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14. Spieltag: Eiskalte Bayern watschen HSV ab

Der FC Bayern München hat mit einem Sieg gegen den HSV Anschluss an die Spitze gehalten. Werder Bremen und ein überragender Klose schickten harmlose Bielefelder mit einer Klatsche nach Hause. Hertha BSC fuhr durch einen Torwartfehler ebenfalls drei Punkte ein.

Der FC Bayern München hat den Hamburger SV im Bundesliga-Klassiker mit einem 2:1 (0:1)-Sieg noch tiefer in den Abstiegsstrudel gerissen und seinen Drei-Punkte-Abstand zu Tabellenführer FC Schalke 04 gewahrt. HSV-Kapitän Rafael van der Vaart hatte die Rothosen in der 18. Minute per Foulelfmeter in Führung gebracht. Roy Makaay (57.) und Claudio Pizarro (79.) brachten die Münchner nach einer deutlichen Steigerung nach der Pause noch auf die Siegerstraße - vor allem durch die Einwechslung des lange verletzten Sebastian Deislers, der beide Tore mit präzisen Pässen vorbereitete.

In dem brisanten Duell hatte es ein Bayern-Spieler besonders schwer: Der ehemalige Hamburger Kapitän Daniel van Buyten wurde von den Zuschauern in der AOL Arena mit einem gellenden Pfeifkonzert begrüßt. Im Sommer war der belgische Nationalspieler für zehn Millionen Euro nach München gewechselt. Der Hamburger SV begann mit dem gleichen taktischen Konzept wie beim Champions-League-Spiel gegen Arsenal London, als die Mannschaft von Trainer Doll ebenfalls eine Führung aus der Hand gegeben hatte. Van der Vaart spielte mit Raphael Wicky vor dem Abwehrriegel und sollte den Spielaufbau organisieren.

HSV in erster Halbzeit besser

Nach vorsichtigem Abtasten zu Beginn im 83. Duell beider Clubs übernahm der HSV die Initiative. Der emsige Boubacar Sanogo verpasste in der neunten Minute eine Flanke von Thimothee Atouba, der diesmal nicht selbstverliebt trickste, sondern schnörkellos spielte. Dann brachte van der Vaart mit seinem ersten Saisontor - zuvor hatte der Niederländer nur zwei Mal in der Champions League getroffen - die Norddeutschen verdient in Führung. Der Spielmacher ließ Oliver Kahn vom Elfmeterpunkt keine Chance. Zuvor hatte Demichelis Sanogo im Strafraum gefoult und dafür die Gelbe Karte erhalten. Insgesamt war der HSV in der ersten Halbzeit die überlegene Mannnschaft, versäumte es allerdings, gegen pomadige Bayern ein zweites Tor nachzulegen.

In der zweiten Halbzeit spielten die Bayern dann wie ausgewechselt. Mit Lucio (für den schwachen Demichelis) und vor allem mit Sebastian Deisler (für Andreas Ottl) wurde das Offensivspiel des Meisters wesentlich druckvoller. Der HSV konnte dem zunehmenden Offensivdrang der Gäste immer weniger entgegensezten, so dass der Ausgleich nur noch eine Frage der Zeit war. Schließlich schlugen die eiskalten Bayern zu: Zuerst legte der überragende Deisler mit einem präzisen Pass für Makaay auf, der zum 1:1-Ausgleich traf (57.). In der 68. Minute hätte der Niederländer nachlegen können, doch HSV-Keeper Stefan Wächter bekam den Gewaltschuss direkt ins Gesicht.

Deisler legte zweimal auf

Zwei Minuten später hatten Marc van Bommel und Hasan Salihamidzic im Strafraumgewühl Großchancen, Piotr Trochowski rettete auf der Torlinie. Die Hamburger spielten wie in London in der zweiten Halbzeit zu harmlos. So bediente der umsichtige Deisler wie schon beim ersten Treffer in der 79. Minute Pizarro, der frei vor Wächter nur einschieben musste.

Auch Werder Bremen bleibt dank eines 3:0 (2:0)- Erfolgs gegen Arminia Bielefeld Spitzenreiter Schalke 04 auf den Fersen. Drei Tage nach dem 1:0 gegen den FC Chelsea gewannen die Bremer durch Tore von Miroslav Klose (29./45. Minute) und Aaron Hunt (75.) verdient und kamen wieder bis auf zwei Punkte an die Gelsenkirchener heran. Für das Überraschungsteam aus Bielefeld ging am Samstag vor 40 792 Zuschauern im Weserstadion die Serie von acht Spielen ohne Niederlage zu Ende.

Bremen nutzte viele Chancen nicht

Der Titelaspirant von der Weser war auch ohne den Gelb-gesperrten Diego die klar bessere Mannschaft, auch wenn die Arminia vor allem in der ersten Halbzeit nicht enttäuschte. Die größere individuelle Klasse und Kloses Torjägerqualitäten - es waren seine Saisontore Nummer sieben und acht - machten den Unterschied zu den Ostwestfalen aus, die am Ende noch weit höher hätten verlieren können.

Angetrieben vom wieder einmal überragenden Torsten Frings, ließ der Favorit sich nicht verunsichern und ging nach einer knappen halben Stunde verdient in Führung. Hugo Almeida legte den Ball in den Lauf von Klose, der Mathias Hain im Bielefelder Tor in die falsche Ecke schickte. Sekunden vor dem Halbzeitpfiff erzielte der Nationalspieler das zweite Tor, als er einen Abpraller nach Almeidas Schuss verwertete. In der zweiten Halbzeit vergaben Klose, Borowski und Schulz weitere große Chancen. Den Endstand stellte schließlich der eingewechselte Hunt her.

Hertha wurde Favoritenrolle gerecht

Hertha BSC wurde gegen Alemannia Aachen seiner Favoritenrolle gerecht und schob sich mit dem hart erkämpften 2:1-Sieg in den Kreis der Schalke-Verfolger. Ashkan Dejagah (62.) gelang der Siegtreffer für die Berliner, nachdem Matthias Lehmann (45.) kurz vor der Pause die Hertha-Führung durch das neunte Saisontor von Marko Pantelic (41.) ausgeglichen hatte. Für den Aufsteiger war es das vierte sieglose Spiel in Folge.

Nach zwei Niederlagen fand Eintracht Frankfurt mit dem 1:1 gegen Borussia Dortmund nicht auf Erfolgskurs zurück. Eby Smolarek glich in der 70. Minute die Führung für die Hessen durch den griechischen Abwehrspieler Sotirios Kyrgiakos (38.) aus. Mit dem 1:1 beim VfL Wolfsburg verbuchte der 1. FC Nürnberg das neunte Unentschieden in dieser Spielzeit. Juan Carlos Menseguez (74.) sicherte den zum achten Mal ungeschlagenen Niedersachsen wenigstens einen Zähler, nachdem Iwan Saenko (7.) den "Club" früh in Front geschossen hatte.

Mainz mit schwarzer Serie

Hannover 96 kann zu Hause doch gewinnen. Mit dem 1:0 gegen den Tabellenletzten Mainz gelang den Niedersachsen der erste "Dreier" vor heimischem Publikum seit dem 18. März. Vahid Hashemian erzielte in der 75. Minute das entscheidende Tor. Das Team von Jürgen Klopp blieb zum 13. Mal in Folge ohne Erfolgserlebnis.

Der 14. Spieltag wird Sonntag mit den Begegnungen Bayer Leverkusen - Energie Cottbus und VfB Stuttgart - Borussia Mönchengladbach abgeschlossen.

DPA/tis / DPA

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