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Qualifying in Monza Vettel lässt die Konkurrenz stehen


Sebastian Vettel hat beim Qualifying zum Großen Preis von Italien in Monza mit großem Vorsprung wieder die Pole Position erobert. In der letzten Runde ließ der amtierende Weltmeister die Konkurrenz um fast eine halbe Sekunde stehen.

Sebastian Vettel hat sich mit einer Wahnsinnsrunde auf der Red-Bull-Problemstrecke Monza die besten Voraussetzungen für seinen zweiten Triumph im Ferrari-Land geschaffen. "Ich bin natürlich überglücklich. Ich habe nicht damit gerechnet, mit dem großen Abstand die Pole-Position zu holen", sagte der Formel-1-Weltmeister am Samstag nach seiner unglaublich überlegenen Bestzeit in der Qualifikation zum Großen Preis von Italien.

Vettel ließ bei seiner zehnten Pole-Position in dieser Saison und der 25. seiner noch jungen Grand-Prix-Karriere den zweitplatzierten McLaren-Rivalen Lewis Hamilton um 0,450 Sekunden hinter sich - eine Ewigkeit in der Formel 1. Der Red-Bull-Pilot aus Heppenheim benötigte auf dem 5,793 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitskurs 1:22,275 Minuten. Jenson Button lag als Dritter im zweiten McLaren-Mercedes im Königlichen Park bereits über eine halbe Sekunde hinter Vettel.

"Die letzten zwei Jahre waren wir hier nicht so konkurrenzfähig", erinnerte Vettel an die bescheidenen Resultate (Achter und Vierter) nach seinem Aufstieg in den A-Stall Red Bull. Mit dem B-Team Toro Rosso hatte er 2008 als jüngster Grand-Prix-Gewinner in Monza für Furore gesorgt.

Eine unerwartete Pole


"Wenn dieser Druck da ist, gibt es nur einen, der das kann", lobte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko Vettels souveräne und perfekte Show. Teamchef Christian Horner sagte: "Die Pole war ehrlich gesagt ganz unerwartet. Wir haben das Auto ganz aufs Rennen eingestellt. Unglaublich, die letzte Runde von Sebastian. Jetzt steht er ganz knapp vor seinem zweiten Sieg hier."

Das Mercedes-Duo schaffte es ebenfalls in die Top Ten, hatte aber mit dem Kampf um die Pole nichts zu tun. Rekord-Weltmeister Michael Schumacher (Kerpen) belegte mit über 1,5 Sekunden Rückstand auf seinen Kumpel Vettel Rang acht. Nico Rosberg (Wiesbaden) wurde Neunter. "Viel mehr war nicht drin, vielleicht hätte ich einen Platz weiter oben schaffen können. Ich hatte keine ideale schnelle Runde", urteilte Monza-Rekordsieger Schumacher.

Rosberg resümierte hingegen zufrieden: "Ich bin mit dem Qualifying und den Kompromissen zufrieden, die wir gemacht haben, um im Rennen stark zu sein. Ich bin von den Top Ten der einzige Fahrer mit harten Reifen beim Start. Das sollte mir sehr helfen." Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug sagte: "Wir haben uns von Freitag an auf die Renndistanz konzentriert und wussten, dass wir im Qualifying zwei, drei Plätze verlieren können."

Rückstand macht Konkurrenz zu schaffen


Hamilton & Co machte der Riesenrückstand ziemlich zu schaffen. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich hier fast eine halbe Sekunde weg bin", sagte der Brite konsterniert. "Sebastian war sehr schnell. Er war unschlagbar für mich." Sein Landsmann Button gab zu, "sehr überrascht" zu sein.

Vettel stieß im Boliden nach der Bestzeit über Boxenfunk schrille Jubelschreie aus. Bei der Pressekonferenz wenig später konnte er seine Genugtuung über diesen Coup kaum verbergen. "Wir haben es in der Qualifikation ganz gut getroffen trotz der kleineren Flügel im Vergleich zu den McLaren. Ich habe selbst nicht damit gerechnet. Im Rennen sollten wir gut starten können", sagte er.

Für Ferrari endete die Qualifikation ernüchternd. Vorjahressieger Fernando Alonso (Spanien) belegte Platz sechs. Felipe Massa (Brasilien) wurde Sechster. "Ich bin schon zufrieden. Das war das Beste, was drin war", sagte Alonso. "Wir wissen, dass wir bisher schon ein schwieriges Wochenende hatten. Das Podium wäre vielleicht ein realistisches Ziel."

Zwischen die "Roten" zwängte sich der Australier Mark Webber im zweiten Red Bull auf Rang fünf. Force-India-Pilot Adrian Sutil (Gräfelfing) erreichte Platz zwölf. Timo Glock (Wersau) wurde im Virgin 21.

Vettel kann nun am Sonntag (Start: 14.00 Uhr/RTL und Sky) den nächsten großen Schritt zur Titelverteidigung machen. Vor dem 13. Saisonlauf führt er mit 259 Punkten und 92 Zählern Vorsprung vor seinem Teamkollegen Webber. Alonso weist als Gesamtdritter bereits 102 Punkte Rückstand auf.

Michael Schumacher schaffte es auf dem 5,793 Kilometer langen Kurs im Autodromo Nazionale im Mercedes auf den achten Platz vor seinem Teamkollegen Nico Rosberg.

DPA DPA

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