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Start in die Fomel-1-Saison: Schumacher greift wieder an

Sebastian Vettel, Mark Webber - oder etwa doch Michael Schumacher? Vor dem Start zur neuen Formel-1-Saison in Australien liegt die Favoritenrolle bei den Red-Bull-Piloten.

Von Klaus Bellstedt

Alles auf null: Wenn am Sonntag die neue Formel-1-Saison mit dem Großen Preis von Melbourne in Australien gestartet wird, gbit es technische Neuerungen, sechs deutsche Fahrer - und einen schnellen Altmeister.

Im Fokus Down Under steht Weltmeister Sebastian Vettel. Wer kann ihn stoppen? Selten war der Blick in die Glaskugel so undurchsichtig wie vor dem Saisonstart 2011. Klar scheint lediglich, dass Sebastian Vettel und sein Red-Bull-Stallrivale Mark Webber erneut im stärksten Auto sitzen. Vize-Weltmeister Fernando Alonso fährt mit Ferrari mit einem leichten Rückstand in die Saison. Die McLaren-Piloten Lewis Hamilton und Jenson Button, die zu Beginn der Testperiode noch markige Töne spuckten, sind zuletzt etwas kleinlauter geworden.

In letzter Minute zum Mitfavoriten avancierte Mercedes. "Über die Meisterschaft zu reden, wäre etwas verfrüht", befand Rekordweltmeister Michael Schumacher noch nach den ersten Fahrten im neuen Silberpfeil. Doch dann raste der siebenmalige Weltmeister bei den Abschlusstests in Barcelona im überarbeiteten Auto zu einer phänomenalen Bestzeit. "Es scheint, als hätten alle unsere Neuerungen den gewünschten Effekt." Red Bull sei zwar immer noch die Referenzgröße, "aber man wird Mercedes auf der Rechnung haben müssen", sagt Schumacher im neuen stern. Nach seiner ernüchternden Comeback-Saison 2010 könnte der siebenfache Weltmeister also noch einmal durchstarten. Experten wie Niki Lauda trauen ihm zu, Vettels härtester Rivale um die WM-Krone zu werden.

Schumachers Teamkollege Nico Rosberg will in seinem sechsten Formel-1-Jahr endlich einmal ganz oben auf dem Siegertreppchen stehen. Im Vorjahr quetschte er deutlich mehr aus dem Mercedes heraus als der Altmeister. Rosberg ist schnell, auch teamintern wird das ein ganz heißes Duell.

Komplettiert wird das halbe Dutzend deutscher Stammpiloten von Force-India-Fahrer Adrian Sutil, dem für Marussia Virgin startenden Timo Glock - und Nick Heidfeld. Für den schien die Formel-1-Karriere eigentlich endgültig beendet, ehe Lotus Renault den zuverlässigen Routinier nach Robert Kubicas schwerem Rallye-Unfall reaktivierte. "Diese Chance kam völlig aus heiterem Himmel. Ich musste die Gelegenheit ergreifen", erklärte Heidfeld. Größter Vorteil für den Wahl-Schweizer: Er hat 2010 als Testpilot ausgiebig die neuen Pirelli-Reifen getestet, die vermutlich kräftigen Einfluss auf die Rennen nehmen werden. Die Pneus des neuen Reifenpartners, der Bridgestone ablöste, bauen enorm schnell ab und zwingen die Teams zu mehreren Wechseln. "Strategien mit ein oder zwei Stopps sind derzeit unmöglich. Es werden wohl drei oder vier sein, das macht die Sache sehr interessant", urteilte Vettel.

Formel-1-Zirkus macht in Indien Station

Vettels oberster Boss, Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz, hat kurz vor dem Formel-1-Start die neuen Reifen allerdings heftig kritisiert. "Da sollte man weniger von einer Revolution als vielmehr von einer Katastrophe sprechen", sagte der Österreicher am Montag in einem Interview der Nachrichtenagentur APA. "Es ist richtig, dass dadurch 'Zufälligkeiten' mehr Raum gegeben wird", fügte Mateschitz mit Blick auf den schnellen Abrief der Reifen. Zusätzliche Herausforderung für die Piloten sind zwei neue Knöpfe am Lenkrad. Einer löst den Sekunden-Schub durch das Energie-Rückgewinnungssystem Kers aus, der andere verstellt für kurze Zeit den Heckflügel. Beides soll das Überholen erleichtert und für mehr Spektakel sorgen.

Mit Spannung erwartet wird auch die nächste Grand-Prix-Premiere. Nach dem etwas chaotischen Debüt in Südkorea 2010 macht der Formel-1-Zirkus in diesem Jahr erstmals in Indien Station. Welche Nebenwirkungen Formel-1-Boss Bernie Ecclestones Expansionskurs haben kann, zeigte sich indes jüngst bei der erzwungenen Absage des Saisonauftakts wegen der Unruhen in Bahrain. Noch ist offen, ob der Grand Prix im Herbst nachgeholt wird und die Formel 1 einen weiteren Rekord aufstellt. 20 Rennen hat es bislang noch nie in einer Saison gegeben.

Mit DPA

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