Qualifying in Silverstone Räikkönen erobert die Pole


Die totgeglaubten Silberpfeile melden sich zurück: Mit Kimi Räikkönen startet beim Großen Preis von England erstmals in dieser Saison ein McLaren-Mercedes von der Pole. Schumi wurde im Qualifying nur Vierter.

Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher hat sich im Wetter-Lotto von Silverstone kräftig verpokert und musste Vize-Weltmeister Kimi Räikkönen, seinem Teamkollegen Rubens Barrichello sowie der britischen Hoffnung Jenson Button die Vorfahrt lassen. "Ein echter Knaller, damit habe ich nicht gerechnet", jubelte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug nach der ersten Pole-Position für

McLaren-Mercedes seit zehn Monaten. Unter dem grauen Himmel raste der junge Finne im neuen Silberpfeil zum dritten Mal in seiner Karriere auf den ersten Startplatz und verschaffte sich somit die beste Ausgangsposition für den Start am Sonntag (14.00 RTL und Premiere) zum Großen Preis von Großbritannien.

Schumi bleibt optimistisch

Vorjahressieger Rubens Barrichello aus Brasilien als Zweiter hatte 0,072 Sekunden Rückstand auf Räikkönen, der für die 5,141 Kilometer lange Strecke 1:18,305 Minuten benötigte und die Leidenszeit der Silberpfeile beendete. Auch Jenson Button (1:18,580) im BAR-Honda war schneller als Schumacher, der als Viertplatzierter 0,477 Sekunden hinter Räikkönen lag. "Von da, wo wir stehen, ist noch alles möglich. Ich gehe davon aus, dass wir im Rennen gut aussehen werden", sagte der sechsmalige Weltmeister.

Die Williams-BMW-Piloten Juan Pablo Montoya (Kolumbien) und Ralf- Schumacher-Ersatz Marc Gene (Spanien) landeten mit den Rängen acht und dreizehn im Mittelfeld. "Das war eine Wetterlotterie. Mitte des zweiten Qualifyings war Regen angekündigt. Da diese Wetterprognose nicht eintrat, hatten unsere Fahrer mit ihren frühen Startzeiten keine Chance, weiter nach vorne zu fahren", sagte BMW-Motorsport- Direktor Mario Theissen. Nick Heidfeld im Jordan fuhr auf Rang 17.

Zu einer Farce wurde Teil eins der Qualifikation. Als erster war WM-Spitzenreiter Michael Schumacher auf die Strecke gegangen und nach einem kapitalen Dreher klar langsamer als der nach ihm auf die Jagd nach der Bestzeit unterwegs gewesene Renault-Pilot Fernando Alonso aus Spanien. "Der Dreher war aus strategischen Gründen", gab Schumacher zu. Das war schon klar gewesen, als Schumachers Teamkollege Rubens Barrichello ins Grün ausweichen musste. Nachdem die eigentlich für Silverstone schon feststehende Regelreform im Sinn einer spannenden Qualifikation gescheitert war, übten sich die Piloten in einer neuen Disziplin: Wer ist der Langsamste.

So blieben etwa die Williams-BMW-Piloten Montoya und Gene noch hinter dem Weltmeister. Schumacher belegte im ersten Teil Rang 14 und durfte damit früh in den entscheidenden Teil des Einzelzeitfahrens gehen. 11,4 Sekunden war der 35-Jährige langsamer als Spitzenreiter Jenson Button gewesen. 15,5 Sekunden waren es bei Montoya. Jordan- Pilot Nick Heidfeld fuhr direkt in die Boxengasse und durfte deshalb als erster starten. Ehe er sich in sein Cockpit setzte, blickte er zum grauen Himmel. Doch der angekündigte Regen fiel nicht, so dass die Chancengleichheit gewahrt blieb.

Zum Glück für Button, der im ersten Teil der Qualifikaiton am schnellsten unterwegs gewesen war und um den verdienten Lohn gebracht worden wäre.


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