UNFALL Damals entkam Lauda nur knapp dem Flammentod

Ein schauriges Jubiläum: Vor 25 Jahren hatte Nikki Lauda am Nürburgring seinen schweren Autounfall. Trotzdem setzte er sich wieder ins Cockpit.

Niki Laudas Unglückstag am Nürburgring wird Ursula Schmitz wohl nie vergessen. »Der Unfall schlug ein wie eine Bombe. Es war schrecklich. Ich dachte erst nicht, dass er überleben würde«, erzählt die Inhaberin eines Hotels an der weltberühmten Rennstrecke, in dem der frühere Formel-1-Weltmeister oft übernachtete. Am Mittwoch (1. August) ist es genau 25 Jahre her, dass Lauda in der Eifel mit 220 Stundenkilometern von der Strecke raste. Der Österreicher entkam nur knapp mit schwersten Verletzungen dem Flammentod.

Damals starb jedes Jahr einer

Die Sicherheitsvorkehrungen hatten seinerzeit noch nicht den heutigen Standard. Jetzt sagt Lauda: »Der Unfall hat mich nicht überrascht, denn ich wusste immer, dass die Formel 1 gefährlich ist. Damals ist jedes Jahr einer von uns umgekommen.« Heute ist der Unfall kein Problem mehr für ihn. Schon im Unglücksjahr 1976 hatte er trotz »mehr Angst« als zuvor die Flucht nach vorn ergriffen. »Ich bin ja fünf Wochen danach schon wieder Rennen gefahren«, betont der gebürtige Wiener. Die Narben des Unfalls zeichnen bis heute sein Gesicht.

Überlebte 800 Grad Hitze

Seinerzeit hatte der Ferrari des jetzt 52-jährigen Österreichers nach dem Aufprall gegen die Leitplanken in der zweiten Runde des Großen Preises von Deutschland sofort Feuer gefangen. Der Rennfahrer war 800 Grad Hitze ausgesetzt. Erst in letzter Sekunde konnte der damals 27 Jahre alte Lauda von beherzten Kollegen aus den Flammen befreit werden. Mit schweren Brandwunden vor allem am Kopf und Lungenverätzungen wurde er in eine Spezialklinik nach Ludwigshafen geflogen. Dort rang er mehrere Tage mit dem Tod.

Die »grüne Hölle« der Nordschleife

Damals brauste die Formel 1 noch über die bereits 1927 in Betrieb genommene berüchtigte Nordschleife des Nürburgrings, die als »Grüne Hölle« bekannt wurde. Nach einer Serie schwerer Unfälle erhielt die fast 21 Kilometer lange Rennstrecke mit 73 Kurven Anfang der siebziger Jahre neue Seitenstreifen, Fangzäune und Leitplanken. Dennoch sagte Lauda 1975 der Presse, er halte den Nürburgring für die Formel 1 weiterhin zu gefährlich. Die Rennfahrer forderten zusätzliche Umbauten. Nach Laudas schwerem Unfall im darauf folgenden Jahr erhielt die Nordschleife keine Grand-Prix-Zulassung mehr. Erst 1984 kehrte die Formel 1 wieder an den Nürburgring zurück - auf eine inzwischen neu gebaute 4,5 Kilometer lange Grand-Prix- Strecke.

Überraschendes Comeback

Der Österreicher, der schon als 15-Jähriger mit einem VW-Cabrio auf dem Grundstück seiner Eltern über selbst gebaute Rampen gefahren war, erklärte 1979 seinen Rücktritt aus der Formel 1. Zwei Jahre später kehrte er überraschend zurück in die »Königsklasse«, um 1984 zum dritten Mal Weltmeister zu werden. Nach 171 Großen Preisen, von denen er 25 gewonnen hatte, verabschiedete sich Lauda dann endgültig vom aktiven Rennsport.

Landung bei Jaguar

Schon zuvor hatte der in seiner Heimat als »Niki Nationale« verehrte Sportler seine Fluggesellschaft Lauda Air gegründet. Kurz nach dem Gang an die Börse erhielt er 1990 die weltweite Linienkonzession. Vor etwa einem halben Jahr wurde der als begnadeter Selbstdarsteller und allseits präsente Society-Größe geltende Österreicher verantwortlich für die Rennsportabteilung von Jaguar.

Jens Albes

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