beträchtlichem Rückstand

Als Zwölfter musste Vettel ohne Punkte aus den Ardennen abreisen. Sein Rückstand in der WM-Wertung auf Spa-Sieger Lewis Hamilton ist nun beträchtlich. Der Brite ist mit 227 Punkter Erster, dahinter kommt sein Mercedes-Teamkollege Rosberg mit 199 Zählern. Vettel bleibt vor seinem Heimspiel in Monza mit 160 Punkten Dritter.

feh / DPA

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