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1. Bundesliga: Fünf Fragen zum 20. Spieltag

Es weht ein kalter Wind in den Stadien der Bundesliga. Grund genug für uns mal Opas Motto "es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung" herauszuholen und mit mahnender Stimme zu fragen: "Hast Du auch Deine Handschuhe dabei?" Außerdem: The Voice of Hamburg, Thorsten Fink.

Bibber, Zitter - einem Fußballspiel von 90 Minuten Länge bei diesen Temperaturen beizuwohnen erfordert schon gute Vorbereitung. Die dürfte HSV-Trainer Thorsten Fink seiner Mannschaft in Bezug auf das Bayernspiel ebenfalls verschrieben haben, obwohl diese im Falle Paolo Guerreros vielleicht unnötig war, hat der Stürmer gegen seinen Ex-Club doch einen alten Vereinsrekord im Visier. Auch zwei Neuzugänge der letzten Tage setzen in unseren Fünf Fragen auf die Historie.

1. Zwiebelprinzip oder Schweinsteiger-Outfit?

Viele Zeitungen bieten dem geneigten Bundesliga-Fan für dieses Wochenende einen besonderen Service an und beraten die Anhänger bei der Wahl ihrer Outfits. Allerdings geht es dabei weniger um Modefragen, sondern um die Kältewelle mit Temperaturen im teilweise zweistelligen Minusbereich – da können 90 Minuten plus Halbzeit einem bei falscher Kleidung schon einmal wie die gesamte Expedition Roald Amundsens vorkommen. Die Tipps sind ebenso banal, wie bereits weit bekannt, besonders unter langjährigen Kurvenstehern – nicht eine, sondern viele Schichten halten den Körper warm.

Auf dem Platz dürfte die Wahl des Outfits ebenso wichtig wie auch von der Position abhängig sein. Doch scheint es bei jedem Bundesliga-Wochenende Ausreißer aus der Zwiebeprinzip-Fraktion zu geben. Besonders beliebt ist bei einigen Protagonisten die Kombi von Handschuhen mit kurzärmeligen Jersey, die besonders Bayerns Bastian Schweinsteiger kultiviert hat. Wir lehnen uns für dieses Wochenende aus dem Fenster – selbst Schweini dürfte an diesem Spieltag nicht um ein langärmeliges Trikot herumkommen.

2. Welchen Seal-Song singt Thorsten Fink?

Thorsten Fink hat zehn Spiele mit dem HSV hinter sich und dabei nur eine Niederlage kassiert – gegen den Club aus seiner Heimatstadt Dortmund. Jetzt kommt mit dem FC Bayern München der Verein in die Hansestadt, der seine sportliche Heimat war und in dem er die größten Erfolge als Spieler feierte. Und dessen Vorstandsvorsitzender Karlheinz Rummenigge ihm im Oktober riet, den Job an der Elbe anzutreten.

Dort absolvierte Fink, der sich nicht mit der Cheftrainerposition herausreden wollte, das übliche Aufnahmeritual für Neulinge und schmetterte laut einem Bericht der Süddeutschen vor versammelter Mannschaft ein Lied von Seal. Vielleicht wiederholt sich dieses Spektakel nach dem Bayernspiel, bei der Liedauswahl kann Fink in Seals Repertoire zumindest für alle Fälle etwas finden.

Im Erfolgsfall möchten wir ihm gerne "Amazing“ ans Herz legen, bei einem Unentschieden "Kiss from a Rose“, schließlich dürfte dies ein bittersüßer Punktgewinn sein. Im Falle einer Niederlage hat Seal eine große Auswahl im Portfolio. Knappe Schlappe? "Don't Cry“! Ein ähnliches Ergebnis wie gegen Dortmund? "Lost My Faith“. Einen Songtext dürfte Fink dabei auf jeden Fall in der Schublade lassen: "A Change Is Gonna Come"!

3. Löst der kleine Krieger das Kopfball-Ungeheuer ab?

Ob im Osten oder Westen, zuhause ist es für den HSV-Stürmer am besten: Paolo Guerrero könnte ausgerechnet gegen seinen Ex-Club aus München zu einer HSV-Ikone aufschließen. Gelingt dem Peruaner gegen die Bayern ein Tor, hätte er genau wie Horst Hrubesch 1982/83 in sechs aufeinanderfolgenden Heimspielen getroffen.

Die Aufgabe erscheint jedoch schwerer, als gedacht. Schließlich verbuchen die Hanseaten in den letzten beiden Spielen gegen die Bayern eine 0:11-Torbilanz. Andererseits hat Guerrero auch bei der 1:5-Niederlage gegen Dortmund getroffen, nur dürfte ihm dann der Rekord herzlich egal sein.

4. Wie gut kennt Zidan seinen Ex-Trainer?

Die Last-Minute-Rückholaktion von Mohamed Zidan zu seinem Ex- und nun Neu-Club FSV Mainz bekommt durch den nächsten Gegner noch Extra-Würze. Denn mit Huub Stevens sitzt ein Trainer auf der Schalker Bank, den der Stürmer noch aus seiner Hamburger Zeit kennt.

Dementsprechend leutselig gab sich der Ex-Dortmunder ("Der BVB wird etwas Besonderes für mich bleiben“) gegenüber derwesten.de: "Ich weiß, wie er seine Mannschaft vorbereitet. Das werde ich meinem Trainer Thomas Tuchel verraten." Auch über Stevens Verhalten auf der Ersatzbank dürfte er Tuchel Bericht erstatten können, schließlich spielte der Stürmer in seiner Hamburger Zeit nur bei zweien seiner 21 Einsätze durch.

5. Brechen die Freiburger ihren Bremen-Fluch?

Es gibt schlechtere Pflaster für einen Neuzugang Werder Bremens um seine Grünweiße Premiere zu feiern: Gegen die Freiburger gab es zuletzt im Juli 2001 eine Niederlage. Die letzten vier Gastspiele im Breisgau gingen mit 19:3 Toren allesamt zugunsten der Gäste aus, das Hinspiel gewann Werder mit 5:3. Und auch die Erfolgsquote von zwei gewonnen Heimspielen zugunsten des Tabellenletzten spricht für ein gutes Werderspiel.

Das dürfte dem hanseatischen Neuzugang Zlatko Junuzovic entgegenkommen. Der österreichische Mittelfeldspieler wurde kurz vor Transferschluss für die Abteilung Attacke geholt und könnte laut Trainer Thomas Schaaf bereits in Freiburg zum Zuge kommen. Angesichts der Personalmisere gibt der Österreicher Schaaf wieder neue Möglichkeiten, die besonders dem Offensivspiel zugute kommen könnten. So bliebe Mehmet Ekici zwar der zentrale Dreh-und Angelpunkt, doch Junuzovic, laut Andreas Herzog gegenüber dem kicker "kein echter Zehner", dürfte auf halbrechter Rautenposition für eine Fortsetzung des Freiburger Bremen-Fluchs sorgen. Junuzovic blickt über den Breisgauer Tellerrand hinaus: "Ich habe schon noch Großes vor“, zitierte ihn der Weser-Kurier.

Sven Kittelmann

sportal.de / sportal

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