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1. Bundesliga: Bayern besiegt den VfL Wolfsburg mit 2 -0

Der FC Bayern hat den ersten Sieg der Rückrunde eingefahren und die Tabellenführung verteidigt. Das war es dann aber auch schon mit den positiven Erkenntnissen, der Topfavorit tat sich gegen die schlechteste Auswärtsmannschaft der Liga sehr schwer – die Pleite in Gladbach hat Spuren hinterlassen.

Der FC Bayern hat mit einem 2:0-Sieg gegen den VfL Wolfsburg die ersten Punkte nach der Winterpause geholt und bleibt punktgleich mit dem ebenfalls siegreichen BVB (3:1 gegen Hoffenheim) an der Tabellenspitze. Eine Stunde lang fiel den Münchnern gegen defensiv gut organisierte Gäste aber sehr wenig ein, für die Führung durch Mario Gomez (60.) musste dann auch eine Standardsituation herhalten. In der Nachspielzeit stellte Arjen Robben den Endstand her.

Ein wirklicher Befreiungsschlag war der knappe Erfolg jedenfalls nicht, die Diskussionen über die spielerische Armut werden in München nicht verstummen. Bastian Schweinsteiger war die lange Verletzungspause weiterhin anzumerken, Thomas Müller kam in der Mitte erneut nicht zurecht und so war es eigentlich nur Franck Ribéry, der dem Spiel seinen Stempel aufdrückte.

Die Wolfsburger hätten mit etwas mehr Mut in der Offensive sogar mehr erreichen können, somit führen die Wölfe auf Rang neun weiterhin das breite Mittelfeld der Bundesliga an, der Blick sollte bei fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz aber weiter eher nach unten gehen. Am kommenden Spieltag müssen beide Teams auf wichtige Abwehrkräfte verzichten, sowohl Marco Russ als auch Rafinha sahen die fünfte Gelbe Karte.

Deutliche Ansagen aus München

Die Münchner hatten eine turbulente Woche hinter sich. Neben dem missglückten PR-Gag bei Facebook sorgten auch einige Reaktionen auf die 1:3-Pleite zum Rückrundenauftakt in Mönchengladbach für Aufregung. Mario Gomez forderte mehr Flexibilität im Spiel der Bayern, Boss Karl-Heinz Rummenigge erklärte die Bundesliga zum "Brot-und-Butter-Geschäft" und auch Trainer Jupp Heynckes wählte deutliche Worte:

"Ich habe der Mannschaft gesagt, bis Ende Mai möchte ich sie in einem anderen Gewand sehen, von der ersten bis zur letzten Minute, rauf und runter, kämpfen, rennen, aber auch Fußball spielen. Daran muss sich die Mannschaft messen lassen, sonst an nichts."

Heynckes selbst reagierte wie erwartet, für den verletzten Daniel van Buyten rückte Jerome Boateng in die Innenverteidigung und Rafinha auf die rechte Seite, Ribéry kehrte nach seiner Sperre ebenfalls zurück, dafür musste Anatoliy Timoshchuk auf die Bank.

Ribéry engagiert, Lahm im Glück

Ribéry war es dann auch, der bei der gewohnten optischen Dominanz den Unterschied ausmachte. Wenn in der Offensive etwas überraschendes oder gefährliches passierte, war der Franzose in der ersten Halbzeit in der Regel beteiligt. Ansonsten wirkte das Spiel der Gastgeber wenig inspirierend, die Bayern 2012 offenbaren noch große Probleme mit kompakt stehenden Gegnern.

Das Gladbach-Spiel hat aber auch sonst ein paar Spuren hinterlassen, defensiv gab es ungewohnte Unkonzentriertheiten, richtig Glück hatte Philipp Lahm bei einer verunglückten Kopfball-Rückgabe, die Ashkan Dejagah zwar erlaufen, aber überhastet nicht nutzen konnte (12.).

Einmal zappelte der Ball dann aber doch im Wolfsburger Tor, Diego Benaglio konnte den Knaller von Ribéry nur nach vorne abklatschen, Gomez stand beim Schuss aber im Abseits und so verweigerte Schiedsrichter Felix Zwayer dem Kopfball-Abstauber zurecht die Anerkennung (7.). Noch mehr ärgern wird sich Gomez aber über die dilettantisch vergebene Großchance in der 19. Minute, als er nach schönem Pass von Bastian Schweinsteiger frei vor Benaglio auftauchte und den Ball einfach nicht traf.

Der VfL, als schwächstes Auswärtsteam der Liga nach München gereist, machte das, was man in einer solchen Situation am ehesten tun sollte: Die neuformierte Mannschaft – mit Ricardo Rodriguez, Felipe Lopes und Petr Jiracek standen drei Wintertransfers in der Startelf – zog sich in die eigene Hälfte zurück, machte so die Räume eng versuchte über Konter zum Erfolg zu kommen, was aber nicht wirklich gelang. Die 69.000 Zuschauer in der Allianz-Arena sahen eine insgesamt mäßige erste Hälfte.

Kein Sturmlauf

Vor dem zweiten Durchgang stellten sich einige Fragen: Schaffen die Bayern es, mehr Überraschungsmomente zu kreieren? Reicht den Wolfsburgern ein Punktgewinn? Oder lockert Trainer Felix Magath sogar das Defensivkonzept, um die angeschlagenen Bayern weiter zu ärgern, sich aber auch der Gefahr eines offeneren Spiels zu stellen?

In den ersten Minuten trauten sich die Gäste tatsächlich etwas mehr zu, ohne dabei wirklich Torgefahr zu verbreiten. Belohnt wurden die Wölfe für den etwas größeren Mut nicht, auch wenn der Rückstand aus einer Standardsituation resultierte. Makoto Hasebe hatte an der linken Strafraumgrenze Ribéry gefoult, Toni Kroos brachte den Freistoß herein und Torjäger Gomez kam im zweiten Versuch doch noch zu seinem 17. Saisontor (60.).

Was in der Hinrunde häufig der Auftakt für einen Sturmlauf der Bayern war, verpuffte ohne sichtbare Veränderungen im Spiel. Die Gastgeber beschränkten sich weiter auf Ballsicherung und mieden das Risiko, bei Wolfsburg fehlte dagegen einfach der Glaube an eine Wende. So plätscherte das Spiel bis in die Schlussphase dahin, der für Gomez eingewechselte Ivica Olic setzte aber zumindest noch ein Highlight:

Ein schnell ausgeführter Freistoß von Lahm landete bei dem Kroaten, Benaglio kam aus seinem Kasten und wurde von Olic überlupft. Rodriguez klärte zwar noch auf der Linie, aber der Schweizer schoss Robben an und so landete der Ball doch im Wolfsburger Netz. Der Sieg war durchaus verdient, in den kommenden Wochen werden sich die Bayern aber entscheidend steigern müssen. Zunächst reist der Tabellenführer zum Hamburger SV, die Wölfe empfangen Borussia Mönchengladbach.

Marcus Krämer

sportal.de / sportal

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