HOME

1. Bundesliga: Hannover 96 schlägt Bayern München 2 -1

Tempo, rassige Zweikämpfe, Lattentreffer, ein Elfmeter und zwei Platzverweise gipfelten in einer Niederlage der Bayern in Hannover. Die 96er verdienten sich mit viel Kampf und großem Geschick den Sieg, hatten aber auch ein bisschen Glück, dass sich die Bayern selbst ein Bein stellten.

Mit viel Kampf und Geschick, aber auch ein bisschen Glück hat sich Hannover 96 einen 2:1-Heimsieg über den FC Bayern München in einem packenden Spiel verdient. Die Bayern hatten sich in der ersten Hälfte zweimal selbst geschwächt.

Erst konnte Mohamed Abdellaoue (23.) die Hausherren nach einem von Philipp Lahm verursachten Foulelfmeter in Führung bringen und Manuel Neuer nach 770 Minuten ohne Gegentor erstmals in der Liga wieder bezwingen, dann handelte sich Jerome Boateng nach einer Rangelei mit Christian Schulz eine Rote Karte ein.

Luiz Gustavo fälschte kurz nach Wiederanpfiff einen Schuss von Christian Pander (50.) unglücklich zum 2:0 ab. Nachdem auf Hannoveraner Seite dann auch Steven Cherundolo Gelb-Rot gesehen hatte, glückte den verbissen kämpfenden Bayern durch den eingewechselten David Alaba (83.) lediglich noch der 1:2-Anschlusstreffer.

Die Bayern mussten nach dem 7. August ihre erst zweite Saisonniederlage einstecken, bleiben trotzdem Tabellenführer (22). Ihr Vorsprung vor Verfolger Borussia Dortmund (19) beträgt statt möglicher sechs Punkten nun aber nur noch drei Zähler. Die zu Hause weiter ungeschlagenen Hannoveraner (18) liegen nun punktgleich mit den drittplatzierten Schalkern auf Platz Vier.

Hannover mit einer, Bayern mit zwei Änderungen

Hannovers Mirko Slomka hatte nach dem Europa League-Spiel Manuel Schmiedebach für Didier Ya Konan in der Anfangself den Vorzug eingeräumt, Jupp Heynckes veränderte nach dem 1:1 in der Champions League etwas mehr. Luiz Gustavo spielte anstelle von Anatoliy Tymoshchuk im defensiven Mittelfeld, Rafinha spielte wieder rechts, Boateng anstelle von Daniel van Buyten in die Mitte der Viererkette.

Lahm verschuldet Elfmeter, Boateng fliegt runter

In der temporeichen und intensiven Partie bekam Hannover die erste Gelegenheit, nachdem Christian Pander den von Boateng am Strafraum bedrängten Abdellaoue bedient hatte, der jedoch aus elf Metern das Tor knapp verfehlte. Die Bayern antworteten direkt. Mario Gomez scheiterte mit einem Kopfball aus fünf Metern nach schöner Flanke von Frank Ribéry jedoch am hervorragend postierten Ron-Robert Zieler. Der nicht angegriffene Toni Kroos traf zudem nach schönem Solo nur die Latte.

Die Bayern hatten die dickeren Chancen, doch die blitzschnell von Verteidigung auf Angriff umschaltenden Hannoveraner gingen mit 1:0 in Führung - dank tatkräftiger Hilfe von Philipp Lahm, der sich im eigenen Strafraum bei Steven Cherundolo eingehakt hatte und den Hannoveraner elfmeterreif zu Boden beförderte.

Abdellaoue ließ Manuel Neuer mit seinem platzierten Flachschuss vom Elfmeterpunkt keine Abwehrchance. Wenige Minuten später schwächte Bayern sich noch weiter. Auf dem Höhepunkt einer Rudelbildung lieferten sich Boateng und Christian Schulz eine Schubserei, für die der Bayer Rot sah, der Hannoveraner mit Gelb noch vergleichsweise glimpflich davon kam.

Die Bayern antworteten mit wütenden, aber ergebnislosen Angriffsversuchen, da die Hannoveraner ihre Überzahl nutzten, die Räume eng machten und den Münchnern das Durchkommen erschwerten. Gleichzeitig blieben die Hausherren mit ihren Gegenstößen gefährlich und Lars Stindl hätte die Führung kurz vor dem Halbzeitpfiff fast ausgebaut. Am Fünfmeterraum war er von Abdellaoue, der sich zuvor gegen Holger Badstuber durchgesetzt hatte, bedient worden, schoss von Lahm bedrängt im Fallen aber über das Tor.

Bayern gelingt nur der Anschluss

Bayern startete mit zwei dicken Chancen in die zweite Hälfte, beide Male scheiterte Gomez am starken Zieler, der Torerfolg glückte erneute Hannover. Pander wurde nicht angegriffen, konnte aus 20 Metern Entfernung schießen. Neuer war auf dem Weg ins bedrohte rechte Eck, als Luiz Gustavo den Ball so unglücklich abfälschte, dass er zum 2:0 ins entgegengesetzte Eck trudelte.

Eine halbe Stunde vor dem Ende herrschte dann wieder zumindest personell ausgeglichenes Kräfteverhältnis, nachdem der bereits verwarnte Cherundolo seinen Gegenspieler an der Mittellinie festgehalten hatte und mit Gelb Rot vom Platz geschickt worden war. Bayern erhöhte sukzessive den Druck, Hannover - jetzt vornehmlich in der Defensive - verstand es aber weiterhin, diesem unbeschadet standzuhalten und Gomez regelmäßig ins Abseits zu stellen.

Erst acht Minuten vor dem Ende leistete sich die Hannover-Abwehr einen gedanklichen Aussetzer. Lahm passte flach in den Strafraum, wo der zuvor eingewechselte Alaba unbedrängt aus neun Metern mit der Fußspitze zum 1:2 einnetzen konnte. Heynckes setzte alles auf eine Karte, brachte mit Ivica Olic und Niels Petersen noch zwei frische Stürmer. Schweinsteiger spitzelte den Ball an Zieler vorbei, traf dabei aber nur den Pfosten.

Malte Asmus

sportal.de / sportal

Wissenscommunity