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1. Bundesliga Die besten Torhüter der Bundesliga-Hinrunde


Sie sind die letzte Instanz, die Männer mit den Handschuhen, eine moderne Version des Liberos und die einzigen Profis auf dem Platz, die für eine Flugeinlage keinen Elfmeter bekommen. Wir reden hier natürlich von den Torhütern, denen sportal.de nach der abgelaufenen Hinrunde in einer Top Ten die Ehre erweist.

Zwar ist der Torhüter zumeist der letzte Mann seines Teams, doch nach den 17 absolvierten Spielen in der Saison 2011/12 sollen sie an dieser Stelle die ersten Profis sein, die wir in einer Top Ten ob ihrer abgelieferten Leistungen bewerten. In den kommenden Tagen folgen natürlich auch die anderen Mannschaftsteile, bis wir bei den Enttäuschungen der Hinrunde angelangt sind.

Grundlage für diese Top Ten sind die von sportal.de ausgegebenen Noten. Damit wir keinen One-Hit-Wonder in unsere Rangliste befördern, können nur die Spieler berücksichtigt werden, die mindestens zehn benotete Einsätze ihrer Bewerbung beifügen konnten. Natürlich gibt es auch Härtefälle, die wir uns kurz ansehen wollen.

Um es gleich zu betonen, Manuel Neuer und Roman Weidenfeller haben es nicht in die Top Ten geschafft. Bevor es nun meterlange Kritik hagelt, sei gesagt, dass beide Torhüter sich in den seltensten Fällen auszeichnen und somit die wirklich guten Noten nicht einsammeln konnten. Dementsprechend sind es eher jene Abwehrreihen, die in erster Linie auf sich aufmerksam machten. Lars Unnerstall kam zudem leider nur auf neun Einsätze und darf sich erst nach der Saison zur Wahl stellen.

Nun aber zu den besten Keepern der Liga.

10. Michael Rensing (1. FC Köln)
sportal.de-Durchschnittsnote 3,20 (15 Spiele/ 31 Gegentore)

Der einstige Kronprinz von Oliver Kahn bewies erneut, dass er zu den wirklich guten Torhütern gehört und die Ankündigungen von Uli Hoeneß – Rensing ist die künftige Nummer eins – zumindest nicht ad absurdum führen möchte. Zu Beginn der Saison hatte der 27-Jährige leichte Probleme in den Spielen gegen Wolfsburg und Schalke, danach kassierte er keine Note mehr unter der 3,5. Und dass er Oliver Kahn immer ähnlicher wird, bewies er nach dem 0:3 gegen Gladbach, als er erklärte: "Wir haben keine Eier.“

9. Thomas Kraft (Hertha BSC)
sportal.de-Durchschnittsnote 3,21 (17 Spiele/ 25 Gegentore)

Auf Platz neun folgte der nächste Keeper, der beim FC Bayern daran scheiterte, die neue Nummer eins werden zu sollen. Doch beim Aufsteiger aus Berlin bekam Kraft den Rückhalt und das Vertrauen, auch mal einen Fehler machen zu dürfen. Zwei davon erlaubte er sich bei den Spielen gegen Bremen und die Bayern. Der 23-Jährige hat also noch Luft nach oben, gerade dann, wenn er die Linie verlassen muss. Doch ist er unumstritten bei der Hertha. "Man sieht immer mehr, warum er unsere Nummer eins ist“, erklärte Ex-Trainer Markus Babbel dem Tagesspiegel. "Er ist ein außergewöhnlicher Torhüter, hat unglaubliche Reflexe und für sein Alter eine sehr gute Ausstrahlung.“

8. Ron-Robert Zieler (Hannover 96)
sportal.de-Durchschnittsnote 3,18 (17 Spiele/ 24 Gegentore)

Zieler ist ebenfalls einer der Torhüter, die die neue Generation hervorgebracht hat. Mit seinen 22 Jahren steht er zudem noch nicht am Ende seiner Entwicklung, durfte aber aufgrund seiner guten Leistungen bei den Niedersachsen schon in der A-Mannschaft des DFB debütieren. Herausragend in dieser Hinrunde war sicherlich seine Leistung gegen die Bayern, als er Mario Gomez zur Verzweiflung brachte. "Die Medien haben mich zuletzt auch ein bisschen hochgepusht, aber das gehört zum Profi-Geschäft“, erklärte Zieler auf welt.de und scheint das Geschäft schon gut zu kennen.

7. Jaroslav Drobny (Hamburger SV)
sportal.de-Durchschnittsnote 3,06 (17 Spiele/ 27 Gegentore)

Der HSV startete katastrophal in die neue Saison und auch Drobny, der endlich als Stammkeeper fungieren durfte, hatte große Probleme, seine Leistung abzurufen. Mitte September, als der HSV ein Testspiel gegen Concordia Hamburg absolvierte, machten sich die anwesenden Fans schon lautstark lustig über den heute 32-Jährigen. "Es war so laut, dass wir es alle auf dem Platz gehört haben", bestätigte David Jarolim die Rufe auf t-online.de. Doch der Keeper stabilisierte sich und erkämpfte sich mit guten Leistungen die Sympathien der Fans zurück, wie im HSV-Forum zu lesen ist. "Auch ich möchte mich anschließen. Sorry Jaroslav, habe Dir auch unrecht getan“, schrieb gar ein Ostwestfale.

6. Diego Benaglio (VfL Wolfsburg)
sportal.de-Durchschnittsnote 3,03 (15 Spiele/ 30 Gegentore)

Den Torhüter der Wölfe auf Platz sechs zu finden, ist sicherlich eine kleine Überraschung. Allerdings muss man dazu wissen, dass der VfL in der Heimtabelle auf Platz sieben liegt und dort auch nur neun Gegentore kassiert hat. Dass der Schweizer ein wirklich guter Rückhalt ist, hat er in seiner Zeit bei Wolfsburg oft genug bewiesen. Nur fehlt es auch ihm in dieser Spielzeit an Konstanz. Doch immerhin pariert er laut bundesliga.de gut 67 Prozent aller Torschüsse, rettete seinem Team oft genug wichtige Punkte und verhinderte in der Ferne zumeist ein komplettes Debakel.

5. Simon Jentzsch (FC Augsburg)
sportal.de-Durchschnittsnote 3 (11 Spiele/ 20 Gegentore)

Gegen den FSV Mainz zog sich Jentzsch einen Bruch des Ringfingers zu, sicherte seinem Team aber auch den ersten Saisonsieg. Am 10. Spieltag war es erneut der 35-Jährige, der gegen Bremen das Tor nahezu vernagelte und den Punkt rettete. Doch der Finger machte immer mehr Probleme und so kommt der Oldie nur auf elf Einsätze, in denen er kaum grobe Patzer zu verzeichnen hatte. Insgesamt war Jentzsch bis zu seiner Verletzung der große Rückhalt des Aufsteigers und will in der Rückrunde wieder eingreifen.

4. Marc-Andre ter Stegen (Borussia Mönchengladbach)
sportal.de-Durchschnittsnote 2,97 (17 Spiele/ 11 Gegentore)

Vom Oldie der Liga zu einem der hoffnungsvollsten Talente in Deutschland auf dieser Position. Nur elf Gegentore kassierte der 19-Jährige in 17 Spielen und machte am ersten Spieltag gegen die Bayern gleich deutlich, dass die Borussia mit dem Abstiegskampf nicht viel zu tun haben wird. In sieben Spielen blieb er ohne Gegentor und pariert über 80 Prozent der Schüsse auf sein Tor. In der U17 sowie der U19 wurde er schon mit Ehrungen bedacht, bei den Profis geht es nun nahtlos weiter.

3. Tim Wiese (Werder Bremen)
sportal.de-Durchschnittsnote 2,92 (12 Spiele/ 21 Gegentore)

Für Tim Wiese gab es in den letzten Wochen nicht unbedingt viel zu lachen. An seinem 30. Geburtstag schenkten ihm die Schalker keine Präsente, sondern fünf Gegentore ein. Doch auch wenn Werder nur zwei Gegentore weniger kassiert hat als der BVB, die Bayern und Gladbach zusammen, kann Wiese auf eine ordentliche Hinrunde zurückblicken. Einzig bei der Klatsche gegen die Fohlen kassierte er eine 4,5, ansonsten eine der wenigen Konstanten bei den Hanseaten, die sinnbildlich für Platz fünf steht.

2. Bernd Leno (Bayer Leverkusen)
sportal.de-Durchschnittsnote 2,88 (16 Spiele/ 20 Gegentore)

Leno darf ohne Zweifel als Entdeckung der Hinrunde angesehen werden. Aus der 3. Liga schaffte er den Sprung zu Bayer Leverkusen, als Rene Adler sich vor Saisonbeginn verletzt hatte. Und der 19-Jährige machte seine Sache so gut, dass aus dem Leihgeschäft ein Tauziehen um seine Dienste entsprang. Im Endeffekt gab Bayer 7,5 Millionen Euro an Ablöse aus und Leno zahlte es mit guten Leistungen zurück. Sein Auftritt gegen den BVB war dabei eine Augenweide und auch in der Champions League überzeugte er mit starken Leistungen.

1. Sven Ulreich (VfB Stuttgart)
sportal.de-Durchschnittsnote 2,68 (17 Spiele/ 20 Gegentore)

Nur an Sven Ulreich kam Leno in der Liga und unserem Ranking nicht vorbei. Denn der Keeper des VfB Stuttgart darf es vielleicht als glückliche Fügung ansehen, in der vergangenen Saison fast seinen Stammplatz verloren zu haben. So ist er gestärkt aus der Situation hervorgegangen und träumt mittlerweile sogar von Einsätzen in der Nationalmannschaft. "Es wird Zeit, dass er jetzt Anerkennung findet“, erklärte auch Manager Fredi Bobic.

Gunnar Beuth

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