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1. Bundesliga: Dortmund überrollt den Hamburger SV und siegt 5 -1

Dortmund zeigte sich schnell und zielstrebig im Umschaltspiel. Die Gastgeber versuchten mit Unordnung, Lethargie und Abspielfehlern dagegen zu halten. Das Ergebnis verwunderte danach nicht mehr. Dortmund gewann 5:1 gegen den HSV und ist nun punkgleich mit dem FC Bayern München und Schalke 04 Tabellenzweiter.

57.000 Zuschauer erlebten eine Demonstration von Offensivfußball. Kevin Großkreutz (16. Minute), Robert Lewandowski (37./83.) und Jakub Blaszczykowski (58./76. Foulelfmeter) sorgten mit ihren Treffern dafür, dass der Meisterschaftskampf in der Bundesliga so spannend ist, wie lange nicht mehr.

Der späte Treffer von Paolo Guerrero (86.) war nicht mehr als eine Fußnote unter eine desolate Vorstellung der Hamburger. Der HSV präsentierte sich langsam im defensiven Umschaltspiel und wurde von schnell kombinierenden Gästen auseinandergenommen. Am Ende hieß es 5:1 für den BVB.

Götze fehlte, Petric zunächst auch

Der Gast aus Dortmund konnte bis auf zwei Positionen seine Bestbesetzung aufbieten. Roman Weidenfeller (Rückenprobleme) und Mario Götze (Adduktoren) fehlten und wurden durch Mitch Langerak und Jakub Blaszczykowski vertreten. Das Krankenlager des HSV zählte Ivo Ilicevic (Wadenprobleme), Gökhan Töre (Meniskus) und Mladen Petric (angeschlagen auf der Bank). Somit war Paolo Guerrero alleiniger Stürmer, Marcell Jansen und Zhi Gin Lam flankierten ihn. Dahinter stand eine defensive Zentrale um Gojko Kacar, Tomas Rincon und Robert Tesche.

Die Dortmunder nutzten die Unordnung in der HSV-Defensive. Drei Halbchancen in den ersten fünf Minuten, von denen Robert Lewandowski mit einem Schuss knapp über die Latte die beste hatte, waren die Folge. Der BVB blieb das überlegene Team. Heiko Westermann musste eine Grätsche in letzter Minute einsetzen, um Lewandowski in der 12. Minute allein vor Jaroslav Drobny zu stoppen. Der HSV verlor weiterhin die Bälle im Spielaufbau und die Dortmunder agierten schnell im Umschaltspiel.

Die Konsequenz stellte sich in der 16. Minute ein. Shinji Kagawa spielte Kevin Großkreutz im Strafraum frei, der Dortmunder schob überlegt aus 13 Metern ins linke Eck. Direkt nach Wiederanstoß köpfte Paolo Guerrero am Tor vorbei, die erste große Chance für die Hamburger. Ein kleiner Weckruf für den HSV, dennoch blieben die Gäste das Team mit mehr Struktur im Spiel.

Dortmund in allen Belangen überlegen 

Wenig später scheiterte Neven Subotic nach Blaszczykowski-Flanke an dem glänzend reagierenden Drobny (28.). Der HSV blieb vereinzelt durch Vorstöße über die linke Seite gefährlich, doch der BVB war spielerisch überlegen. Nach einem Einwurf von Marcel Schmelzer in der Hamburger Hälfte gelangte der Ball zu Lewandwoski, der Westermann vor dem Strafraum tunnelte und acht Meter vor dem Tor auch Aogo verlud, das 2:0 konnte auch Drobny nicht mehr verhindern (37.).

Die Pausenführung war verdient. Die Borussia zeigte sich zielstrebig, schnell im Umschaltspiel und außer auf der rechten Flanke auch defensiv kompakt. Der HSV leistete sich zu viele individuelle Fehler, begünstigte so das Spiel der Borussia. Im defensiven Mittelfeld, eine Problemstelle des HSV in dieser Saison, waren Tomas Rincon, Robert Tesche und Gojko Kacar meist zweiter Sieger, standen oft zu weit von den Gegenspielern weg.

Finks Maßnahme verpuffte schnell 

Thorsten Fink reagiert und brachte Mladen Petric für Gojko Kacar. Der HSV agierte nun im 4-4-2 und übernahm in der Anfangsphase die Initiative. Allerdings blieb es bei einem lauen Angriffslüftchen. Infolge eines Eckballs konterte der BVB die Gastgeber aus, Lewandowski setzte sich gegen Aogo durch, Blaszczykowski war nachgerückt, sein Flachschuss aus 15 Metern fand das lange Eck und bedeutete das 3:0 für die Dortmunder (58.).

Der Wiederstand des HSV war nun endgültig gebrochen. Nach einem Foul von Dennis Diekmeier an Moritz Leitner gab Schiedsrichter Wolfgang Stark Elfmeter. Blaszczykowski schoss zum 4:0 für die Gäste ein (76.). Damit nicht genug. Beim HSV blieb man der Devise treu, den Gegner nicht konsequent zu attackieren, ihm viel Platz zu lassen, und so konnte Lewandowski erneut treffen. Doch das 5:0 war nicht der Schlusspunkt. Dem HSV gelang durch Guerrero noch der Anschlusstreffer, der den schwachen Auftritt sicherlich nicht kaschieren kann.

Michel Massing 

sportal.de / sportal

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