VG-Wort Pixel

1. Bundesliga Owomoyelas Traumcomeback rettet Dortmund


In seinem ersten Startelfspiel seit über einem Jahr hat Patrick Owomoyela Borussia Dortmund mit seinem Tor zum 2:0-Sieg in Bremen verholfen. Zuvor hatte Ivan Perisic mit einem Traumtor das 0:1 markiert, und war dann direkt nach der Pause vom Platz geflogen.

Mit einem Traumtor brachte Ivan Perisic Borussia Dortmund direkt vor der Pause in Bremen auf die Siegerstraße. Mit einem Foul direkt nach der Pause lenkte der Kroate seine Mannschaft dann aber wieder auf einen abzweigenden Feldweg. Dortmund stand in Unterzahl mit dem Rücken zur Wand, ehe Patrick Owomoyela den schwarzgelben Schulbus zurück auf die Fahrbahn brachte, die in Richtung 2:0 (1:0)-Auswärtssieg führte.

In einem schnellen und guten, wenn auch etwas zerfahrenen Spiel war der BVB gegen gleichwertige Werderaner in der 42. Minute in Führung gegangen. Ein hoher, ja, eigentlich: Befreiungsschlag von Neven Subotic landete bei Robert Lewandowski, der den Ball gegen beide Bremer Innenverteidiger behauptete, erst mit einer Annahme per Kopf, dann mit etwas Glück, weil ihm das Leder vom Knie sprang, und dann mit einem Pass nach links hinaus auf Sven Bender, der seinerseits keine Eile hatte, weiter auf Perisic zu passen.

Das machte aber nichts, denn zwar hatte sich Werders Viererkette inzwischen wieder geordnet, das aber sehr eng aufgereiht, so dass Perisic den Ball schön mit rechts kontrollieren, in den Strafraum ziehen konnte und mit links einen perfekten Schuss in den kurzen Winkel  zu platzieren wusste. Ganz unhaltbar schien das Tor aus Sicht von Keeper Sebastian Mielitz nicht, aber andererseits war Perisics Abschluss ein solches Geschoss, dass der Schlussmann schon über Spidermanreflexe hätte verfügen müssen, um ihn zu parieren.

Perisic: Vom Paulus zum Saulus

Kurz nach der Pause war Dortmunds gute Ausgangsposition aber auch schon wieder hinfällig, denn gegen einen schnellen Antritt von Sokratis wusste er sich nicht anders als mit einem Tackling zu wehren, das den Griechen umsenste. Ähnliches hatte vor dem Seitenwechsel schon zu einer ersten Verwarnung gegen den Kroaten geführt, und jetzt blieb dem guten Schiedsrichter Florian Meyer nichts anderes übrig, als die Ampelkarte zu verhängen.

In der Folgezeit standen die Gäste tief vor dem eigenen Tor und saugten wie ein Schwamm den immensen Bremer Druck auf, dank starker Abwehrarbeit der ganzen verbliebenen Mannschaft, vor allem aber von Neven Subotic, der zweimal Claudio Pizarro in letzter Sekunde am Abschluss hinderte, aber auch mit etwas Glück, als Owomoyela eine Flanke von Lukas Schmitz an die eigene Latte abfälschte.

Die Spielsituation bot aber auch Platz für Dortmunder Konter. Nach einem von ihnen kam es zu einem Eckball, der zwar halbherzig bereinigt wurde, nachdem sowohl Subotic als auch Mats Hummels mit Kopfbällen gescheitert waren, aber dann gelangte das Leder im dritten Versuch zu Owomoyela, der in seinem ersten Startelfeinsatz seit über einem Jahr reaktionsschnell vollstreckte. Kapitän Clemens Fritz hatte das Abseits aufgehoben, als seine gesamte Viererkette rechtzeitig vorrückte. Dass er anschließend  am lautesten auf Abseits reklamierte, machte sein Verhalten nicht besser.

Naldos Comeback - im Schatten von Owo

Thomas Schaaf hatte nach der Niederlage in Hannover vor knapp zwei Wochen drei Neue ins Team gebracht: Naldo startete erstmals nach seiner langen Verletzung wieder in der Innenverteidigung, Sebastian Prödl musste für ihn auf die Bank. Links hinten erhielt Lukas Schmitz den Vorzug vor Aleksandar Ignjovski und im Sturm ersetzte Markus Rosenberg den rotgesperrten Marko Arnautovic.

Auch beim BVB gab es trotz des klaren 4:0-Siegs über Augsburg zum Beginn der drei englischen Wochen (Champions League, Pokal, Champions League) drei Änderungen in der Startelf. Patrick Owomoyela feierte sein Saisondebüt rechts hinten für den angeschlagenen Lukasz Piszczek, Neven Subotic kehrte nach einem Spiel Denkpause zurück in die Innenverteidigung, wo er von Felipe Santana vertreten worden war. Lucas Barrios blieb zunächst noch auf der Bank, aber rechts kam Kevin Großkreutz für Jakub Blaszczykowski zum Einsatz.

Das Spiel war bis zum 0:1 recht ausgeglichen gewesen, wobei der BVB zunächst etwas besser ausgesehen hatte, weil selbst über den mobilen Mario Götze immer wieder mit viel versprechenden Angriffen und hinten so gut organisiert, dass Bremen meist nur über Stückwerk zu eigenen Abschlüssen kam. Im Laufe der ersten Spielhälfte setzte Werder jedoch mit schnellem Spiel über die Außen Dortmund mehr und mehr unter Druck, was unter anderem in den Gelben Karten gegen Subotic (absichtliches Handspiel) und Perisic (erstes Foul an Sokratis) seinen Ausdruck fand.

Gerade Sokratis zeigte sich sehr offensiv und drängte den jungen Chris Löwe weit in die Defensive. Sein Duell mit Perisic stand meist im Mittelpunkt des Interesses. Es führte kurz nach der Pause ja auch zum Platzverweis. Danach kam Werder mit seinen Angriffen immer wieder bis in den Strafraum, wobei vor allem Pizarro sich und seinem Team mit unermüdlichem Einsatz immer wieder Chancen erarbeitete.

Doch Dortmunds Unterzahltaktik ging auf - dank Patrick Owomoyela. Jürgen Klopp wird nun hoffen, dass Perisic in der Champions League mit den Griechen von Olympiacos besser zurecht kommt als mit dem Griechen von Werder Bremen. In der Bundesliga ist Perisic zwar nun gesperrt, aber dafür hat seine Mannschaft nun zumindest für einen Abend wieder einen Champions League-Platz inne. Werder kann sich den seinen aber in Augsburg nächste Woche sicher zurückholen.

Daniel Raecke

sportal.de sportal

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker