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Start in die Formel-1-Saison: Vettel zum Vierten - oder Rosberg?

Wer kann Sebastian Vettel stoppen? Fährt plötzlich auch Mercedes ganz vorne mit? Was sind die wichtigsten Neuerungen? Das müssen Formel-1-Fans vor dem Auftakt in Melbourne wissen!

Von Maximilian Koch

Wenn am Sonntag (7 Uhr/RTL und Sky) in Melbourne die roten Ampeln ausgehen, beginnt die Jagd auf Sebastian Vettel. Der deutsche Formel-1-Pilot peilt seinen vierten WM-Titel in Folge an – doch die Konkurrenz brennt darauf, die Dominanz des Heppenheimers zu brechen. Fernando Alonso, Vettels größter Konkurrent, schickte bereits eine Kampfansage voraus: Sein Ferrari sei 200 Mal besser als im Vorjahr, sagte der Spanier, der im Vorjahr Platz zwei in der WM-Fahrerwertung belegte. "Wir wollen uns wieder in die Position bringen und dann das Resultat ändern." Was das heißt, ist klar: Alonsos einziges Ziel ist der Weltmeistertitel. Für Brisanz dürfte also gesorgt sein – zumal Vettel und sein spanischer Widersacher nicht unbedingt als Freunde gelten.

Vor dem Start in die neue Saison gibt es aber noch weitere spannende Themen im Formel-1-Zirkus. Zum Beispiel den Wechsel von Lewis Hamilton zu Mercedes. Bei den Stuttgartern tritt der Brite die Nachfolge von Rekordweltmeister Michael Schumacher an. Das deutsche Werksteam gilt nach starken Testfahrten plötzlich sogar als Geheimfavorit. Oder das Comeback von Adrian Sutil, der nach einem Jahr Pause nun für Force India ins Cockpit steigt.

Zum Auftakt nennt stern.de die wichtigsten Neuerungen in diesem Jahr und gibt eine Einschätzung, was für die deutschen Fahrer möglich ist.

1. Wer sind die Favoriten?

Natürlich Sebastian Vettel, der in seinem neuen Dienstwagen "Hungry Heidi" zum vierten Mal nacheinander Weltmeister werden möchte. Damit würde er Alain Prost einholen und auf Platz drei der ewigen Bestenliste vorrücken. Doch Vettel gibt sich vor dem Start zurückhaltend. "Ich erwarte es mindestens genauso eng wie im vergangenen Jahr, vielleicht sogar noch enger", sagt der 25-Jährige.

Sein ärgster Konkurrent dürfte wie im Vorjahr Ferrari-Pilot Fernando Alonso sein. „Es gibt keinen Grund, warum wir nicht um den Titel fahren sollten“, sagt der Spanier, der 2005 und 2006 Weltmeister wurde. Viele Experten halten Alonso für den talentiertesten Fahrer im Feld. Und sonst? Auch Vettels Teamkollege Mark Webber, McLaren-Pilot Jenson Button, der schon dreimal in Australien gewann, und Lotus-Fahrer Kimi Räikkönen werden Außenseiterchancen eingeräumt.

2. Wer könnte für eine Überraschung sorgen?

Vor allem ein Team wird aktuell heiß gehandelt: Mercedes. Die Silberpfeile hinterließen bei den Testfahrten einen glänzenden Eindruck. Kann Mercedes nach drei Jahren Mittelmaß plötzlich ganz vorne mitfahren? "Ich denke, wir haben eine tolle Zeit vor uns", sagt Nico Rosberg. Der neue Aufsichtsratschef Niki Lauda spricht ebenso wie Teamchef Ross Brawn von der "stärksten Fahrerpaarung der Formel 1".

Anstelle von Rekordweltmeister Michael Schumacher sitzt nun Lewis Hamilton am Mercedes-Steuer. "Es fühlt sich an, als hätte ich den richtigen Weg gewählt", schwärmt der Brite, der im Vorjahr noch für McLaren fuhr. Dank des offenbar gelungenen MGP-W04 könnten Hamilton und Rosberg zumindest in Melbourne die Konkurrenz düpieren. Allerdings muss Mercedes die gute Form aus der Saisonvorbereitung erst bestätigen.

3. Was ist für die deutschen Fahrer drin?

Vettel Titelfavorit, Rosberg einer der Geheimtipps – doch auch den beiden anderen deutschen Piloten wird in diesem Jahr einiges zugetraut. Nico Hülkenberg zählt im Sauber ebenso zur erweiterten Spitzengruppe wie Adrian Sutil, der nach einjähriger Pause zu Force India wechselte. "Ich habe große Ziele. Es muss ganz nach oben gehen, dafür mache ich diesen Sport", gibt sich der Rückkehrer gleich mal sehr selbstbewusst. Bei Hülkenberg hört sich das anders an: "Ich bin zuversichtlich, dass die Basis gut ist", sagt der 25-Jährige bescheiden. Doch nicht jeder teilt dessen Zurückhaltung. "Ich glaube an eine Sensation und denke, mit Nico Hülkenberg wird ein Außenseiter in Melbourne gewinnen", sagt der ehemalige Rennfahrer Hans-Joachim Stuck.

4. Welche Neuerungen gibt es?

Das Fahrerfeld ist in dieser Saison kleiner. Statt 24 Autos werden nur noch 22 auf die Strecke gehen. Dem spanischen Team HRT ist das Geld ausgegangen. Fünf Piloten haben erstmals ein Formel-1-Cockpit ergattert: Valtteri Bottas (Williams), Esteban Gutierrez (Sauber), Giedo van der Garde (Caterham), Max Chilton und Jules Bianchi (Marussia). Ansonsten gibt es keine großen Änderungen, weder im technischen Bereich noch was das Reglement betrifft. Einzige Ausnahme: Es finden nur noch 19 statt 20 Rennen statt, der zunächst angesetzte Grand Prix in New Jersey wurde ersatzlos gestrichen.

5. Welches sind die Highlights im Rennkalender?

Nach dem Auftakt in Melbourne geht es bereits kommende Woche weiter mit dem Grand Prix von Malaysia. Das erste Rennen auf europäischem Boden findet erst am 12. Mai in Barcelona statt. Einer der absoluten Höhepunkte in jeder Saison ist der Grand Prix von Monaco. Am 26. Mai fahren Vettel und Co. hier um den prestigeträchtigen Sieg. Die deutschen Formel-1-Fans sollten sich vor allem den 7. Juli im Kalender markieren: Dann wird auf dem Nürburgring der Große Preis von Deutschland ausgetragen. Das Saisonfinale steigt am 24. November in Sao Paolo.

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